Löwenmäulchen (Antirrhinum)
Das Löwenmäulchen ist eine der charmantesten und verspieltesten Blumen im Garten - eine hohe, farbenfrohe Ähre, deren Blüten sich auf leichten Druck wie ein kleines Drachenmaul öffnen und schließen.
Überblick
Das Löwenmäulchen ist eine der charmantesten und verspieltesten Blumen im Garten - eine hohe, farbenfrohe Ähre, deren einzelne Blüten sich, sanft seitlich gedrückt, wie ein kleines Drachenmaul öffnen und schließen, ein Trick, der Kinder seit Generationen begeistert. Abgesehen vom Spaß ist das Löwenmäulchen eine wirklich nützliche Pflanze: Es blüht über eine lange Saison in einer satten Farbpalette, eignet sich hervorragend zum Schnitt, wird von Bienen geliebt und kommt mit kühleren Bedingungen zurecht, an denen viele Sommerblumen scheitern. Meist als Einjährige gezogen (obwohl es eigentlich eine kurzlebige Staude ist), bringt das Löwenmäulchen senkrechte Struktur, Farbe und einen Hauch Verspieltheit in Beete, Rabatten und die Vase.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Das Große Löwenmaul, Antirrhinum majus, ist im Mittelmeerraum heimisch - an felsigen Hängen, Mauern, Schutthalden und auf trockenem, sonnigem, gut durchlässigem Boden in Südeuropa. Dort ist es eigentlich eine kurzlebige Staude; in kälteren Klimaten wird es als Einjährige gezogen. Seine Herkunft aus dem Mittelmeerraum erklärt seine Liebe zu Sonne und guter Drainage, seine Verträglichkeit mageren Bodens und seine überraschende Toleranz gegenüber kühlem Wetter (Mittelmeerhänge können außerhalb der Saison kalt sein), was es zu einem guten Blüher früh und spät in der Saison macht.
Aussehen
Löwenmäulchen sind aufrechte Pflanzen mit kräftigen Stielen und schmalen, lanzettlichen grünen Blättern. Die Höhe schwankt je nach Sorte enorm: Zwerg-Beetsorten von nur 15-20 cm Höhe, mittelhohe Typen um 40-60 cm und hohe Schnittsorten von 90 cm oder mehr. Die Blüten sitzen in dichten, senkrechten Ähren und öffnen sich von unten nach oben. Jede Blüte hat die klassische zweilippige, bauchige "Drachenmaul"-Form (moderne "Schmetterlings"-/azaleenblütige und gefüllte Typen haben stattdessen offene Blüten). Die Farben sind satt und vielfältig - Rot, Rosa, Orange, Gelb, Weiß, Purpur, Bronze und zweifarbig -, doch echtes Blau fehlt.
Warum man es pflanzt - Eigenschaften & Vorteile
- Lange Blütezeit: blüht vom späten Frühjahr/Frühsommer bis in den Herbst, oft mit einem Schub an jedem kühleren Ende des Sommers.
- Senkrechte Struktur: Die Blütenähren bringen wertvolle Höhe und Rhythmus in Rabatten.
- Satte Farbpalette bei einer klassischen, sehr beliebten Bauerngartenblume.
- Verspieltes "Schnappen": Die schnappenden Blüten sind eine Freude, besonders für Kinder.
- Hervorragende Schnittblume: lange haltbare Ähren, ein Liebling des Schnittblumengartens.
- Kälteverträglich: kommt mit kühleren Bedingungen besser zurecht als viele Sommerblumen.
- Wert für Bestäuber: Hummeln, die stark genug sind, die Blüten zu öffnen, lieben sie.
Pflege
Licht & Standort
Volle Sonne für den schönsten, kräftigsten, blühfreudigsten Wuchs; lichten Schatten vertragen Löwenmäulchen, blühen dort aber weniger gut und können länger wachsen.
Boden
Fruchtbarer, gut durchlässiger Boden. Löwenmäulchen mögen keinen schweren, nassen Boden; gute Drainage ist wichtig, besonders wenn sie überwintert werden sollen.
