Jasmin (Jasminum)
Jasmin ist vor allem Duft - der Name selbst steht für süßes Parfüm. Die kletternden Jasmine hüllen Bögen, Mauern und Pergolen in einen Schaum kleiner Sternblüten.
Überblick
Jasmin ist vor allem anderen Duft - der Name selbst ist zum Inbegriff süßen Parfüms geworden. Die kletternden Jasmine hüllen Bögen, Mauern, Spaliere und Pergolen in einen Schaum kleiner, sternförmiger Blüten, meist weiß oder gelb, die einen intensiven, romantischen Duft verströmen, besonders am Abend. Es gibt zwei recht unterschiedliche Gartenpflanzen, die gemeinhin Jasmin genannt werden, und die Unterscheidung ist wichtig: den Sommerjasmin (Echter Jasmin) (Jasminum officinale), gepflanzt wegen seiner kräftig duftenden Sommerblüten, und den Winterjasmin (Jasminum nudiflorum), eine duftlose, aber unschätzbare Pflanze, die mitten im Winter leuchtend gelb an kahlen Trieben blüht. Beide sind einfach und dankbar; dieses Porträt behandelt beide, mit dem berühmt duftenden Sommerjasmin im Mittelpunkt.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Jasminum ist eine große Gattung, heimisch in warm-gemäßigten und tropischen Regionen Eurasiens, Afrikas und Ozeaniens. Der Echte Jasmin stammt aus dem Kaukasus und reicht bis zum Himalaya und nach China; der Winterjasmin kommt aus China. In der Natur klettern die Jasmine über Felsen, Sträucher und Hänge an sonnigen, warmen, gut durchlässigen Standorten. Diese Herkunft aus warmem Klima erklärt die Liebe des Sommerjasmins zu einem warmen, geschützten, sonnigen Platz und seine begrenzte Winterhärte in kalten Regionen. (Hinweis: Der nicht verwandte, intensiv duftende Trachelospermum, "Sternjasmin", und frostempfindliche Zimmerjasmine werden manchmal ebenfalls Jasmin genannt.)
Aussehen
- Sommerjasmin / Echter Jasmin (Jasminum officinale): eine wüchsige, windende, laubabwerfende (in milden Klimaten halbimmergrüne) Kletterpflanze, die 4-8 m erreicht, mit gefiederten Blättern aus kleinen Fiederblättchen und Büscheln kleiner, weißer (manchmal rosa knospender), sternförmiger, meist fünfzipfliger Blüten den Sommer über - intensiv duftend.
- Winterjasmin (Jasminum nudiflorum): ein lockerer, überhängender, spreizklimmender laubabwerfender Strauch (keine echte windende Kletterpflanze, sondern an Mauern gezogen), mit leuchtend gelben Sternblüten an kahlen grünen Trieben im Winter und sehr zeitigen Frühjahr - fröhlich, aber ohne Duft.
Beide haben die typische sternförmige Jasminblüte.
Warum man ihn pflanzt - Eigenschaften & Vorteile
- Intensiver, romantischer Duft (Sommerjasmin) - einer der beliebtesten Gartendüfte.
- Winterfarbe (Winterjasmin) - leuchtend gelbe Blüten, wenn der Garten kahl ist.
- Begrünt Gerüste: macht Bögen, Mauern, Pergolen und Spaliere weicher und schmückt sie.
- Lange Pracht: Der Sommerjasmin blüht über eine lange Sommersaison.
- Wert für Bestäuber: Die Blüten ziehen Bienen, Schmetterlinge und Nachtfalter an.
- Vielseitig: Kletterer für warme Mauern und Bögen; Winterjasmin für schwierige und schattigere Mauern und Böschungen.
- Einfach und dankbar, wenn er den richtigen Platz bekommt.
Pflege
Licht & Standort
- Sommerjasmin: will einen warmen, geschützten, sonnigen Platz - idealerweise eine Süd- oder Westwand - für die beste Blüte und den besten Duft und damit der Wuchs vor dem Winter ausreift. In kalten Gegenden ist Schutz unerlässlich.
- Winterjasmin: viel toleranter - wächst zufrieden in Sonne oder Halbschatten und ist nützlich für schattigere, kühlere und schwierige Mauern und Böschungen.
Boden
Fruchtbarer, gut durchlässiger Boden. Beide Jasmine sind recht anpassungsfähig, mögen aber keinen schweren, staunassen Boden; besonders der Sommerjasmin will gute Drainage.
Gießen
Während des Anwachsens und in Trockenperioden gießen; den Sommerjasmin während der Wachstumszeit einigermaßen feucht halten. Staunässe vermeiden.
Düngen
Im Frühjahr mit einem ausgewogenen Dünger düngen; ein kaliumreicher Dünger fördert die Blüte. Zu viel Stickstoff vermeiden, der blattreichen Wuchs auf Kosten der Blüten ergibt.
