Waldrebe 'Ville de Lyon'
'Ville de Lyon' ist eine klassische großblumige Kletter-Waldrebe, geschätzt für ihre kräftig karminroten Blüten, die ihre Farbe besser halten als viele ältere rote Sorten.
Überblick
'Ville de Lyon' ist eine klassische großblumige Kletter-Waldrebe, geschätzt für ihre kräftig karminroten Blüten, die ihre Farbe besser halten als viele ältere rote Sorten (Clematis 'Ville de Lyon'). Was sie auszeichnet, ist die Verbindung leuchtend rosenkarminroter Sepalen mit etwas dunkleren Rändern und einem Kranz cremegelber Staubblätter, alles an einer wüchsigen, unkomplizierten Ranke. Sie gehört zu den nachsichtigeren und verlässlich blühfreudigen roten Clematis, weshalb sie seit weit über einem Jahrhundert beliebt geblieben ist.
Herkunft & Hintergrund
Die Gattung Clematis ist über die gemäßigte Nordhalbkugel verbreitet, mit Wildarten in Europa, Asien und Nordamerika, die typischerweise durch Hecken und an Waldrändern klettern. 'Ville de Lyon' selbst ist eine Gartenhybride, gezogen vom französischen Züchter Francisque Morel und um 1899 eingeführt, Teil der großen Welle großblumiger französischer Clematis jener Zeit. Dank ihrer Wuchskraft und verlässlichen Farbe ist sie seitdem ein fester Bestandteil der Gärten geblieben.
Aussehen
Die Blüten sind sattes Karmin- bis Rosenrot, mit Sepalen, die sich an den Rändern zu einem etwas dunkleren Karminband vertiefen und zur Mitte hin oft eine Spur heller werden, abgesetzt von auffälligen cremegelben Staubbeuteln. Jede runde Blüte ist breit und flach, meist mit sechs sich überlappenden Sepalen, und misst etwa 10 bis 15 cm im Durchmesser. Sie blüht reich vom Früh- bis Hochsommer und macht in Schüben bis in den Frühherbst weiter. Ausgewachsene Pflanzen klettern rund 2,4 bis 3,6 m hoch bei einer Breite von etwa 1 m. Eine bekannte saisonale Eigenheit ist, dass die unteren Triebe im Lauf der Saison ihre Blätter abwerfen und kahl werden, sodass sich die Blüten weiter oben konzentrieren.
Warum man sie pflanzt - Eigenschaften & Vorteile
- Leuchtendes, gesättigtes Rot, das aus der Ferne wirkt und in der Sonne hält
- Lange Blüte vom Sommer bis in den Herbst am diesjährigen Holz
- Wüchsig und verlässlich, im Allgemeinen widerstandsfähiger gegen die Clematiswelke als manche großblumigen Sorten
- Einfaches Schnittregime, ideal für alle, die unkomplizierte Struktur und Farbe wollen
Pflege
Licht: Volle Sonne bis Halbschatten, idealerweise mit mindestens sechs Stunden Licht auf dem oberen Teil, während die Wurzeln kühl und beschattet bleiben. Wasser: Gleichmäßig feucht halten, besonders in den ersten Jahren und bei Trockenheit; die Wurzeln nie austrocknen lassen, aber Staunässe vermeiden. Boden: Fruchtbarer, humusreicher, gut durchlässiger Boden, neutral bis leicht alkalisch. Winterhärte: USDA-Zonen 4 bis 9. Blüte oder Saison: Vom Frühsommer bis in den Frühherbst, in wiederholten Schüben über eine lange Zeit. Extra: Dies ist eine Clematis der Schnittgruppe 3, daher im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr alle Triebe kräftig auf ein Paar starker Knospen etwa 20 bis 30 cm über dem Boden zurückschneiden; das wirkt zugleich ihrer Neigung entgegen, an der Basis kahl zu werden. Hinweis zur Sicherheit von Haustieren: Diese Pflanze ist giftig für Katzen und Hunde, denn der Saft enthält Protoanemonin, das beim Kauen Speicheln, Maulreizungen, Erbrechen und Durchfall verursachen kann.
Pflanzung & Vermehrung
Im Frühjahr oder Herbst pflanzen, den Wurzelhals einige Zentimeter unter Bodenniveau setzen, um kräftige Triebe zu fördern, und den Wurzelbereich mit einer niedrigen Bepflanzung, einem Stein oder Mulch beschatten. Ein Spalier, einen Obelisken oder einen Wirtsstrauch geben, um den sich die Blattstiele winden können. Da benannte Sorten aus Samen nicht sortenecht fallen, durch halbreife Stecklinge im Sommer oder durch einfaches Absenken vermehren, indem man einen tief liegenden Trieb bis zur Bewurzelung am Boden fixiert und ihn in der folgenden Saison abtrennt.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Clematiswelke, gegen die diese Sorte vergleichsweise widerstandsfähig ist; befallene Triebe entfernen und vernichten, falls sie auftritt
- Blattläuse und Ohrwürmer an weichem Neuaustrieb sowie Schnecken an jungen Trieben in Bodennähe
- Echter Mehltau bei feuchter, windstiller Witterung, besonders an dicht stehenden Pflanzen spät in der Saison
Giftigkeit & Sicherheit
Alle Clematis, auch 'Ville de Lyon', sind giftig für Katzen und Hunde. Der Saft enthält Protoanemonin, eine reizende Verbindung, und das Kauen an Blättern, Trieben oder Blüten kann Speicheln, Reizungen in Maul und Magen-Darm-Trakt, Erbrechen und Durchfall verursachen. In der Praxis verlaufen die Fälle meist mild, weil der bittere, scharfe Geschmack die Tiere davon abhält, viel zu fressen. Für Menschen mit empfindlicher Haut sind Handschuhe beim Schnitt sinnvoll.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Lang blühendes, leuchtendes Rot an einer unkomplizierten, wüchsigen Pflanze
- Einfache Pflege mit starkem Rückschnitt und insgesamt gute Krankheitsresistenz
Nachteile
- Neigt dazu, die unteren Blätter zu verlieren und weiter oben zu blühen, sodass die Basis kahl wirkt
- Giftig für Katzen und Hunde, wenn daran gekaut wird
Am besten geeignet für
- Gärtner, die eine kräftige, verlässliche rote Kletterpflanze für Spaliere, Bögen, Obelisken oder zum Klettern durch Sträucher wollen
- Einsteiger, die den unkomplizierten jährlichen Rückschnitt der Clematis-Schnittgruppe 3 bevorzugen
Waldrebe 'Ville de Lyon' - häufige Fragen
Wie und wann schneide ich die Waldrebe 'Ville de Lyon'?
Warum sieht der untere Teil meiner Pflanze kahl aus?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.