Wimpernbegonie (Begonia bowerae)
Die Wimpernbegonie ist eine kleine rhizombildende Begonie, benannt nach den feinen dunklen Härchen, die die Blattränder wie winzige Wimpern säumen.
Überblick
Die Wimpernbegonie ist eine kleine rhizombildende Begonie, benannt nach den feinen dunklen Härchen, die die Ränder ihrer Blätter wie winzige Wimpern säumen. Sammler lieben sie wegen ihrer kompakten Größe, ihres gemusterten Laubs und der Art, wie diese borstigen Ränder das Licht einfangen, was sie zu einem Hingucker in einem feuchten Regal oder Terrarium macht. Botanisch ist sie als Begonia bowerae bekannt.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Die Wimpernbegonie stammt aus den schattigen, feuchten Nebelwäldern und felsigen Hängen Südmexikos, vor allem aus den Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas. In der Natur kriecht sie im gefilterten Licht über Laubstreu und moosige Felsen und breitet sich über ein oberflächliches Rhizom aus.
Aussehen
Die Blätter sind klein und schief herzförmig, meist 5 bis 10 cm lang, in Hell- bis Olivgrün, oft mit schokoladenbraunen oder bronzefarbenen Flecken entlang der Ränder. Das Erkennungsmerkmal ist die Reihe kurzer, steifer Härchen (Wimpern), die jeden Blattrand säumen, dazu feine Härchen dort, wo das Blatt auf den Stiel trifft. Sie wächst niedrig und breitet sich aus einem kriechenden Rhizom aus, statt aufrecht zu wachsen, bleibt meist unter 20 bis 25 cm Höhe und kann vom späten Winter bis zum Frühling luftige Rispen kleiner rosa oder weißer Blüten bilden.
Warum man sie hält - Eigenschaften & Vorteile
- Unverwechselbare, bewimperte, gemusterte Blätter, wie sie nur wenige andere Zimmerpflanzen bieten
- Bleibt klein und kompakt, ideal für Regale, Terrarien und Vitrinen
- Breitet sich mit der Zeit langsam zu einem vollen, polsterartigen Horst aus
- Leicht zu vermehren und weiterzugeben, sodass aus einer Pflanze viele werden
Pflege
Licht: Helles, indirektes Licht. Direkte Sonne verbrennt die Blätter und lässt die Zeichnung verblassen, während tiefer Schatten den Wuchs vergeilt und matt macht. Ein Ostfenster oder ein Platz etwa einen Meter von einem helleren Fenster entfernt funktioniert gut.
Gießen: Die Erde leicht feucht, aber nie nass halten. Gießen, wenn sich die oberen 2-3 cm trocken anfühlen, und überschüssiges Wasser vollständig ablaufen lassen. Rhizombegonien faulen leicht, also lieber etwas zu trocken und kein Wasser auf Blätter und Rhizom spritzen.
Erde: Eine leichte, luftige, schnell abfließende Mischung. Eine Mischung aus Torf oder Kokosfaser mit reichlich Perlit, Orchideenrinde oder Bims hält die flachen Wurzeln und das Rhizom mit Sauerstoff versorgt. Ein breiter, flacher Topf passt besser zum an der Oberfläche kriechenden Wuchs als ein tiefer.
Temperatur & Luftfeuchtigkeit: Wärmeliebend, am wohlsten zwischen 18 und 26 °C, und sie mag keine kalte Zugluft und nichts unter etwa 13 °C. Sie bevorzugt wirklich höhere Luftfeuchtigkeit, ideal 50 % oder mehr; in trockener Raumluft können die Blattränder braun und knusprig werden, daher helfen eine Kiesschale, ein Luftbefeuchter oder ein Terrarium sehr. Sei hier ehrlich zu dir selbst: Diese Pflanze belohnt Luftfeuchtigkeit.
Düngen: Im Frühling und Sommer alle 3 bis 4 Wochen mit einem ausgewogenen, auf halbe Stärke verdünnten Flüssigdünger düngen. In den dunkleren Wintermonaten, wenn das Wachstum nachlässt, das Düngen einstellen oder reduzieren.
Extra: Anders als Knollenbegonien ist die Wimpernbegonie rhizombildend und geht nicht vollständig in Ruhe, doch ihr Wachstum verlangsamt sich im Winter deutlich, also dann weniger gießen, um Fäulnis zu vermeiden. ⚠️ Giftig für Katzen und Hunde (lösliche Calciumoxalate, am stärksten konzentriert im Rhizom und in den unterirdischen Teilen) - außer Reichweite von Haustieren und Kindern halten.
Vermehrung
Lässt sich bereitwillig über das Rhizom vermehren. Ein Rhizomstück von 3 bis 5 cm mit Vegetationspunkt abschneiden und auf feuchte Mischung legen oder einen Blattsteckling nehmen und ihn mit angeritzten Adern flach feststecken. Warm und feucht gehalten, bilden sich innerhalb weniger Wochen neue Jungpflanzen. Die Rhizomteilung eines ausgewachsenen Horstes ist die schnellste und zuverlässigste Methode.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Echter Mehltau ist das häufigste Problem; Begonien sind dafür anfällig, also für Luftbewegung sorgen und das Laub nicht benetzen
- Rhizom- und Wurzelfäule durch zu viel Wasser oder eine schwere, nasse Mischung - die Todesursache Nummer eins bei dieser Pflanze
- Wollläuse in den Blattachseln und Spinnmilben bei zu trockener Luft, dazu gelegentlich Trauermücken in ständig feuchter Erde
Giftigkeit & Sicherheit
Die Wimpernbegonie ist giftig für Katzen und Hunde. Wie andere Begonien enthält sie lösliche Calciumoxalate, mit der höchsten Konzentration im Rhizom und in den unterirdischen Teilen. Wird sie angekaut, kann sie Reizungen im Maul, starkes Speicheln, Schluckbeschwerden und Erbrechen verursachen. Der Saft kann außerdem empfindliche Haut reizen, also nach dem Schneiden von Stecklingen die Hände waschen und die Pflanze von neugierigen Haustieren und kleinen Kindern fernhalten.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Ungewöhnliches, bewimpertes, gemustertes Laub an einer kompakten, regaltauglichen Pflanze
- Sehr leicht zu vermehren und nachsichtig bei einem leichten Rückschnitt
Nachteile
- Braucht gleichmäßige Luftfeuchtigkeit und kann in trockenen Räumen an den Rändern knusprig werden
- Anfällig für Echten Mehltau und Fäulnis, wenn Luftbewegung oder Gießen nicht stimmen
Am besten geeignet für
- Sammler, die Luftfeuchtigkeit bieten können, etwa mit Terrarium, Vitrine oder Kiesschale
- Halter, die eine kleine, unverwechselbare Begonie statt einer großen Blickfang-Pflanze wollen
Wimpernbegonie (Begonia bowerae) - häufige Fragen
Warum werden die Blattränder meiner Wimpernbegonie braun und knusprig?
Geht die Wimpernbegonie im Winter in Ruhe?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.