Steinpilz
Der Steinpilz ist einer der großen Wildpilze der Welt - kräftig und ansehnlich, mit brauner Semmelkappe, dickem hellem Stiel und tiefem, nussigem Geschmack.
Überblick
Der Steinpilz (Boletus edulis), in Italien Porcini, ist einer der großen Wildpilze der Welt - ein kräftiger, ansehnlicher Pilz mit brauner semmelartiger Kappe und geschwollenem hellem Stiel, der einen tiefen, nussigen, zutiefst herzhaften Geschmack trägt. Er ist der Pilz der italienischen und osteuropäischen Küche und wird tonnenweise für den Winter getrocknet. Wie andere Mykorrhizapilze lässt er sich nicht anbauen und wird in den Wäldern gesammelt.
Bestimmung & Aussehen
Ein robuster Pilz mit glatter, gerundeter brauner Kappe von 8-25 cm Breite, bei Feuchtigkeit oft glänzend. Der dicke, bauchige Stiel ist hell cremefarben mit einem feinen erhabenen Netz nahe der Spitze. Unter der Kappe liegt eine Schicht winziger Poren - jung weiß, später gelb und schließlich grünlich - und keine Lamellen. Das Fleisch bleibt weiß und läuft nicht blau an.
Wo er wächst
Der Steinpilz wächst im Sommer und Herbst in Mykorrhiza-Partnerschaft mit den Wurzeln von Kiefer, Fichte, Birke, Eiche und Buche auf der gemäßigten Nordhalbkugel. Er fruchtet Jahr für Jahr an denselben Waldstellen.
Sammeln & Anbau
Der Steinpilz lässt sich nicht kultivieren - seine Bindung an Baumwurzeln widersteht allen Anbauversuchen, er wird also wild geerntet. Er wird in der Saison frisch gesammelt und in großen Mengen getrocknet. Getrocknete Steinpilze aus vertrauenswürdiger Quelle sind der praktische Weg, ihn ganzjährig zu genießen, wenn man nicht selbst sammelt.
Wachstumsbedingungen
Licht
Lichter Waldschatten; der Steinpilz fruchtet auf schattigen Waldböden zwischen seinen Wirtsbäumen.
Gießen
Er braucht einen feuchten Wald - Steinpilzschübe erscheinen ein bis zwei Wochen nach Regen in der warmen Jahreszeit.
Temperatur & Substrat
Eine Waldart vom Sommer bis in den Herbst. Er wächst nur mit lebenden Baumwurzeln und lässt sich auf keinem künstlichen Substrat ziehen.
In der Küche
Der Steinpilz ist intensiv herzhaft und nussig. Frische junge Kappen sind in Scheiben gebraten großartig; getrocknete, wieder eingeweichte Steinpilze geben Risotto, Pasta, Suppen und Saucen außergewöhnliche Tiefe, und das Einweichwasser ist flüssiges Gold. Er ist einer der wenigen Pilze, deren getrocknete Form der frischen wohl überlegen ist. Gut durchgaren.
⚠️ Sicherheitshinweis
Die meisten Röhrlinge sind unbedenklich, doch einige sind giftig oder intensiv bitter. Röhrlinge mit roten oder orangen Poren meiden, ebenso solche, deren Fleisch beim Anschneiden tiefblau anläuft - der echte Steinpilz hat weiße bis gelbe Poren und weißes, nicht blauendes Fleisch. Niemals einen wilden Röhrling ohne fachkundige Bestätigung essen.
Gesundheit & Nährwert
Der Steinpilz ist eine gute Quelle für Eiweiß, Ballaststoffe, B-Vitamine, Selen und Antioxidantien und ungewöhnlich reich an Glutamat, der Quelle seines intensiven Umami. Kalorienarm, geschmacksstark.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Tiefer, nussiger Umami-Geschmack.
- Trocknet hervorragend - oft besser getrocknet als frisch.
- Ein Gourmetpilz von Weltrang.
Nachteile
- Nicht kultivierbar - nur Wildsammlung.
- Einige giftige oder bittere Röhrlinge als Verwechslungsarten.
- Die Wildvorkommen schwanken von Jahr zu Jahr.
Am besten geeignet für
- Sammler mit Zugang zu Kiefern-, Eichen- oder Birkenwald.
- Köche, die den tiefsten verfügbaren Pilzgeschmack wollen.
Weniger geeignet für Hobbyzüchter - der Steinpilz lässt sich nicht anbauen.
Steinpilz - häufige Fragen
Lässt sich der Steinpilz ziehen?
Frisch oder getrocknet - was ist besser?
Wie vermeide ich einen schlechten Röhrling?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.