Mutterkraut
Das Mutterkraut ist ein fröhliches, margeritenblütiges Kraut mit langer volkskundlicher Geschichte und kräftig bitterem, würzigem Blatt.
Überblick
Das Mutterkraut (Tanacetum parthenium) ist ein fröhliches, margeritenblütiges Kraut mit langer volkskundlicher Geschichte, und schon sein englischer Name - von "febrifuge", fiebersenkend - erinnert an seinen überlieferten Ruf. Kleine weiße Blüten mit sonnengelber Mitte bedecken eine buschige, aromatische Pflanze, die Lücken im Beet füllt und sich, einmal eingewachsen, munter selbst versät. Ihre fein zerteilten Blätter schmecken und riechen bitter und ausgesprochen scharf, und es ist das Blatt, das die überlieferte Kräuterverwendung des Mutterkrauts trägt - am bekanntesten im Zusammenhang mit Kopfschmerzen und Migräne. Es ist eine unkomplizierte, nachsichtige Pflanze, fröhlich im Bauerngarten und von Bestäubern geliebt, doch seine kräftige Bitterkeit und einige wichtige Vorsichtshinweise bedeuten, dass es bedacht statt beiläufig verwendet wird. Dies ist ein Kraut, das man gut kennen sollte, bevor man es aufbrüht, und eines, das eine leichte Hand belohnt.
Bestimmung & Aussehen
Das Mutterkraut ist eine kurzlebige Staude, oft ein- oder zweijährig gezogen, und bildet eine gerundete, buschige Pflanze von rund 30-60 cm Höhe. Seine Blätter sind gelbgrün, weich und tief in gerundete Lappen zerteilt und geben beim Zerreiben einen kräftigen, leicht bitteren, kampferartigen Duft frei. Vom Sommer an bringt es Massen kleiner margeritenartiger Blüten hervor, jede mit einem Kranz kurzer weißer Zungenblüten um eine flache gelbe Scheibe, in lockeren Büscheln getragen. Der Gesamteindruck ist der eines ordentlichen, beblätterten Busches, überschüttet mit kleinen weißen Margeriten.
Wo es wächst
In Südosteuropa und auf dem Balkan sowie in Teilen Kleinasiens heimisch, hat sich das Mutterkraut über Europa, Amerika und darüber hinaus ausgebreitet und eingebürgert. Man findet es oft auf Brachen, an Mauern, Straßenrändern und in alten Gärten, wo es sonnige, gut durchlässige Standorte bevorzugt. Es ist anspruchslos und kommt mit trockenen, mageren Böden gut zurecht, was mit ein Grund ist, warum es sich so bereitwillig ansiedelt und Jahr für Jahr aus selbst gefallenem Samen wiederkehrt.
Anbau zu Hause
Das Mutterkraut gehört zu den einfachsten Kräutern und ist eine gute Einstiegspflanze für Anfänger. Die winzigen Samen im Frühjahr an der Oberfläche aussäen - sie brauchen Licht zum Keimen, also nicht bedecken - oder schlicht eine vorhandene Pflanze aussamen lassen, was sie begeistert tut. Sämlinge lassen sich jung gut verpflanzen, sodass man Selbstaussaaten dorthin setzen kann, wo man sie haben will. Es gedeiht an einem sonnigen, gut durchlässigen Platz und verlangt sehr wenig an Dünger oder Wasser. Aus einer frühen Aussaat blüht es meist schon im ersten Jahr und kommt danach bereitwillig wieder, entweder als kurzlebiger Staudenhorst oder aus selbst gefallenen Sämlingen. Weil es so frei aussamt, kann es überall im Garten auftauchen; regelmäßiges Ausputzen hält es zuverlässig in Schach, und eine goldlaubige Form wird oft als Zierpflanze gezogen. Ihm gute Drainage und volle Sonne geben, es nach dem Hauptflor zurücknehmen, damit es ordentlich bleibt, und es kommt im Wesentlichen allein zurecht.
Wachstumsbedingungen
Licht
Volle Sonne bringt die beste Blüte und den kompaktesten, gesündesten Wuchs; leichten Schatten verträgt es.
Gießen
Eingewachsen trockenheitsverträglich; junge Pflanzen bis zum Anwachsen gießen, danach nur in längeren Trockenphasen. Es steht weit lieber trocken als nass, was rasch zu Fäulnis führt.
