Pfauenbegonie (Begonia pavonina)
Die Pfauenbegonie ist eine begehrte Sammlerbegonie, berühmt für Blätter, die bei wenig Licht in elektrisierendem, metallischem Blau schimmern.
Überblick
Die Pfauenbegonie ist eine begehrte Sammlerbegonie, berühmt für Blätter, die bei wenig Licht in elektrisierendem, metallischem Blau schimmern. Dieses Blau ist kein Farbstoff, sondern eine Strukturfarbe, erzeugt von spezialisierten, lichtbrechenden Chloroplasten (Iridoplasten), die der Pflanze helfen, das schwache Licht im Unterwuchs zu nutzen. Sammler jagen ihr genau deshalb nach, weil der Effekt so ungewöhnlich und so an bestimmte Wachstumsbedingungen gebunden ist (Begonia pavonina).
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Sie stammt aus den kühlen, feuchten Hochlandwäldern Malaysias, vor allem aus den Bergen der Malaiischen Halbinsel. In der Natur wächst sie als rhizombildende Unterwuchspflanze an schattigen, feuchten Hängen und auf Waldböden, wo das Licht gefiltert ist und die Luftfeuchtigkeit beständig hoch bleibt.
Aussehen
Die Blätter sind breit eiförmig mit leicht gekräuselter, asymmetrischer Begonienform und werden etwa 8 bis 15 cm lang. Im Schatten blitzt ein schillernder blaugrüner Glanz auf, während sie bei hellerem Licht als tiefes, mattes Grün mit gedämpftem Blau erscheinen. Sie ist ein kompakter, sich ausbreitender Rhizomwachser, bleibt als Horst meist unter 30 bis 40 cm Höhe und kann kleine blassrosa bis weiße Blüten bilden.
Warum man sie hält - Eigenschaften & Vorteile
- Das seltene, fast überirdische blaue Schillern, das sich mit dem Licht verändert
- Kompakte Größe, die perfekt in Terrarien und Vitrinen passt
- Ein echter Gesprächsstoff und eine Prestigepflanze unter Sammlern von Aronstabgewächsen und Begonien
- Gedeiht in denselben geschlossenen, feuchten Einrichtungen, die Sammler ohnehin für andere Raritäten betreiben
Pflege
Licht: Wenig bis mittleres helles, indirektes Licht. Kräftiges oder direktes Licht wäscht das blaue Schillern aus und kann das Laub verbrennen, also schattig halten wie in ihrer Heimat am Waldboden.
Gießen: Die Mischung gleichmäßig feucht, aber nie nass halten. Gießen, wenn die oberste Schicht anzutrocknen beginnt, und zimmerwarmes Wasser verwenden; diese Pflanze hasst sowohl Trockenstress als auch stehendes Wasser.
Erde: Eine leichte, luftige, feuchtigkeitshaltende Mischung - zum Beispiel Torf oder Kokosfaser mit Perlit, feiner Rinde und etwas Sphagnum. Guter Abfluss ist unerlässlich, um Rhizomfäule zu vermeiden.
Temperatur & Luftfeuchtigkeit: Warm und stabil, etwa 18 bis 26 °C. Die Luftfeuchtigkeit entscheidet über Erfolg oder Misserfolg: Sie will 70 % oder mehr, was realistisch ein Terrarium, eine Vitrine oder eine abgedeckte Einrichtung bedeutet. In offener, trockener Raumluft werden die Blätter knusprig, und die Pflanze schmollt.
Düngen: Während des aktiven Wachstums alle paar Wochen mit einem ausgewogenen Flüssigdünger in Viertel- bis halber Stärke düngen und aufhören, wenn das Wachstum in den kühleren Monaten nachlässt.
Extra: Die größte Eigenheit ist, dass das typische Blau nur bei wirklich wenig Licht erscheint, sodass man ständig zwischen Farbe und allgemeiner Wuchskraft abwägt. Sie geht nicht vollständig in Ruhe wie eine Knollenbegonie, doch das Wachstum verlangsamt sich in kühleren, dunkleren Monaten deutlich. ⚠️ Giftig für Katzen und Hunde (lösliche Oxalate, am stärksten konzentriert im unterirdischen Rhizom) - außer Reichweite von Haustieren und Kindern halten.
Vermehrung
Vermehrung durch Rhizomteilung oder durch Rhizom- und Stängelstecklinge, die auf feuchtes Sphagnum oder in eine luftige Mischung in einem feuchten, geschlossenen Behälter gesetzt werden. Blattstecklinge können auch funktionieren, sind aber langsamer und weniger zuverlässig. Wärme und nahezu gesättigte Luftfeuchtigkeit bringen den besten Bewurzelungserfolg.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Echter Mehltau und Botrytis (Grauschimmel) in stehender, zu nasser Luft - auch in geschlossenen Behältern für sanfte Luftbewegung sorgen
- Rhizom- und Stängelfäule durch zu viel Wasser oder eine schwere, schlecht abfließende Mischung
- Wollläuse, Thripse und gelegentlich Spinnmilben, dazu knusprige Blattränder, sobald die Luftfeuchtigkeit sinkt
Giftigkeit & Sicherheit
Wie alle Begonien ist die Pfauenbegonie giftig für Katzen und Hunde. Sie enthält lösliche Oxalate, mit der höchsten Konzentration im unterirdischen Rhizom und in den Wurzeln. Kauen kann Reizungen im Maul, starkes Speicheln und Erbrechen verursachen, und bei Haustieren, die größere Mengen der unterirdischen Teile fressen, sind ernstere Folgen möglich. Der Saft kann außerdem empfindliche Haut reizen, also nach dem Umgang mit Stecklingen die Hände waschen und die Pflanze von neugierigen Haustieren und Kindern fernhalten.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Wirklich einzigartiges, blau schillerndes Laub wie bei kaum einer anderen Zimmerpflanze
- Kompakt und terrarientauglich, ideal für geschlossene Sammlereinrichtungen
Nachteile
- Hohe Ansprüche an die Luftfeuchtigkeit machen sie ungeeignet für die Haltung im offenen Raum
- Anspruchsvoll und anfällig für Mehltau, Fäulnis und Schädlinge, wenn die Bedingungen abdriften
Am besten geeignet für
- Erfahrene Sammler mit Terrarium, Vitrine oder einem Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit
- Alle, die eine herausragende Rarität wollen und bereit sind, Licht und Feuchtigkeit fein abzustimmen
Pfauenbegonie (Begonia pavonina) - häufige Fragen
Warum sieht meine Pfauenbegonie grün statt blau aus?
Kann ich sie ohne Terrarium ziehen?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.