Strauchbegonien (Begonia, Strauchgruppe)
Strauchbegonien sind eine der klassischen gärtnerischen Gruppen der Gattung Begonia, bestimmt durch buschigen, vielstieligen Wuchs aus einem Faserwurzelsystem.
Überblick
Strauchbegonien sind eine der klassischen gärtnerischen Gruppen innerhalb der Gattung Begonia, bestimmt durch ihren buschigen, vielstieligen Wuchs aus einem Faserwurzelsystem statt aus einem einzelnen Rohrstängel oder einer Knolle. Sammler schätzen sie für ihr strukturiertes, oft behaartes oder glänzendes Laub und ihre Neigung, volle, sich selbst verzweigende Pflanzen zu bilden, die als lebende Einzelstücke gut aussehen. Es handelt sich um einen Gruppennamen und nicht um eine einzelne Art, der viele geschätzte Pflanzen umfasst, etwa die Palmenblatt-Begonie und die flaumblättrige Papierbegonie (Begonia spp., Strauchgruppe).
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Strauchbegonien stammen aus warmen, feuchten tropischen und subtropischen Wäldern, wobei viele der bekanntesten Arten aus Brasilien und anderen Teilen Mittel- und Südamerikas kommen, dazu aus Afrika und Asien. In der Natur wachsen sie als Unterwuchspflanzen an schattigen Hängen, auf Waldböden und an felsigen Böschungen, wo die Luft feucht bleibt und das Licht gefiltert ist.
Aussehen
Die Blattform variiert innerhalb der Gruppe stark, von den tief eingeschnittenen, palmenartigen Wedeln von Begonia luxurians über die kleinen, dicht gepackten Blätter von Begonia foliosa bis zu den gefilzten, silbrig überhauchten Blättern von Begonia venosa. Das Laub kann glatt, glänzend, behaart oder wachsartig sein, in Grün-, Oliv- und Bronzetönen, manchmal mit roten Unterseiten. Es sind aufrechte, sich freiwillig verzweigende Pflanzen, die zu runden Büschen heranwachsen und je nach Art im Topf etwa 30 cm bis weit über 1 m hoch werden können.
Warum man sie hält - Eigenschaften & Vorteile
- Buschiger, sich selbst verzweigender Wuchs, der einen Topf ohne viel Erziehung füllt
- Riesige Vielfalt an Blatttexturen und -formen innerhalb der Gruppe, sodass Sammler ein ganzes Regal mit einem Typ füllen können
- Viele sind immergrün und bleiben das ganze Jahr attraktiv, ohne das Einziehen der Knollenbegonien
- Kleine Büschel weißer, rosa oder korallenroter Blüten erscheinen an gesunden Pflanzen als saisonaler Bonus
Pflege
Licht: Helles, indirektes Licht. Ein Ostfenster oder ein Platz etwas zurückgesetzt von einem Süd- oder Westfenster ist ideal. Direkte Mittagssonne verbrennt die Blätter, während tiefer Schatten den Wuchs dünn und vergeilt macht.
Gießen: Die Mischung leicht feucht, aber nie nass halten. Gießen, wenn sich die oberen 2 bis 3 cm trocken anfühlen, dann überschüssiges Wasser vollständig ablaufen lassen. Begonien faulen leicht, also lieber etwas zu trocken und den Topf nicht im Wasser stehen lassen.
Erde: Eine leichte, luftige, gut durchlässige Mischung. Eine Basis aus Torf oder Kokos, gestreckt mit Perlit, Orchideenrinde und etwas grobem Sand, funktioniert gut und gibt den Faserwurzeln Feuchtigkeit, ohne staunass zu bleiben.
Temperatur & Luftfeuchtigkeit: Wärmeliebend, am wohlsten bei etwa 18 bis 24 °C und unzufrieden unter etwa 13 °C. Sie wollen wirklich höhere Luftfeuchtigkeit, ideal 50 % oder mehr. In trockener Raumluft werden die Blattränder braun und das Wachstum stockt, daher helfen eine Kiesschale, das Gruppieren mit anderen Pflanzen oder ein Luftbefeuchter sehr. Sei hier ehrlich zu dir selbst - das ist der Hauptgrund, warum man mit ihnen kämpft.
Düngen: Im Frühling und Sommer alle 2 bis 4 Wochen mit einem ausgewogenen, auf halbe Stärke verdünnten Flüssigdünger düngen. In den lichtarmen Monaten das Düngen einstellen oder reduzieren.
Extra: Anders als Knollenbegonien haben Strauchbegonien Faserwurzeln und sind immergrün, gehen also nicht vollständig in Ruhe - aber sie werden im Winter langsamer, dann weniger gießen und düngen. Die Triebspitzen regelmäßig entspitzen, damit die Pflanzen buschig statt vergeilt bleiben. ⚠️ Giftig für Katzen und Hunde (lösliche Calciumoxalate, am stärksten konzentriert in den unterirdischen Teilen) - außer Reichweite von Haustieren und Kindern halten.
Vermehrung
Am einfachsten über Kopfstecklinge im Frühling oder Sommer. Eine gesunde Spitze von 8 bis 10 cm nehmen, die unteren Blätter entfernen und sie in Wasser oder direkt in einer leichten, feuchten, warm und feucht gehaltenen Mischung bewurzeln. Viele Strauchtypen bewurzeln sich auch aus einzelnen Blättern oder kurzen Grundtrieben.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Echter Mehltau - ein weißer, staubiger Belag, der in stehender, feuchter Luft gedeiht; Luftbewegung verbessern und die Blätter nicht benetzen
- Wurzel- und Stängelfäule durch zu viel Wasser oder eine schwere, nasse Mischung, einer der schnellsten Wege, eine Begonie zu verlieren
- Spinnmilben, Wollläuse und Trauermücken, dazu braune, knusprige Blattränder, wenn die Luftfeuchtigkeit zu stark sinkt
Giftigkeit & Sicherheit
Begonien sind giftig für Katzen und Hunde. Die Pflanzen enthalten lösliche Calciumoxalate, und die unterirdischen Teile sind der giftigste Teil. Kaut ein Haustier an Laub oder Wurzeln, zeigen sich typischerweise Reizungen im Maul, Speicheln, Schmerzen im Maul und Erbrechen. Der Saft kann außerdem empfindliche Haut reizen, daher lohnt es sich, beim Schneiden von Stecklingen oder Umtopfen Handschuhe zu tragen und sich danach die Hände zu waschen.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Enorme Vielfalt an Blatttexturen und -formen zum Sammeln
- Von Natur aus voller, buschiger Wuchs mit einfacher Vermehrung über Stecklinge
Nachteile
- Wirklich anspruchsvoll bei der Luftfeuchtigkeit und in trockenen Räumen anfällig für braune Blattränder
- Empfindlich gegenüber zu viel Wasser und Mehltau und giftig für Haustiere
Am besten geeignet für
- Sammler, die Blattvielfalt genießen und gleichmäßige Wärme und Luftfeuchtigkeit bieten können
- Halter mit einem hellen, zugfreien Platz, die eine Pflanze mit aufmerksamem Gießbedarf nicht stört
Strauchbegonien (Begonia, Strauchgruppe) - häufige Fragen
Gehen Strauchbegonien wie Knollenbegonien in Ruhe?
Warum werden die Blattränder braun und knusprig?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.