Williams Christ (Bartlett)
Williams Christ ist die Birne der Welt - der duftende gelbe Klassiker hinter jeder Konservenhälfte und jedem Birnenbrand, eine unkomplizierte Massenträgerin, die definiert, wie Birne schmeckt, und mit der jeder Hausgarten anfängt.
← Alle Obstbäume auf DeutschWilliams Christ - in der Neuen Welt als Bartlett bekannt - ist aus dem einfachsten Grund die meistangebaute Birne der Erde: Sie ist sehr gut und sehr einfach. Als reich und jährlich tragende Sorte mit aromatischen goldenen Früchten, die nach der Ernte zu tropfender, butterweicher Zartheit nachreifen, lässt sie sich einkochen, einlegen, trocknen und essen - und zwar besser als Sorten, die doppelt so heikel sind. Hat ein Garten genau eine Birne, ist es fast immer diese.
Frucht & Geschmack
Mittelgroß bis groß, klassische Birnenform, grün und zu duftendem Gelb nachreifend; das schmelzende weiße Fleisch trägt das unverwechselbare, moschusartige Birnenaroma. Frisch hervorragend und DIE Einkochbirne - sie behält Form und Geschmack auch nach dem Verarbeiten.
Baumgröße & Unterlagen
Von Natur aus aufrecht und starkwüchsig; auf Quittenunterlage (mit verträglicher Zwischenveredlung) bleibt sie bei handlichen 3 bis 4 m, auf Birnensämling wird sie 6 m und mehr. Als Spalier lässt sie sich wunderbar erziehen.
Befruchtung
In warmen Lagen teilweise selbstfruchtbar, mit Partner aber immer besser - Anjou, Bosc oder Comice überlappen alle mit ihr. (Anmerkung: Williams und Seckel vertragen sich bekanntermaßen nicht als Befruchter.)
Klima & Winterhärte
Winterhärtezone 5 bis 8; sie braucht mäßige Winterkälte und einen warmen Sommer. In kalten Gärten der Zone 4 nimm winterharte Hybriden; in den Tropen wird das nichts - Birnen sind durch und durch Pflanzen der gemäßigten Zone.
Standort & Boden
Volle Sonne; Birnen vertragen schwereren, feuchteren Boden als Äpfel - tiefgründiger Lehm mit pH 6,0 bis 7,0 ist ideal. Meide Frostlöcher: Die Birnenblüte öffnet früh.
Schnitt & Pflege
Im Winter nur leicht auf eine offene Pyramide schneiden - harte Schnitte provozieren senkrechte Wasserschosse und weiches Holz, das für Feuerbrand anfällig ist. Fruchtbüschel auf 1 bis 2 Früchte ausdünnen.
Ernte & Lagerung
DIE Birnenregel: hart pflücken und drinnen nachreifen lassen. Ernte im August bis September, wenn die Früchte ausgewachsen und noch grün sind und sich der Stiel beim Hochkippen löst; dann bei Zimmertemperatur 4 bis 7 Tage nachreifen, bis der Hals nachgibt. Am Baum ausgereifte Williams werden mehlig und bekommen ein braunes Kerngehäuse.
Probleme
Feuerbrand ist der große Feind der Birne - befallene Triebe bei trockenem Wetter 30 cm unterhalb der Schadstelle herausschneiden und nie überdüngen. Birnenblattsauger und Apfelwickler, wo sie vorkommen; Schorf an Standorten, an denen das Laub lange nass bleibt.