🌿 Ehrliche Pflanzenpflege, zu Hause angebaut und getestet NEU 729 Porträts auf Deutsch 📩 Wöchentlicher Newsletter (Englisch)
Plantvale/ Pflanzen/ Gartenpflanzen/ Perückenstrauch (Cotinus coggygria)

Perückenstrauch (Cotinus coggygria)

Der Perückenstrauch ist ein sommergrüner Strauch, der vor allem für einen außergewöhnlichen Trick gepflanzt wird - im Sommer bedeckt er sich mit großen, luftigen Wolken, die wie weicher, farbiger Rauch über dem Laub schweben.

🇬🇧 Read in English

Perückenstrauch (Cotinus coggygria)
Gießen
Der Perückenstrauch ist eingewachsen dank seiner robusten Konstitution…
Kategorie
Gartenpflanzen
Sprache
Deutsch

Überblick

Der Perückenstrauch, im Englischen "smokebush" oder "smoke tree" genannt, ist ein sommergrüner Strauch, der vor allem für einen außergewöhnlichen Trick gepflanzt wird: Im Sommer bedeckt er sich mit großen, luftigen, dunstigen Rispen winziger Blüten, die das Licht einfangen und ganz wie Wölkchen aus weichem, farbigem Rauch aussehen, die über dem Laub schweben. Zusätzlich zu dieser Schau tragen die beliebtesten Sorten die ganze Saison über sattes, tiefpurpurnes Laub, und fast jeder Perückenstrauch färbt sich im Herbst leuchtend orange, rot und gold. Er ist ein unkomplizierter, sonnenliebender, trockenheitsverträglicher Strauch, der eingewachsen sehr wenig verlangt. Als Pflanze, die rauchige Sommerwolken, dramatisch gefärbtes Laub und ein Feuerwerk an Herbstfarben von ein und demselben pflegeleichten Strauch liefert, ist der Perückenstrauch kaum zu schlagen.

Herkunft & natürlicher Lebensraum

Cotinus coggygria ist in einem weiten Bogen von Südeuropa bis Zentralasien heimisch, vom Mittelmeerraum bis nach China, wo er an warmen, trockenen, sonnigen, oft felsigen Hängen und in offenem Buschland auf magerem, gut durchlässigem Boden wächst. Diese Herkunft verrät fast alles darüber, wie man ihn zieht: Er ist für Hitze, Sonne und mageren, trockenen Boden gemacht und mag weder nasse Füße noch schweren, durchnässten Boden. Die Wildpflanze ist die grünlaubige Art; die berühmten purpurlaubigen Formen wie 'Royal Purple' sind ausgelesene Gartensorten. Seine robuste, sonnenliebende, trockenheitsverträgliche Natur im Garten ist ein direktes Erbe jener heißen, trockenen Hänge im Mittelmeerraum und in Asien.

Aussehen

Der Perückenstrauch ist ein rundlicher, buschiger, mehrtriebiger Strauch, der ungeschnitten meist etwa 3 bis 5 m hoch und breit wird, sich aber leicht kleiner halten lässt. Die Blätter sind einfach, glatt und oval bis fast rund, und es ist die Laubfarbe, die die beliebten Sorten ausmacht: sattes Pflaumenpurpur bei Formen wie 'Royal Purple' und 'Grace' oder frisches Grün bei der Art, und alle färben sich im Herbst leuchtend orange, scharlachrot und gold. Der "Rauch" selbst kommt nicht von den Blüten, sondern von den Blütenstielen: Nachdem die winzigen Sommerblüten verblüht sind, bilden die sich verlängernden, fein behaarten Stiele riesige, federartige, wogende Wolken in zartem Rosa, Purpur oder rauchigem Grau, die wochenlang über dem Strauch hängen und den unverwechselbaren dunstigen, rauchigen Effekt ergeben.

Warum man ihn pflanzt - Eigenschaften & Vorteile

  • Rauchige Sommerwolken: luftige, dunstige Wolken aus Blütenstielen, die wie Rauchwölkchen aussehen.
  • Dramatisches purpurnes Laub: Sorten wie 'Royal Purple' und 'Grace' behalten die ganze Saison tief pflaumenfarbene Blätter.
  • Leuchtende Herbstfärbung: kräftiges Orange, Rot und Gold im Herbst.
  • Robust und trockenheitsverträglich: gedeiht eingewachsen bei Hitze auf magerem, trockenem Boden.
  • Pflegeleicht: unkompliziert und anspruchslos, mit wenigen Schädlingen.
  • Flexible Größe: kann groß wachsen oder durch starken Rückschnitt kompakt bleiben.

