Lavendel (Lavandula)
Lavendel ist der silberblättrige Strauch mit purpurnen Ähren, der einen Garten in eine Szene verwandelt - summende Bienen, Duft in der Hitze, Farbe vor Kies und Stein.
Überblick
Lavendel ist der silberblättrige Strauch mit purpurnen Blütenähren, der einen Garten in eine Szene verwandelt - Reihen voller summender Bienen, Duft, der in der Hitze aufsteigt, Farbe, die vor Kies und Stein leuchtet. Man pflanzt ihn wegen seines Dufts, seiner lange haltenden Blüten, seiner Trockenheitsverträglichkeit und weil er Bestäuber anzieht. Lavendel ist wirklich einfach - aber nur, wenn man ihm das eine gibt, ohne das er nicht auskommt: sehr gute Drainage und volle Sonne. Die meisten Geschichten von "totem Lavendel" sind in Wahrheit Geschichten von kaltem, nassem, schwerem Boden. Am richtigen Platz verlangt er fast nichts.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Lavendel stammt von den trockenen, sonnigen, felsigen Hängen des Mittelmeerraums und reicht bis in Teile Afrikas und Asiens. Seine Heimat ist magerer, steiniger, durchlässiger Boden, von der Sonne ausgedörrt, mit wenig Sommerregen. Die gesamte Lavendelpflege folgt daraus: Er will Wärme, Sonne, mageren Boden und trockene Füße. Seine schmalen, silbrigen, aromatischen Blätter hat er entwickelt, um Trockenheit zu überstehen und grelles Licht zu reflektieren - die Öle, die ihn so wunderbar duften lassen, helfen ihm auch, Hitze und Verbiss zu widerstehen.
Aussehen
Lavendel ist ein kompakter, verholzender, immergrüner Halbstrauch, meist 30-80 cm hoch und breit, der ein ordentliches Polster aus schlankem graugrünem bis silbrigem Laub bildet. Von Früh- bis Hochsommer schiebt er kahle Stiele mit dichten Ähren kleiner Blüten - am bekanntesten purpurn, aber auch blau, rosa und weiß. Die wichtigsten Gartentypen:
- Echter Lavendel (Lavandula angustifolia): der winterhärteste, duftendste, klassische Küchenlavendel; kompakt.
- Lavandin (L. x intermedia): größer, wüchsig, sehr duftend, lange Stiele - der Typ, der für Öl angebaut wird.
- Schopflavendel (L. stoechas): markante "Hasenohren"-Hochblätter auf dem Blütenstand; weniger winterhart.
Warum man ihn pflanzt - Eigenschaften & Vorteile
- Duft: einer der beliebtesten Gartendüfte, von Blatt und Blüte verströmt.
- Bestäuber: Bienen und Schmetterlinge bedecken ihn den ganzen Sommer.
- Trockenheitsverträglichkeit: gedeiht eingewachsen bei Vernachlässigung; ideal für wassersparende Gärten.
- Lange Farbsaison: wochenlange purpurne Blüte plus ganzjährig silbriges Laub.
- Schnitt- und Trockenblumen: behält getrocknet Duft und Farbe; verwendet in Duftsäckchen, zum Basteln und in der Küche.
- Struktur: Ordentliche Polster eignen sich als niedrige Hecken, Beeteinfassung und Ankerpflanzen im Kiesgarten.
- Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge: Rehe und Kaninchen lassen ihn meist in Ruhe.
Pflege
Licht & Standort
Volle Sonne - unverhandelbar. Lavendel braucht den heißesten, hellsten, offensten Platz, den du hast, mit guter Luftbewegung. Schatten ergibt schwache, umfallende, kurzlebige Pflanzen. Ein sonniger, geschützter, gut durchlässiger Standort ist perfekt.
Boden
Magerer bis durchschnittlicher, durchlässiger, sogar kiesiger oder steiniger Boden - leicht alkalisch ist ideal. Das ist der mit Abstand wichtigste Faktor. Schwerer, nährstoffreicher oder nasser Boden bringt Lavendel um, besonders im Winter. Auf Lehm auf einem erhöhten Hügel oder in Töpfen pflanzen und reichlich Splitt einarbeiten.
Gießen
Neue Pflanzen im ersten Sommer zum Anwachsen gießen. Danach ist Lavendel sehr trockenheitsverträglich und braucht im Beet wenig oder gar kein Wasser. Zu viel Wasser ist weit gefährlicher als zu wenig. In Töpfen nur gießen, wenn die Erde trocken ist.
