Duftwicke (Lathyrus odoratus)
Die Duftwicke ist die duftendste einjährige Kletterpflanze des Bauerngartens - eine schlanke, schnellwüchsige Pflanze mit Büscheln gerüschter, schmetterlingsartiger Blüten in sanften Pastelltönen und satten Edelsteinfarben.
Überblick
Die Duftwicke ist die duftendste einjährige Kletterpflanze des Bauerngartens - eine schlanke, schnellwüchsige Pflanze, die sich mit sich einrollenden Ranken an Stützen emporzieht und mit Büscheln gerüschter, schmetterlingsartiger Blüten in sanften Pastelltönen und satten Edelsteinfarben belohnt. Was sie auszeichnet, ist der Duft: In Bestform hat eine Duftwicke ein intensives, honigsüßes, fast an Orangenblüten erinnerndes Parfüm, das aus einer einzigen kleinen Vase einen ganzen Raum erfüllt. Vor allem zum Schneiden gezogen, ist sie die englische Schnittblume schlechthin, geschätzt für Sträußchen, Hochzeiten und die schlichte Freude an einem Glas voller Blüten auf dem Küchentisch. Duftwicken sind nicht schwierig, haben aber klare Vorlieben - sie lieben kühles Wetter und volle Sonne, sie wollen klettern, und sie blühen nur weiter, wenn man ständig pflückt. Bekommen sie das, sind nur wenige Einjährige großzügiger.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Die Duftwicke, Lathyrus odoratus, gehört zu den Hülsenfrüchtlern und stammt aus dem zentralen Mittelmeerraum, besonders aus Sizilien und Süditalien. Die Wildart ist eine rankende Einjährige warmer, aber nicht glühend heißer Klimaten, die auf offenem, sonnigem Gelände mit kühlen Frühjahren durch andere Vegetation klettert. Diese Herkunft erklärt ihren Charakter im Garten perfekt: Sie genießt volle Sonne, wächst und blüht in der Kühle des Frühjahrs und Frühsommers und verträgt echte Hitze schlecht, sodass sie im Hochsommer nachlässt und aufhört. Die moderne Gartenduftwicke mit ihren größeren, stärker gerüschten, vielfältigeren Blüten wurde aus dieser wilden sizilianischen Pflanze durch intensive Züchtung in viktorianischer und edwardianischer Zeit entwickelt, wobei manche alten Sorten den stärksten Duft des Originals bewahren.
Aussehen
Duftwicken sind einjährige Kletterpflanzen, die 1,5 bis 2 m oder mehr erreichen und mithilfe verzweigter Ranken an den Blattspitzen emporklimmen, die sich um jede dünne Stütze winden, die sie berühren. Die Stiele sind leicht geflügelt, und das Laub ist weich grün und erbsenähnlich. Die Blüten, in kleinen Büscheln an langen, aufrechten Stielen getragen, haben die klassische Schmetterlingsblütenform - eine große, aufrechte "Fahne" hinter kleineren "Flügeln" und dem "Schiffchen" -, sind bei Gartenformen aber größer und an den Rändern oft wunderschön gewellt und gerüscht. Die Farben umfassen die ganze Pastellpalette aus Weiß, Creme, Rosa, Lavendel, Malve und Hellblau sowie tieferes Karmesin, Purpur und fast Marineblau, oft mit zarter Tönung, Picotee-Rändern oder zweifarbigen Mustern. Nach der Blüte bildet die Pflanze flache, behaarte grüne Hülsen wie kleine Erbsenschoten, die braun ausreifen und aufplatzen.
Warum man sie pflanzt - Eigenschaften & Vorteile
- Intensiver Duft: in Bestform eine der am stärksten und süßesten duftenden Gartenblumen überhaupt.
- Hervorragende Schnittblume: die klassische Einjährige für Sträußchen, Bouquets und den Duft im Haus.
- Schöne Farben: eine große Auswahl an sanften Pastell- und satten Tönen, oft gerüscht oder mit Picotee-Rand.
- Lange Pflücksaison: bildet wochenlang Blüten, wenn regelmäßig geschnitten wird.
- Vertikaler Charme: kleidet Obelisken, Spaliere, Zäune und Rankpyramiden in einen weichen, romantischen Blütenvorhang.
- Einfach aus Samen: jedes Jahr günstig und reichlich aus einer Samentüte gezogen.
Pflege
Licht & Standort
Duftwicken brauchen volle Sonne für das kräftigste Wachstum, die meisten Blüten und den besten Duft - mindestens sechs Stunden direkte Sonne am Tag. Im lichten Schatten wachsen sie, blühen aber weit weniger freudig. Die eine Feinheit ist die Hitze: In sehr heißen Klimaten oder während einer Hitzeperiode kann ein Platz mit etwas Schatten in der heißesten Zeit des Nachmittags die Blüte verlängern, denn was Duftwicken wirklich nicht mögen, ist große Hitze, nicht starkes Licht. Ein offener, sonniger, luftiger Platz - kühl an den Wurzeln, hell darüber - passt am besten.