Pflege

Licht & Standort

Der Perückenstrauch braucht volle Sonne, um sein Bestes zu geben - mindestens sechs Stunden direkte Sonne am Tag. Volle Sonne ergibt die kräftigste, satteste Laubfarbe bei den purpurnen Sorten, die schönsten Rauchwolken und die leuchtendste Herbstfärbung. Im Schatten verblassen die purpurnen Formen zu einem schlammigen Grün, der Wuchs wird lockerer, und sowohl die Wolken als auch die Herbstfarbe enttäuschen. Ihm einen offenen, sonnigen, gut durchlässigen Platz geben; mit Hitze und rückstrahlender Wärme kommt er gut zurecht.

Boden

Dies ist ein Strauch, der mageren, gut durchlässigen Boden ausdrücklich bevorzugt und nährstoffreichen, schweren oder nassen Boden nicht mag. In der Natur wächst er auf magerem, trockenem, sogar felsigem Boden und fühlt sich unter ähnlichen Bedingungen im Garten am wohlsten. Gute Drainage ist das Allerwichtigste - staunasser Boden ist sein Hauptfeind. Er verträgt viele Bodenarten, auch alkalischen und kalkhaltigen Boden, und braucht keinen fruchtbaren Boden. Zu nährstoffreicher Boden fördert eher weichen, blattreichen Wuchs auf Kosten der Rauchwolken.

Gießen

Der Perückenstrauch ist eingewachsen dank seiner robusten Konstitution und seiner Verträglichkeit für trockenen Boden wirklich trockenheitsverträglich. Einen frisch gepflanzten Strauch im ersten oder in den ersten zwei Jahren regelmäßig gießen, damit er einwurzelt, danach versorgt er sich weitgehend selbst und braucht nur bei langer Trockenheit zusätzliches Wasser. Übermäßiges Gießen vermeiden und ihn nie in durchnässtem Boden stehen lassen, das hasst er. Für eine eingewachsene Pflanze in ordentlichem Boden reicht natürlicher Niederschlag meist aus.

Düngen

Der Perückenstrauch braucht sehr wenig Dünger und wächst in magerem Boden meist ganz ohne gut. Wenn überhaupt, sparsam sein: Starke oder stickstoffreiche Düngung erzeugt üppigen, weichen, blattreichen Wuchs, kann die purpurne Laubfarbe stumpf werden lassen und mindert Blüte und Rauchwolken. Höchstens eine leichte Kompostschicht im Frühjahr genügt. Dies ist ein Strauch, der wirklich von Vernachlässigung und mageren Bedingungen lebt statt von reicher Düngung.

Schnitt

Beim Schnitt ist der Perückenstrauch flexibel und lässt die Wahl. Ungeschnitten wächst er zu einem großen, rundlichen Strauch heran, der reich blüht und die volle Rauchpracht zeigt. Alternativ kann er stark zurückgeschnitten oder "auf den Stock gesetzt" werden, also im zeitigen Frühjahr bodennah zurückgeschnitten, was die Rauchwolken dieses Jahres opfert, aber kräftige neue Triebe mit viel größeren, intensiver gefärbten Blättern hervorbringt - eine beliebte Technik bei purpurnen Sorten, die vor allem wegen des Laubs gezogen werden. Man kann ihn auch einfach im Frühjahr leicht schneiden, um ihn in Form und Größe zu halten. Entscheiden, ob man den Rauch (leichter Schnitt) oder die großen, kräftigen Blätter (starkes Auf-den-Stock-Setzen) möchte; beides zugleich lässt sich meist nicht maximieren.