Düngen
Nicht düngen. Lavendel will mageren Boden; reichliches Düngen ergibt weichen, umfallenden Wuchs und weniger Blüten. Dünger und Kompost weglassen.
Schnitt
Der Schnitt hält Lavendel über Jahre am Leben und in Form. Nach der Blüte (Spätsommer) die Pflanze überschneiden, die verblühten Blütenstiele und ein wenig vom grünen Wuchs zurückschneiden - zu einem ordentlichen Polster formen. Nie tief ins alte, kahle, verholzte Holz schneiden - Lavendel treibt aus altem Holz nicht zuverlässig wieder aus. Leichtes, regelmäßiges Schneiden jedes Jahr verhindert, dass er lang und holzig wird.
Winterhärte & Winterschutz
Echter Lavendel und Lavandin sind recht winterhart (etwa USDA-Zone 5-8); Schopflavendel ist empfindlicher. Der eigentliche Winterkiller ist nicht Kälte, sondern Kälte plus nasser Boden. Für perfekte Drainage sorgen; in schweren, nassen oder sehr kalten Gärten Lavendel in Töpfen ziehen, die man umstellen oder schützen kann.
Pflanzung & Vermehrung
Im Frühjahr in warmen, gut durchlässigen Boden pflanzen, mit Abstand für Luftbewegung. Leicht über krautige oder halbreife Stecklinge im Sommer vermehren - Lavendel wurzelt bereitwillig. Aussaat ist langsam und uneinheitlich; Stecklinge erhalten die Sorte echt.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Absterbende / faulende Pflanzen: fast immer nasser, schwerer oder schlecht durchlässiger Boden - besonders über den Winter. Drainage verbessern oder in Töpfe umziehen.
- Lange, verholzte, in der Mitte kahle Pflanzen: Folge des ausgelassenen jährlichen Schnitts; verhindert durch leichten Schnitt jedes Jahr (und nicht mehr heilbar, wenn es einmal so weit ist - die Pflanze ersetzen).
- Keine Blüten / schwacher Wuchs: zu viel Schatten oder zu nährstoffreicher Boden.
- Schädlinge: meist sehr schädlingsfrei; Schaumzikaden ("Kuckucksspeichel") sind rein kosmetisch.
Giftigkeit & Sicherheit
Lavendel gilt als gering giftig und im Garten allgemein unbedenklich. Echter Küchenlavendel ist in kleinen Mengen essbar. Ätherisches Lavendelöl ist konzentriert und sollte nicht eingenommen werden; bei Haustieren können große Mengen Pflanzenmaterial oder Öl leichte Magenverstimmungen verursachen, daher wird er als leicht giftig für Katzen und Hunde geführt - als Gartenstrauch gehört er aber zu den sichereren Wahlen und ist eine starke Pflanze für Bestäuber und Wildtiere.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Wunderbarer Duft und wunderbare Farbe.
- Magnet für Bienen und Schmetterlinge.
- Extrem trockenheitsverträglich; gedeiht bei Vernachlässigung.
- Immergrünes silbriges Laub; großartig als Schnitt- und Trockenblume.
Nachteile
- Verlangt volle Sonne und sehr gute Drainage - versagt in nassem, schwerem Boden.
- Treibt aus altem kahlem Holz nicht wieder aus; braucht jährlichen Schnitt.
- Im Vergleich zu anderen Sträuchern relativ kurzlebig (oft 5-10 Jahre).
- Schopflavendel ist nicht sehr winterhart.
Am besten geeignet für
- Heiße, sonnige, durchlässige Gärten; Kies- und Mittelmeergärten.
- Niedrige Hecken, Wegeinfassungen und Bestäuberbeete.
- Töpfe auf sonnigen Terrassen.
- Wassersparende, pflegeleichte Gärten.
Weniger geeignet für schattige, nasse Gärten mit schwerem Lehm oder für alle, die eine Pflanze düngen und verwöhnen wollen.
Lavendel (Lavandula) - häufige Fragen
Warum ist mein Lavendel eingegangen?
Warum ist mein Lavendel in der Mitte holzig und kahl?
Wie schneide ich Lavendel?
Muss Lavendel gegossen werden?
Ist Lavendel gut für Bienen?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.