Boden
Sie gedeihen am besten in reichem, tiefgründigem, fruchtbarem, feuchtigkeitshaltendem, aber gut durchlässigem Boden. Als hungrige, schnellwüchsige Einjährige, die in kurzer Zeit viel Masse bilden, schätzen sie Großzügigkeit - traditionell arbeiten Gärtner vor dem Pflanzen reichlich gut verrotteten Mist oder Kompost ein, oft in einen tiefen Graben oder ein großes Pflanzloch. Gute Wasserhaltefähigkeit ist wichtig, weil Duftwicken Austrocknen hassen, doch der Boden muss trotzdem frei ablaufen. Ein neutraler bis schwach alkalischer Boden ist ideal; sehr sauren Boden mögen sie nicht.
Gießen
Duftwicken sind durstige Pflanzen und dürfen nie austrocknen, besonders wenn sie kräftig wachsen und blühen. Trockene Wurzeln führen schnell zu Knospenfall und stockender Blüte, und Stress beendet die Saison vorzeitig. Durchdringend und regelmäßig an der Basis gießen und den Boden während der gesamten Wachstums- und Blütezeit gleichmäßig feucht halten. In heißen, trockenen Perioden brauchen sie eventuell täglich Wasser, besonders in Töpfen, die schnell austrocknen. Eine Mulchschicht hilft, die Feuchtigkeit zu halten.
Düngen
Als hungrige Einjährige, die in einer einzigen Saison um die Wette wachsen und blühen, reagieren Duftwicken gut auf Düngung. Mit beim Pflanzen vorbereitetem reichem Boden starten sie kräftig; sobald sie zu blühen beginnen, fördert ein regelmäßiger kaliumbetonter Flüssigdünger (etwa Tomatendünger) alle ein bis zwei Wochen mehr und schönere Blüten. Starke Düngung mit stickstoffreichem Dünger vermeiden, die Blattwuchs auf Kosten der Blüten treibt. Gleichmäßige Feuchtigkeit plus Blühdünger hält sie produktiv.
Schnitt
Duftwicken werden nicht im üblichen Sinne geschnitten, doch zwei laufende Aufgaben halten sie in Form. Erstens die Triebspitze jedes jungen Sämlings auskneifen, wenn er einige Blattpaare hat, was buschigere, ertragreichere Seitentriebe statt eines einzelnen schwachen Stiels fördert. Zweitens, und am wichtigsten, ständig die Blüten pflücken - Duftwicken blühen, um Samen zu bilden, und sobald Hülsen entstehen dürfen, lässt die Pflanze nach und hört dann auf zu blühen. Jede Blüte zu schneiden (und übersehene Samenhülsen zu entfernen) ist das Allerwichtigste, damit eine Duftwicke Wochen statt Tage blüht. Die kletternden Triebe beim Wachsen anbinden und an ihre Stütze leiten.
Winterhärte & Winterschutz
Duftwicken sind winterharte Einjährige, keine Stauden - sie durchlaufen ihr ganzes Leben in einem Jahr und sterben nach der Samenbildung ab. Junge Pflanzen sind recht kältefest und vertragen leichten Frost, weshalb die Aussaat im Herbst oder Spätwinter in milderen Gebieten eine verbreitete Methode ist, um frühere, kräftigere Pflanzen zu bekommen. Ausgewachsene Pflanzen werden nicht überwintert; es geht vielmehr darum, sie früh zu starten, sie durch die Kühle des späten Frühjahrs und Frühsommers blühen zu lassen und zu akzeptieren, dass die Hitze ihr Ende bringt. In Regionen mit kalten Wintern sät man im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr unter Glas und pflanzt nach den stärksten Frösten aus.
Pflanzung & Vermehrung
Duftwicken werden aus Samen gezogen, und hier zahlt sich ein wenig Technik aus. Die Samen haben eine harte Schale, daher verbessert sich die Keimung, wenn man sie über Nacht in Wasser einweicht oder die harte Schale vorsichtig mit einem Messer oder Sandpapier anritzt oder anschleift, damit Wasser eindringen kann - besonders hilfreich bei den dunkelsamigen Sorten. In tiefe Töpfe oder Wurzeltrainer säen (Duftwicken bilden lange Wurzeln und vertragen Störungen schlecht), meist im Herbst oder Spätwinter unter Glas oder im zeitigen Frühjahr. Die Spitzen der Sämlinge für buschigen Wuchs auskneifen, abhärten und nach den stärksten Frösten mit Abstand in reichen, vorbereiteten Boden am Fuß ihrer Stütze auspflanzen und die jungen Ranken an das Gerüst leiten. Sobald sich der Boden erwärmt, kann man sie auch direkt an Ort und Stelle säen. Da sie einjährig sind, wird jedes Jahr frisch ausgesät.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Klettert nicht / schlechte Stütze: Duftwicken klettern nur mit Ranken und brauchen dünne Stützen (Netze, Schnur, Reisig, Gitter) zum Festhalten; glatte, dicke Stangen überfordern sie, daher brauchen sie Hilfe und Anbinden.