Winterhärte & Winterschutz

Der Perückenstrauch ist ein winterharter, sommergrüner Strauch, zuverlässig etwa in den USDA-Zonen 4 bis 8 (manche Formen bis Zone 9), und braucht innerhalb dieses Bereichs wenig oder keinen Winterschutz. Nach der Herbstfärbung wirft er sein Laub ab und ist den Winter über in voller Ruhe und frosthart. Gute Drainage ist weit wichtiger als Kälteschutz - am ehesten schadet ihm nasser, staunasser Boden im Winter, nicht niedrige Temperaturen. In Gebieten an der Kältegrenze schätzt eine junge Pflanze einen geschützten Platz.

Pflanzung & Vermehrung

Den Perückenstrauch an einen sonnigen, gut durchlässigen Platz pflanzen, am besten im Frühjahr oder Herbst, mit Raum für seine natürlich rundliche Form. Am einfachsten vermehrt man ihn über krautige Stecklinge aus dem weichen Neuaustrieb im Frühsommer, bewurzelt in durchlässiger Erde bei Wärme und Luftfeuchtigkeit. Halbreife Stecklinge später im Sommer können ebenfalls funktionieren, und niedrige Zweige lassen sich zum Bewurzeln in den Boden absenken. Sorten wie 'Royal Purple' und 'Grace' werden aus Stecklingen statt aus Samen gezogen, da aus Samen gezogene Pflanzen die Laubfarbe der Mutterpflanze nicht zuverlässig wiedergeben. Einer neuen Pflanze einen sonnigen Platz und in der ersten Saison gleichmäßig Wasser geben, damit sie einwächst.

Häufige Probleme & Schädlinge

  • Staunasser Boden: das mit Abstand größte Risiko - schwerer, nasser, schlecht durchlässiger Boden verursacht Wurzelprobleme und Niedergang; scharfe Drainage ist unerlässlich.
  • Verticillium-Welke: die wichtigste nennenswerte Krankheit, ein bodenbürtiger Pilz, der Äste welken und absterben lassen kann; befallenes Holz entfernen und nicht in bekanntermaßen verseuchten Boden nachpflanzen.
  • Verblassende Laubfarbe: Purpurne Sorten verlieren im zu tiefen Schatten oder bei zu reicher Düngung ihre tiefe Farbe.
  • Echter Mehltau: kann in manchen Jahren gelegentlich auf dem Laub auftreten.
  • Verlust der Rauchwolken: Starker Rückschnitt jedes Frühjahr bringt zwar größere Blätter, entfernt aber die Rauchpracht des Jahres.
  • Wenige Schädlinge: Ansonsten ist der Perückenstrauch bemerkenswert problemlos und wird selten von Insekten behelligt.

Volle Sonne und hervorragende Drainage verhindern die meisten möglichen Probleme.

Giftigkeit & Sicherheit

Allgemein als ungiftig für Menschen und Haustiere angesehen, doch der Pflanzensaft kann empfindliche Haut reizen. Der Perückenstrauch steht nicht auf der Liste der gefährlich giftigen Gartensträucher und wird verbreitet in gewöhnlichen Familien- und Haustiergärten gepflanzt. Die wichtigste Vorsicht betrifft den Hautkontakt: Er ist mit den Sumacharten verwandt, und sein Saft kann bei manchen empfindlichen Menschen bei Berührung leichte Hautreizungen oder einen Ausschlag verursachen, ähnlich einer milden Reaktion auf andere Mitglieder dieser Pflanzenfamilie. Handschuhe und lange Ärmel beim Schneiden sind eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme, besonders für Menschen mit empfindlicher Haut. Er wird rein als Zierstrauch wegen seiner Rauchwolken, seines Laubs und seiner Herbstfarbe gezogen, nicht zum Essen.

Vor- & Nachteile

Vorteile

  • Einzigartige, auffällige rauchige Sommerwolken.
  • Sattes purpurnes Laub bei Sorten wie 'Royal Purple' und 'Grace'.
  • Leuchtende Herbstfärbung in Orange, Rot und Gold.
  • Robust, trockenheitsverträglich und sehr pflegeleicht.
  • Verträgt mageren, trockenen und alkalischen Boden.

Nachteile

  • Mag nassen, schweren, staunassen Boden überhaupt nicht.
  • Kann anfällig für Verticillium-Welke sein.
  • Die Purpurfarbe verblasst im Schatten oder bei Überdüngung.
  • Starker Rückschnitt für große Blätter opfert die Rauchpracht.
  • Der Pflanzensaft kann empfindliche Haut reizen.

