Zeder als Bonsai
Echte Zedern (Atlas-, Himalaja- und Libanonzeder) geben majestätische, aber anspruchsvolle Bonsai - kurze Nadelbüschel an großzügig geschichteten Ästen, hervorragende Literati-Formen und eine starke Abneigung gegen Wurzelstörung und Schnitt ins kahle Holz.
← Alle Bonsai auf DeutschDie echten Zedern - Atlas-, Himalaja- und Libanonzeder - tragen mehr natürliche Erhabenheit als fast jeder andere Nadelbaum, mit ihren kurzen Nadelbüscheln entlang langer, geschichteter Äste. Als Bonsai sind sie schön und ein wenig anspruchsvoll: Sie nehmen starke Wurzelarbeit übel, treiben aus altem kahlem Holz nicht nach und schmollen nach grober Behandlung. Wer schon etwas Erfahrung mit Nadelbäumen hat, bekommt mit einer Zeder als Literati oder Windflüchter allerdings einen Baum fürs Leben, von echtem Adel.
Im Überblick
Majestätische echte Nadelbäume mit Nadelbüscheln an Kurztrieben und von Natur aus großzügiger, geschichteter Verzweigung. Dankbar, aber empfindlich: kein Austrieb aus kahlem Holz und Wurzeln, die Störung hassen - ein Freilandbaum für Fortgeschrittene.
Licht & Standort
Ganzjährig volle Sonne im Freien; Zedern lieben Licht und Luftbewegung und wachsen ohne beides licht und schwach.
Gießen
Gießen, wenn das Substrat anzutrocknen beginnt - Zedern mögen es leicht trocken und hassen staunasse Wurzeln. Scharfe Drainage plus zurückhaltendes Gießen ist das Rezept.
Schnitt & Gestaltung
Durch Pinzieren der neuen Triebe und Auslichten formen - schneide einen Ast nie über den grünen Zuwachs hinaus zurück, denn Zedern treiben aus kahlem Holz nicht nach und der Stumpf stirbt ab. Bau die geschichteten Polster nach und nach auf; drastische Umgestaltungen sind etwas für Rohmaterial, nicht für etablierte Bäume.
Drahten
Zedern lassen sich gut drahten und halten elegante, schwingende Linien - das Drahten ist das wichtigste Gestaltungsmittel, weil harter Schnitt ausfällt. Achte auf die Rinde, die Abdrücke annimmt.
Umtopfen & Substrat
Die Gefahrenzone: nur alle 3 bis 5 Jahre umtopfen, im Frühjahr, dabei nur maßvoll Wurzeln entfernen und nie wurzelnackt machen. Gut durchlässiges Nadelbaumsubstrat; so wenig stören wie möglich.
Düngen
In der Wachstumszeit maßvoll düngen; stetige Versorgung hält die Nadelbüschel dicht, ohne den Wuchs grob werden zu lassen.
Winter & Pflege im Jahreslauf
Winterhart (die Himalajazeder etwas weniger) und auf eine kalte Winterruhe im Freien angewiesen; schütze den Topf vor strengem, anhaltendem Frost und kalten Trockenwinden.
Typische Probleme & Schädlinge
Der Rückgang nach zu forschem Umtopfen oder hartem Schnitt ist die klassische Zedern-Geschichte - Zurückhaltung verhindert ihn. Gelegentlich Blattläuse und Schildläuse; Wurzelfäule bei schlechter Drainage. Vergilbende Nadeln heißen meist nasse Füße.