Stütze & Schnitt
Der Sommerjasmin windet und braucht Drähte, ein Spalier oder ein Gerüst zum Klettern; der Winterjasmin hat lockere Triebe, die an eine Stütze angebunden werden müssen. Der Schnitt richtet sich, wie so oft, nach der Blütezeit:
- Sommerjasmin: blüht vor allem am Holz der laufenden und der vorigen Saison - nach der Blüte schneiden, auslichten und Triebe einkürzen, um die Größe zu begrenzen und ein dichtes Gewirr zu verhindern.
- Winterjasmin: blüht am Holz des Vorjahres - nach der Blüte (im Frühjahr) schneiden und die abgeblühten Triebe zurücknehmen, um kräftigen neuen Wuchs für die Blüte im nächsten Winter zu fördern.
Winterhärte & Winterschutz
Winterjasmin ist winterhart (meist bis etwa USDA-Zone 6) und sehr robust. Sommerjasmin ist weniger winterhart und in kalten Klimaten grenzwertig - er profitiert von einer geschützten, warmen Mauer und braucht in sehr kalten Regionen eventuell Schutz oder wird in Kübeln gezogen, die man unter Schutz stellt. Frostempfindliche tropische Jasmine müssen in kalten Klimaten als Wintergarten- oder Zimmerpflanzen gezogen werden.
Pflanzung & Vermehrung
Im Frühjahr oder Herbst an einer passenden Stütze pflanzen; dem Sommerjasmin den wärmsten, geschütztesten verfügbaren Platz geben. Über halbreife Stecklinge im Sommer oder durch Absenken vermehren - beides wurzelt bereitwillig. Winterjasmin wurzelt besonders leicht dort, wo seine lockeren Triebe den Boden berühren.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Wenige Blüten / schwache Blüte: beim Sommerjasmin meist ein zu kalter oder schattiger Platz oder zu viel Stickstoff; bei beiden ein Schnitt zur falschen Zeit, der das blütentragende Holz entfernt.
- Kein Duft beim Winterjasmin: kein Fehler - der Winterjasmin ist einfach keine duftende Pflanze; nur der Sommerjasmin trägt das berühmte Parfüm.
- Verfilzter, dichter, unten kahler Wuchs: Ungeschnittener wüchsiger Sommerjasmin wird zum Dickicht - nach der Blüte schneiden, um ihn offen und ordentlich zu halten.
- Blattläuse: können sich an weichem Neuaustrieb und Knospen sammeln.
- Frostschäden (Sommerjasmin): Kälte kann den Wuchs an offenen Standorten zurückwerfen.
- Meist robust - Jasmine sind nicht besonders anfällig für ernste Schädlinge oder Krankheiten.
Giftigkeit & Sicherheit
Echter Jasmin (Jasminum-Arten - Sommer- wie Winterjasmin) gilt allgemein als ungiftig / gering giftig und als unbedenklich für Katzen, Hunde, Pferde und Menschen - er ist keine anerkannte Vergiftungsgefahr und wird in Familiengärten verbreitet gepflanzt. Eine wichtige Warnung: Mehrere nicht verwandte Pflanzen werden verwirrenderweise "Jasmin" genannt, und manche sind gefährlich - vor allem der Carolina-Jasmin / Gelbe Jasmin (Gelsemium), der hochgiftig ist, und Cestrum ("Nachtjasmin"). Echter Jasminum ist die sichere Pflanze; der Name "Jasmin" allein ist keine Garantie für Unbedenklichkeit, daher die botanische Identität dessen kennen, was man pflanzt.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Intensiver, romantischer Duft (Sommerjasmin) - ein Spitzen-Gartenduft.
- Winterjasmin bringt leuchtende Blüten in den trostlosesten Monaten.
- Begrünt Gerüste attraktiv; lange Sommerpracht.
- Gut für Bestäuber; echter Jasmin ist ungiftig; leicht zu vermehren.
Nachteile
- Sommerjasmin ist grenzwertig winterhart und braucht einen warmen, geschützten Platz.
- Winterjasmin hat keinen Duft - eine häufige Überraschung.
- Wüchsiger Sommerjasmin wird ohne Schnitt zum Gewirr.
- Verwechselbar mit nicht verwandten, teils giftigen "Jasminen".
Am besten geeignet für
- Sommerjasmin: warme, geschützte, sonnige Mauern, Bögen und Pergolen - nahe Türen und Sitzplätzen, um den Duft zu genießen.
- Winterjasmin: schattigere, kühlere, schwierige Mauern und Böschungen; Winterfarbe.
- Bauern- und Duftgärten; Bestäubergärten.
- Gärten in mildem Klima (Sommerjasmin); Kübel in kälteren Regionen.
Weniger geeignet für kalte, offene Gärten (Sommerjasmin, ohne Schutz) oder Gärtner, die vom Winterjasmin Duft erwarten.
Jasmin (Jasminum) - häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Sommer- und Winterjasmin?
Warum riecht mein Winterjasmin nach nichts?
Warum blüht mein Sommerjasmin nicht gut?
Wann sollte ich Jasmin schneiden?
Ist Jasmin sicher für Haustiere?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.