Boden & Temperatur
Bevorzugt gut durchlässigen, auch mageren Boden; mag keinen schweren, nassen Untergrund. In kalten Wintern winterhart, auch wenn die einzelnen Pflanzen kurzlebig sind und sich durch Selbstaussaat erneuern.
Ernte & Zubereitung
Blätter und Blüten über die Wachstumszeit pflücken, idealerweise um die Blüte, wenn die Pflanze am aromatischsten ist und ihre überlieferten Inhaltsstoffe als am stärksten gelten. An einem trockenen Tag sammeln und das Gut an einem warmen, luftigen Ort ohne direkte Sonne trocknen, dann in einem verschlossenen Glas lagern. Mutterkrautblatt ist intensiv bitter und scharf, sodass wenig weit reicht - weit weniger, als man von einem milden Kraut nehmen würde. Zum Aufbrühen nur eine kleine Menge getrockneter Blätter und Blüten wenige Minuten in heißem Wasser ziehen lassen und dann gut abseihen; fast immer wird es mit milderen, süßeren Kräutern wie Minze oder etwas Honig kombiniert, um den scharfen, durchdringenden Geschmack abzumildern. Das Kauen frischer Blätter ist eine bekannte überlieferte Praxis, doch das rohe Blatt kann bei manchen Menschen Reizungen oder Bläschen im Mund verursachen, sodass das gut verdünnte Aufbrühen als Tee die sanftere und für den Mund angenehmere Möglichkeit ist.
Gesundheit & Nutzen
Das Mutterkraut hat einen langen überlieferten Ruf, besonders zur Vorbeugung von Kopfschmerzen und Migräne, wofür es seit Jahrhunderten eines der bekanntesten Volksmittel ist, und es wurde geschichtlich auch bei fieberhaften und entzündlichen Beschwerden verwendet - genau daher stammt sein alter Name. Dies sind überlieferte und volkskundliche Verwendungen und keine belegten medizinischen Behandlungen, und Mutterkrauttee ist kein Ersatz für ärztliche Versorgung; wer häufig oder stark unter Kopfschmerzen leidet, wendet sich an eine Fachperson, statt sich auf ein Kraut zu verlassen. Mehrere wichtige Vorsichtshinweise gelten: In Schwangerschaft und Stillzeit ist es zu meiden, und wer auf Korbblütler (etwa Beifußambrosie oder Kamille) allergisch reagiert, kann auch darauf reagieren. Frische Blätter können bei manchen Menschen Reizungen oder Bläschen im Mund verursachen. Wer Medikamente nimmt oder eine Erkrankung behandelt, sollte vor regelmäßiger Anwendung fachlichen Rat einholen.
Häufige Probleme
- Zu bitterer Tee - nur eine kleine Menge nehmen und mit süßeren Kräutern mischen.
- Versät sich überall - vor dem Aussamen ausputzen, wenn man die Ausbreitung steuern will.
- Kahlbeiniger, lichter Wuchs - meist zu viel Schatten; für eine kompakte, blühfreudige Pflanze in die volle Sonne setzen.
- Mundreizung durch frische Blätter - eine bekannte Folge des Kauens von rohem Mutterkraut; das Aufbrühen als Tee ist sanfter.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Sehr leicht zu ziehen und versät sich verlässlich.
- Lange Saison hübscher weißer Margeritenblüten.
- Aromatisch, verträglich gegenüber magerem, trockenem Boden.
- Kompakt und nützlich zum Füllen von Beetlücken.
Nachteile
- Kräftig bitter - allein kein angenehmer Tee.
- In Schwangerschaft und Stillzeit zu meiden.
- Kann bei Korbblütler-Allergie Reaktionen auslösen.
- Frische Blätter können den Mund reizen; versät sich stark.
Am besten geeignet für
- Entspannte Gärtnerinnen und Gärtner, die ein mühearmes, sich selbst erneuerndes Kraut mögen.
- Sonnige, gut durchlässige Beete und Bauerngartenstile.
- Kräuterfreunde, die sich für die überlieferten Verwendungen des Mutterkrauts interessieren und es umsichtig einsetzen.
Weniger geeignet für Schwangere oder Stillende, Menschen mit Korbblütler-Allergie oder alle, die einen milden, süßen Tee wollen.
Mutterkraut - häufige Fragen
Warum ist Mutterkrauttee so bitter?
Ist Mutterkraut für alle unbedenklich?
Kommt Mutterkraut jedes Jahr wieder?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.