Feige 'Brown Turkey'
Brown Turkey ist die Standardfeige für den Garten - selbstfruchtend, ohne Feigenwespe, für eine Feige kälteverträglich und endlos nachsichtig, mit zuverlässigen Ernten milder, honigsüßer Früchte fast überall.
← Alle Obstbäume auf DeutschJedes Gespräch über Feigen beginnt bei Brown Turkey - der Sorte, die Baumschulen Anfängern in die Hand drücken, weil sie schlicht funktioniert: keine bestäubende Wespe nötig (alle Gartenfeigen sind selbstfruchtende "gemeine" Typen), eine Toleranz gegenüber Kälte und Vernachlässigung, die ans Komische grenzt, und bis zu zwei Ernten pro Jahr purpurbrauner, honigmilder Früchte. Kenner jagen später ausgefalleneren Sorten hinterher; die erste reife Feige im Leben ist fast immer eine Brown Turkey, warm von einer Wand im August.
Frucht & Geschmack
Mittelgroß, birnenförmig, braunpurpurn mit bernstein-rosa Fleisch; mild süß und honigartig - nicht die intensivste Feige, aber gleichbleibend angenehm und ertragreich. Oft gibt sie am alten Holz eine kleine frühe Ernte (die Brebas) und dazu die Haupternte im Herbst.
Baumgröße & Unterlagen
Immer wurzelecht (Feigen brauchen keine Unterlage): ein breiter Strauch oder Baum von 3 bis 4 m, leicht als Fächer an einer Wand zu ziehen oder im großen Kübel zu halten. Eine Einschränkung des Wurzelraums (Kübel, Pflanzgrube) treibt bekanntlich die Früchte statt der Blätter.
Befruchtung
Vollständig selbstfruchtend - in den meisten Ländern der gemäßigten Zone gibt es gar keine Feigenwespe, und für gemeine Feigen braucht es auch keine.
Klima & Winterhärte
Im Freien Winterhärtezone 7 bis 10; in Zone 6 überlebt sie mit Winterschutz oder als zurückfrierender Strauch (der in Gegenden mit warmem Herbst neu austreibt und am neuen Holz trägt). Die Feige für Gegenden, die eigentlich kein Feigenland sind.
Standort & Boden
Die heißeste Wand oder Ecke, die du hast; magerer bis gewöhnlicher, durchlässiger Boden genügt - fetter Boden macht Blätter, Enge macht Feigen. Kultur im Kübel (30 bis 50 l) funktioniert wirklich hervorragend.
Schnitt & Pflege
Minimal: im zeitigen Frühjahr dicht stehendes Holz auslichten, im Juni die Triebspitzen nach dem fünften Blatt entspitzen, um den Fruchtansatz zu fördern, in kalten Zonen schützen (einpacken, hoch mulchen oder den Kübel in den Schuppen rollen). Kein Spritzen - Feigen sind in Gärten der gemäßigten Zone nahezu schädlingsfrei.
Ernte & Lagerung
August bis Oktober: Eine reife Feige hängt am Hals herab, wird vollständig weich und lässt am Auge vielleicht einen Honigtropfen austreten - unreife Feigen reifen nach der Ernte nie nach, also Geduld am Zweig. Innerhalb von ein bis zwei Tagen essen; den Überschuss trocknen oder einkochen.
Probleme
In trocken-gemäßigten Gärten fast keine; Vögel und Wespen zur Reifezeit, Aufplatzen nach Regen kurz vor der Ernte, Frostschäden jenseits ihrer Zone. Das pflegeleichteste Obst auf dieser Liste.