Brennnessel
Die Brennnessel gilt meist als Unkraut, ist aber eine der nährstoffreichsten Teepflanzen überhaupt - getrocknet oder aufgebrüht verschwindet das Brennen vollständig.
Überblick
Die Brennnessel gilt meist als Unkraut, ist aber eine der nährstoffreichsten Teepflanzen überhaupt. Einmal getrocknet oder aufgebrüht, verschwindet das Brennen vollständig und hinterlässt einen tiefgrünen, erdigen, mineralstoffreichen Tee, der seit Langem als Frühjahrstonikum geschätzt wird. Sie wächst so bereitwillig, dass die eigentliche Aufgabe nicht das Ziehen ist, sondern das sichere Ernten - und sie kostet nichts.
Bestimmung & Aussehen
Eine aufrechte Staude von 1-2 Metern Höhe, mit vierkantigen Stängeln und gezähnten, spitzen, am Grund herzförmigen grünen Blättern, die paarweise stehen. Stängel wie Blätter sind mit feinen hohlen Haaren bedeckt, die bei Berührung einen reizenden Brennstoff einspritzen. Quasten kleiner grünlicher Blüten hängen im Sommer aus den Blattachseln. Sie breitet sich über kriechende gelbe Wurzeln aus.
Wo sie wächst
Heimisch in Europa, Asien und Nordamerika, gehört die Brennnessel zu den am weitesten verbreiteten Pflanzen der gemäßigten Welt. Sie gedeiht auf nährstoffreichem, gestörtem, stickstoffreichem Boden - an Feldrändern, in Hecken, Gärten und auf Brachen - und bevorzugt etwas Feuchtigkeit und Schutz.
Anbau zu Hause
Die meisten Gärtner haben ohnehin Brennnesseln oder finden sie in der Nähe. Wer einen eigenen Bestand will, pflanzt ein Wurzelteilstück in eine begrenzte Ecke mit nährstoffreichem, feuchtem Boden - und begrenzt sie, denn sie breitet sich wüchsig aus. Bei jeder Handhabung Handschuhe tragen. Sie über die Saison zurückschneiden für einen beständigen Nachschub zarter junger Blätter.
Wachstumsbedingungen
Licht
Sonne bis Halbschatten; Brennnesseln vertragen eine breite Lichtspanne.
Gießen
Den Boden feucht halten; Brennnesseln wachsen auf nährstoffreichem, feuchtem Grund am üppigsten.
Boden & Temperatur
Nährstoffreicher, stickstoffreicher, feuchter Boden. Eine sehr winterharte Staude in den gemäßigten Klimaten.
Ernte & Zubereitung
Immer Handschuhe tragen. Die obersten paar Paare junger, zarter Blätter im Frühjahr und Frühsommer pflücken, bevor die Pflanze blüht - ältere Blätter entwickeln grießige Partikel und werden besser gemieden. Trocknen oder Aufbrühen zerstört das Brennen vollständig. Für Tee eine großzügige Handvoll frischer oder einen Esslöffel getrockneter Blätter 5-10 Minuten in heißem Wasser ziehen lassen.
Gesundheit & Nutzen
Brennnesseltee ist ein überliefertes Frühjahrstonikum, reich an Eisen, Calcium, Magnesium und Vitaminen. Er ist koffeinfrei und erdig, mit einem tiefen grasgrünen Geschmack. Er wird seit Langem zur Unterstützung der allgemeinen Vitalität getrunken und mitunter verwendet, um saisonale Allergiebeschwerden zu lindern.
Häufige Probleme
- Sich verbrennen - immer Handschuhe tragen; das Brennen ist erst nach dem Trocknen oder Aufbrühen weg.
- Grießige ältere Blätter - nur junge obere Blätter vor der Blüte ernten.
- Sich ausbreitende Wurzeln - den Bestand begrenzen, denn Brennnesseln besiedeln schnell.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Kostenlos, reichlich und sehr einfach.
- Außergewöhnlich nährstoffreicher Tee.
- Das Brennen verschwindet, sobald sie aufgebrüht oder getrocknet ist.
Nachteile
- Muss mit Handschuhen gehandhabt werden.
- Breitet sich über Wurzeln aggressiv aus.
- Der erdige Geschmack ist nicht jedermanns Sache.
Am besten geeignet für
- Sammelnde und sparsame Gärtner.
- Alle, die einen nährstoffreichen Frühjahrstonikum-Tee wollen.
- Wilde Ecken und nährstoffreichen, feuchten Grund.
Weniger geeignet für kleine, ordentliche Gärten oder alle, die keine brennende Pflanze anfassen wollen.
Brennnessel - häufige Fragen
Brennt Brennnesseltee im Mund?
Wann soll ich ernten?
Kann ich einfach Brennnesseln aus dem Garten verwenden?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.