- Knospenfall und stockende Blüte: verursacht durch Trockenheit, Hitzestress oder das Ausreifenlassen von Hülsen - gut gießen, kühl halten und ständig pflücken.
- Hitzestopp: Sobald heißes Sommerwetter kommt, lassen Duftwicken nach, vergilben und hören auf; das ist natürlich und markiert das Ende ihrer Saison.
- Nacktschnecken und Schnecken: lieben junge Sämlinge und frische Triebe, besonders früh in der Saison.
- Blattläuse: sammeln sich an Spitzen und Knospen, schwächen den Wuchs und können Viren übertragen; abspritzen oder abwischen.
- Echter Mehltau: weißer Belag auf den Blättern später in der Saison, verstärkt durch trockene Wurzeln und schlechte Luftzirkulation.
- Mäuse: graben manchmal frisch gesäte Samen aus und fressen sie.
Gut gegossene, an den Wurzeln kühle, gestützte und ständig gepflückte Pflanzen verhindern die meisten Enttäuschungen.
Giftigkeit & Sicherheit
Samen und Hülsen der Duftwicke sind beim Verzehr giftig - das ist eine Zierblume, NICHT die essbare Gartenerbse. Trotz der erbsenähnlichen Hülsen werden Duftwicken (Lathyrus odoratus) rein wegen ihrer Blüten und ihres Dufts gezogen und dürfen niemals gegessen werden. Samen und Hülsen enthalten Stoffe, die beim Verzehr schädlich sind, und der Verzehr größerer Samenmengen wird mit einer Erkrankung in Verbindung gebracht, die das Nervensystem und das Bindegewebe betrifft. Die Pflanze wird zudem als giftig für Katzen, Hunde und Nutztiere geführt, wobei die Samen der gefährlichste Teil sind. Weil die Hülsen verlockend wie essbare Erbsen aussehen, ist das in Familiengärten wirklich wichtig: Kindern beibringen, dass Duftwickenhülsen nicht zum Essen sind, und Haustiere vom Kauen an den Pflanzen abhalten. Duftwicken für die Vase und den Duft ziehen - und sie nie mit der Gemüseerbse (Pisum sativum) verwechseln, die eine andere Pflanze ist.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Herausragender, intensiver Duft, für viele Gärtner der beste aller Schnittblumen.
- Schöne gerüschte Blüten in einer riesigen Auswahl an Pastell- und satten Tönen.
- Lange, großzügige Pflücksaison bei regelmäßigem Schnitt.
- Günstig und einfach jedes Jahr aus einer Samentüte zu ziehen.
- Charmante vertikale Begrünung für Obelisken, Spaliere und Zäune.
Nachteile
- Giftige Samen und Hülsen - nicht essbar, echte Vorsicht bei Kindern und Haustieren.
- Kurze Saison - sie hassen Hitze und hören auf, sobald der Sommer heiß wird.
- Durstig und hungrig - dürfen nie austrocknen und brauchen Dünger.
- Brauchen eine Stütze und Anbinden, um richtig zu klettern.
- Müssen ständig gepflückt werden, sonst hören sie schnell auf zu blühen.
Am besten geeignet für
- Schnittblumengärten und alle, die duftende Blumen fürs Haus wollen.
- Bauerngärten und romantische, altmodische Pflanzkonzepte.
- Das Begrünen von Obelisken, Rankpyramiden, Spalieren und Zäunen mit saisonaler Farbe und Duft.
- Kühle Frühjahrs- und Frühsommerpflanzungen in gemäßigten Klimaten.
- Gärtner, die gern jedes Jahr frisch säen und regelmäßig Blumen pflücken.
Weniger geeignet für Gärten mit heißen Sommern, die sich eine Blüte über die ganze Saison erhoffen, pflegeleichte Pflanzungen nach dem Motto "pflanzen und vergessen", sehr trockene Standorte oder Haushalte, die giftige Hülsen nicht von Kindern und Haustieren fernhalten wollen.
Duftwicke (Lathyrus odoratus) - häufige Fragen
Warum haben meine Duftwicken aufgehört zu blühen?
Muss ich Duftwickensamen vor der Aussaat einweichen?
Sind Duftwicken essbar wie Gartenerbsen?
Wie bringe ich Duftwicken dazu, an ihrer Stütze hochzuklettern?
Wann sollte man Duftwicken säen?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.