Samt-Anthurie (Anthurium clarinervium)
Anthurium clarinervium ist ein kompaktes Aronstabgewächs mit samtigen, herzförmigen, tiefgrünen Blättern, durchzogen von einem hellen Netz silbrig-weißer Adern.
Überblick
Anthurium clarinervium ist ein kompaktes, samtblättriges Aronstabgewächs, das ausschließlich wegen seines dramatischen Laubs gehalten wird: tiefgrüne, herzförmige Blätter, durchzogen von einem hellen Netz blasser silbrig-weißer Adern. Sammler schätzen es, weil dieser Aderkontrast fast wie von Hand gemalt aussieht und weil ein gut gewachsenes Exemplar ordentlich genug für ein Regal bleibt und trotzdem als echte Blickfang-Pflanze wirkt. Es ist eine Anthurium-Art (keine Hybride), botanisch benannt als (Anthurium clarinervium).
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Es stammt aus dem Bundesstaat Chiapas in Südmexiko, wo es als Felsbewohner auf schattigen Kalksteinfelsen im feuchten tropischen Wald wächst. Weil es sich an Felsen statt an tiefe Erde klammert, sind seine Wurzeln an schnellen Abfluss, gleichmäßige Feuchtigkeit und warme, stille, feuchte Luft gewöhnt.
Aussehen
Die Blätter sind dick, steif und samtig, herzförmig mit rundem Umriss und tiefer Einbuchtung am Grund und werden an einer ausgewachsenen Pflanze meist etwa 15 bis 30 cm lang. Neue Blätter erscheinen oft bronzefarben oder rötlich, bevor sie zu einem matten Waldgrün mit kontrastierenden elfenbein- bis silberfarbenen Adern nachdunkeln. Es wächst langsam aus einem kurzen, aufrechten Rhizom, bleibt also recht klein und horstbildend statt zu klettern und erreicht im Topf meist etwa 40 bis 60 cm Breite.
Warum man sie hält - Eigenschaften & Vorteile
- Auffälliges Adermuster, das es zu einer der bekanntesten "Samt"-Anthurien macht
- Bleibt kompakt und passt daher zu Regalen, Vitrinen und kleineren Sammlungen
- Immergrünes Laub mit ganzjähriger Wirkung, ohne auf eine auffällige Blüte angewiesen zu sein
- Eine lohnende nächste Art für alle, die über Einsteiger-Aroiden hinaus wollen
Pflege
Licht: Helles, indirektes Licht. Direkte Mittagssonne verbrennt die samtige Oberfläche, während zu wenig Licht den Aderkontrast abflacht und das ohnehin langsame Wachstum weiter bremst. Ein Ostfenster oder ein Platz etwa einen Meter von einem hellen Fenster entfernt ist ideal.
Gießen: Gießen, wenn die oberen paar Zentimeter der Mischung abgetrocknet sind, dann gründlich gießen und abtropfen lassen. Es mag weder völliges Austrocknen noch nasses Stehen; nasse Erde führt schnell zu Wurzelfäule.
Erde: Eine grobe, schnell abfließende Aroiden-Mischung - zum Beispiel Orchideenrinde, Perlit und Kokosfaser oder etwas Torf, dazu etwas Pflanzenkohle. Die Wurzeln wollen Luft, also dichte, staunasse Blumenerde vermeiden.
Temperatur & Luftfeuchtigkeit: Wärmeliebend: etwa 18 bis 27 °C, und es nimmt alles unter etwa 15 °C oder kalte Zugluft übel. Sei ehrlich: Diese Pflanze will wirklich hohe Luftfeuchtigkeit, ideal 60 % oder mehr; in trockenen Räumen werden die Blattränder knusprig und neue Blätter können sich verformen, daher nutzen viele Halter einen Luftbefeuchter, eine Kiesschale oder eine Pflanzenvitrine.
Düngen: Während des aktiven Wachstums im Frühling und Sommer etwa monatlich mit einem ausgewogenen, verdünnten Dünger düngen und in den dunkleren Monaten zurückfahren. Es ist empfindlich gegenüber Salzablagerungen, also den Topf gelegentlich durchspülen.
Extra: Die größte Eigenheit ist sein Anspruch an Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung - es geht nicht wirklich in Ruhe, doch das Wachstum stockt bei kühlen, trockenen, dunklen Bedingungen stark, und niedrige Luftfeuchtigkeit ist der übliche Grund, warum eine gesund aussehende Pflanze plötzlich keine guten Blätter mehr treibt. ⚠️ Giftig für Katzen und Hunde (unlösliche Calciumoxalat-Kristalle im Saft reizen Maul und Rachen) - außer Reichweite von Haustieren und Kindern halten.
Vermehrung
Vermehrung durch Teilung des Rhizoms oder durch Abtrennen bewurzelter Ableger beim Umtopfen, wobei an jedem Stück mehrere gesunde Wurzeln bleiben sollten. Ausgewachsene Pflanzen lassen sich auch aus frischem Samen ziehen, doch das ist langsam und wird meist von Spezialisten gemacht.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Spinnmilben sind der klassische Schädling, besonders bei trockener Raumluft; die Blattunterseiten auf feine Gespinste und Sprenkelung prüfen
- Knusprige braune Blattränder und stockender, verformter Neuaustrieb, fast immer durch zu niedrige Luftfeuchtigkeit
- Vergilbende Blätter und matschige Wurzeln durch zu viel Wasser oder eine dichte, schlecht abfließende Mischung, die Wurzelfäule begünstigt
Giftigkeit & Sicherheit
Wie andere Anthurien ist diese Pflanze giftig für Katzen und Hunde. Sie enthält in ihrem ganzen Gewebe unlösliche Calciumoxalat-Kristalle; beim Kauen verursachen diese nadelartigen Kristalle Reizungen im Maul, starkes Speicheln, Pfoten am Maul und manchmal Erbrechen oder Schluckbeschwerden. Der Saft kann außerdem Haut und Augen reizen, daher ist es klug, sich nach dem Schneiden oder Umtopfen die Hände zu waschen und die Pflanze von neugierigen Haustieren und kleinen Kindern fernzuhalten.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Kräftiges, unverwechselbares geädertes Laub an einer überschaubar kleinen Pflanze
- Langlebig und immergrün bei der richtigen Wärme und Luftfeuchtigkeit
Nachteile
- Wirklich anspruchsvoll bei der Luftfeuchtigkeit und anfällig für Spinnmilben
- Wächst langsam, daher braucht die Erholung von einem Rückschlag Geduld
Am besten geeignet für
- Fortgeschrittene Halter, die Wärme, Luftfeuchtigkeit und eine grobe Mischung bieten können
- Sammler, die eine kompakte Samt-Anthurie für ein Regal oder eine Vitrine wollen
Samt-Anthurie (Anthurium clarinervium) - häufige Fragen
Warum werden die Ränder meiner Blätter braun und knusprig?
Braucht Anthurium clarinervium ein Terrarium oder eine Vitrine?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.