Japanische Aprikose (Ume) als Bonsai
Die Japanische Aprikose (Ume) blüht mitten im Winter - duftende rosa oder weiße Blüten an knorrigen kahlen Ästen - der poetischste aller blühenden Bonsai, direkt nach der Blüte hart zurückgeschnitten.
← Alle Bonsai auf DeutschDie Ume, die Japanische Aprikose, ist der poetischste Baum im Bonsai: Sie blüht im Spätwinter und öffnet duftende rosa, weiße oder rote Blüten an völlig kahlen, schwarzen, knorrigen Ästen, oft während noch Schnee auf der Schale liegt. In Japan steht sie für Ausdauer - Schönheit in der Widrigkeit. Im Sommer wächst sie schnell und sparrig und wird direkt nach der Blüte hart zurückgenommen; ihre gedrehten, alt wirkenden Stämme sind der Lohn vieler Jahre. Hinweis: Wie bei allen Prunus sind Laub und Kerne beim Verzehr giftig.
Im Überblick
Eine laubabwerfende Prunus-Art, die man für ihre duftende Winterblüte an kahlem, knorrigem Holz zieht - das klassische Sinnbild für Ausdauer. Im Sommer wüchsig und sparrig, gestaltet durch harten Schnitt nach der Blüte.
Licht & Standort
Volle Sonne im Freien; die Sonne lässt das blühfähige Holz ausreifen. Schütze die Winterblüte vor hartem Wind, damit sie länger hält.
Gießen
Durchdringend gießen, sobald die Oberfläche anzutrocknen beginnt; in der Wachstumszeit gleichmäßige Feuchte, in der Ruhe weniger - aber nie knochentrocken, sonst werfen die Blütenknospen ab.
Schnitt & Gestaltung
Der Ume-Rhythmus: die Winterblüte genießen, dann sofort hart zurückschneiden - oft auf ein bis zwei Knospen je Ast -, denn die Blüten des nächsten Winters entstehen an den neuen Trieben, die darauf folgen. Den Sommerzuwachs laufen lassen und dann bändigen; der knorrige Charakter kommt aus Jahren dieses harten Zyklus.
Drahten
Junge Triebe lassen sich gut drahten; altes Holz ist spröde und vernarbt - das gealterte Aussehen wird gezogen, nicht hineingebogen. Für schwerere Äste eignen sich Abspannungen.
Umtopfen & Substrat
Alle 2 Jahre direkt nach der Blüte in gut durchlässiges Bonsai-Substrat umtopfen. Sie wurzelt kräftig und erholt sich zu diesem Zeitpunkt gut.
Düngen
Über Frühling und Frühsommer gut düngen, dann im Spätsommer Kalium bevorzugen, um blühfähiges Holz anzulegen. In der Ruhezeit aufhören.
Winter & Pflege im Jahreslauf
Winterhart und auf Winterruhe angewiesen - die Blüten selbst öffnen sich in der Kälte und stecken leichten Frost weg. Schütze den Topf bei den härtesten Frösten; hol sie nicht in die Wärme, das ruiniert die Blüte.
Typische Probleme & Schädlinge
Blattläuse am weichen Zuwachs; Prunus-Krankheiten (Monilia-Spitzendürre, Bleiglanz) - bei trockenem Wetter schneiden. Schwache Blüte heißt meist zu zaghafter Schnitt oder zu wenig Sonne. Hinweis: Alle Teile außer dem Fruchtfleisch sind beim Verzehr giftig - halte Schnittgut von Haustieren und Kindern fern.