Am besten geeignet für

  • Sonnige, gut durchlässige Rabatten und Kiesgärten.
  • Dramatische Laubfarbe und einen auffälligen Blickfang im Sommer.
  • Heiße, trockene, wassersparende Pflanzungen im mediterranen Stil.
  • Magere oder alkalische Böden, auf denen anspruchsvollere Sträucher kämpfen.
  • Pflegeleichte Gärten, die mit wenig Aufwand viel Wirkung wollen.

Weniger geeignet für nasse, schwere, schlecht durchlässige Böden, tiefen Schatten oder Gärten, in denen Verticillium-Welke ein bekanntes Problem ist.

Perückenstrauch (Cotinus coggygria) - häufige Fragen

Warum heißt er im Englischen Rauchbaum, und woher kommt der "Rauch"?
Der rauchige Effekt kommt nicht von den Blättern und eigentlich nicht einmal von den Blüten selbst, sondern von den Blütenstielen. Nachdem die winzigen Sommerblüten verblüht sind, verlängern sich ihre Stiele und bedecken sich mit feinen Haaren, sodass riesige, federartige, wogende Wolken in zartem Rosa, Purpur oder rauchigem Grau entstehen. Wochenlang wie ein Dunst über dem ganzen Strauch hängend, sehen diese Wolken tatsächlich wie farbige Rauchwölkchen aus, und genau daher hat die Pflanze ihren englischen Namen.
Warum ist mein purpurner Perückenstrauch grün geworden?
Die tiefpurpurnen Sorten wie 'Royal Purple' brauchen volle Sonne, um ihre satte Laubfarbe zu halten. Im zu tiefen Schatten verblasst das Purpur zu einem stumpfen Grün. Zu reiche Düngung kann eine ähnliche Wirkung haben, weil sie grünen, blattreichen Wuchs fördert. Den Strauch in volle Sonne umsetzen oder mit starker Düngung aufhören, dann sollte die kräftige Purpurfarbe am Neuaustrieb zurückkehren.
Sollte ich meinen Perückenstrauch jedes Frühjahr stark zurückschneiden?
Das hängt davon ab, was man von ihm will. Starker Rückschnitt oder Auf-den-Stock-Setzen im zeitigen Frühjahr bringt kräftige Triebe mit viel größeren, intensiver gefärbten Blättern - hervorragend, wenn man ihn vor allem wegen des kräftigen Laubs zieht. Doch er entfernt die Rauchwolken dieses Jahres, weil sich der Rauch am älteren Holz bildet. Wer die Rauchpracht will, schneidet nur leicht. Meist muss man zwischen maximalem Laub und maximalem Rauch wählen.
Ist der Perückenstrauch sicher für Haustiere und Kinder?
Ja, der Perückenstrauch gilt allgemein als ungiftig und wird verbreitet in Familien- und Haustiergärten gepflanzt. Die wichtigste Vorsicht betrifft die Haut: Er ist mit den Sumacharten verwandt, und sein Saft kann bei empfindlichen Menschen bei Berührung leichte Reizungen oder einen Ausschlag verursachen, daher sind Handschuhe und lange Ärmel beim Schneiden sinnvoll. Er ist ein Zierstrauch und nicht zum Essen gedacht.
Wie vermehre ich den Perückenstrauch?
Die einfachste Methode sind krautige Stecklinge aus dem weichen Neuaustrieb im Frühsommer, bewurzelt in durchlässiger Erde bei Wärme und Luftfeuchtigkeit. Halbreife Stecklinge später im Sommer können ebenfalls gelingen, und man kann einen niedrigen Zweig zum Bewurzeln in den Boden absenken. Benannte Sorten wie 'Royal Purple' werden auf diese Weise vermehrt statt aus Samen, da Sämlinge die Laubfarbe der Mutterpflanze nicht zuverlässig erben.

Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.

Abonniere und hol dir das kostenlose Pflanzen-Set.

Melde dich an und nutze gleich unseren Gießkalender und das Pflegeprotokoll zum Ausdrucken (Englisch) - danach kommt jede Woche eine E-Mail (auf Englisch): eine Pflanze oder ein Problem, ohne Füllstoff erklärt. Abmelden kannst du dich jederzeit.

🌱
🪴
🌿