Bing
Bing ist DIE Süßkirsche - mahagonidunkel, prall und weinig süß, der Maßstab für jede dunkle Kirsche; ein großer, anspruchsvoller, herrlich lohnender Baum für Gärten mit trockenen Sommern.
← Alle Obstbäume auf DeutschSeit 1875 in Oregon ist Bing das, was Menschen meinen, wenn sie "Kirsche" sagen: riesige, herzförmige, mahagonischwarze Früchte mit dichtem, knackendem, weinsüßem Fleisch. Sie ist zugleich die Diva des Obstgartens - selbstunfruchtbar, regenrissig, ein Magnet für Vögel und von Natur aus baumgroß -, aber in einem Klima mit trockenem Sommer und einem Befruchter in der Nähe ist eine ausgewachsene Bing Ende Juni das Luxuriöseste, was ein Hausgarten hervorbringt.
Frucht & Geschmack
Sehr groß, vollreif glänzend fast schwarz, mit festem, dichtem Fleisch, hohem Zucker und jener leisen weinigen Tiefe, die nur dunkle Süßkirschen haben. Adel unter den Tafelkirschen und zugleich der Maßstab fürs Einkochen im Ganzen.
Baumgröße & Unterlagen
Auf Vogelkirschen-Sämling wird sie von Natur aus ein 10-Meter-Riese - für Gärten sind moderne schwachwüchsige Unterlagen Pflicht: Gisela 5 hält sie bei etwa 3 m und damit einnetzbar, Colt bei 5 bis 6 m. Auf Gisela kannst du ab dem 3. bis 4. Jahr mit Früchten rechnen.
Befruchtung
Selbstunfruchtbar UND mit mehreren anderen Süßkirschen unverträglich - kombinier sie mit Rainier, Stella, Lapins oder Van (nicht mit einer zweiten Bing). Stella und Lapins sind die unkomplizierten Universalspender.
Klima & Winterhärte
Winterhärtezone 5 bis 8, sie will kalte Winter und - entscheidend - TROCKENE Frühsommer: reifende Bings platzen nach Regen. In Gegenden mit nassem Juni nimm lieber platzfeste Verwandte (Lapins, Sweetheart).
Standort & Boden
Volle Sonne, tiefgründiger, gut durchlässiger Boden (Kirschen sterben an nassen Füßen), pH 6,0 bis 7,0, Luftbewegung gegen die Monilia-Fruchtfäule.
Schnitt & Pflege
Süßkirschen im Spätsommer schneiden, nie im Winter (durch Winterschnitte dringen Bleiglanz und Bakterienbrand ein). Auf schwacher Unterlage einnetzen - oder akzeptieren, dass du die Nachbarschaft fütterst. Gleichmäßige Feuchte, zur Reife hin dann trockener.
Ernte & Lagerung
Ende Juni bis Juli; probier sie - die Farbe kommt vor dem Zucker. Die Frucht reift nach der Ernte nicht nach und hält gekühlt kaum eine Woche: die kürzeste und süßeste Saison im Obstgarten.
Probleme
Platzen bei Regen, Vögel, Monilia, Bakterienbrand, Kirschfruchtfliege - der volle Spießrutenlauf des Steinobsts. Schwache Unterlage plus Netz plus Sommerschnitt plus trockenes Klima ist der größte Teil der Antwort.