Gießen
Zum Anwachsen und in Trockenperioden gießen. An der Basis gießen statt über das Laub - nasse Blätter fördern den Rost, die Hauptschwäche des Löwenmäulchens. Staunässe vermeiden.
Düngen
Während der Wachstumszeit maßvoll düngen, besonders in Kübeln oder magerem Boden, um die lange Folge von Blütenähren zu unterstützen.
Entspitzen, Ausputzen & Schneiden
- Bei jungen Pflanzen die Triebspitze auskneifen - das ist beim Löwenmäulchen wichtig und ergibt buschige, gut verzweigte Pflanzen mit vielen Blütenähren statt eines einzigen Stiels.
- Verblühte Ähren ausputzen oder Ähren für die Vase schneiden - das Entfernen verblühter Blüten verhindert die Samenbildung und fördert weitere Blühschübe.
- Nach dem Hauptschub kann ein Rückschnitt eine frische Blüte spät in der Saison auslösen.
Winterhärte & Winterschutz
Das Löwenmäulchen ist genau genommen eine kurzlebige Staude, aber frostempfindlich bis nur mäßig winterhart und wird in den meisten Klimaten als Einjährige gezogen. In Gegenden mit milden Wintern können Pflanzen den Winter überleben und erneut blühen; in kalten Klimaten tötet sie der Frost, und sie werden jedes Jahr neu gezogen. Ihre Kälteverträglichkeit macht sie in milden Regionen gut für Pflanzungen im zeitigen Frühjahr und im Herbst.
Pflanzung & Vermehrung
Löwenmäulchen werden aus sehr feinem Samen gezogen, der im Spätwinter/zeitigen Frühjahr im Haus ausgesät wird, oder als Jungpflanzen gekauft; um den letzten Frost herum auspflanzen (etwas kühles Wetter vertragen sie). Sie lassen sich auch aus Stecklingen ziehen. Löwenmäulchen säen sich manchmal selbst aus, doch Sämlinge von Hybriden fallen womöglich nicht sortenecht.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Löwenmäulchenrost: das klassische Hauptproblem - eine Pilzkrankheit mit braunen, pulvrigen Pusteln, meist auf den Blattunterseiten, die Pflanzen schwächen und verunstalten kann. Man verringert ihn, indem man an der Basis (nicht über die Blätter) gießt, für Luftbewegung Abstand lässt, rostresistente Sorten wählt und Löwenmäulchen nicht Jahr für Jahr in denselben Boden pflanzt.
- Langer Wuchs, wenige Ähren: junge Pflanzen nicht entspitzt oder zu viel Schatten.
- Falscher Mehltau, Wurzelfäulen und Welke: können Pflanzen befallen, besonders bei nassem oder dichtem Stand.
- Nacktschnecken, Schnecken und Blattläuse: können junge Pflanzen und den Austrieb schädigen.
Giftigkeit & Sicherheit
Löwenmäulchen (Antirrhinum) gelten allgemein als ungiftig / gering giftig und als unbedenklich für Katzen, Hunde, Pferde und Menschen - sie sind keine anerkannte Vergiftungsgefahr, die Blüten werden manchmal als essbar geführt, und die Pflanze wird in Familiengärten verbreitet gepflanzt. Eine sichere, kinder- und tierfreundliche Gartenblume (und dank der schnappenden Blüten eine lustige).
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Lange Blütezeit; gute senkrechte Struktur.
- Satte Farbpalette; klassische, charmante Bauerngartenblume.
- Hervorragende Schnittblume; verspielte schnappende Blüten, die Kinder lieben.
- Kälteverträglich; tier- und kinderfreundlich; großartig für Hummeln.
Nachteile
- Anfällig für Löwenmäulchenrost, besonders bei feuchter Witterung.
- Meist als Einjährige gezogen; in kalten Klimaten frostempfindlich.
- Braucht Entspitzen für eine schöne buschige Pracht.
- Hohe Typen brauchen eventuell eine Stütze; weicher Wuchs zieht Schnecken an.
Am besten geeignet für
- Sonnige Rabatten und Bauerngärten, die senkrechte Farbe wollen.
- Schnittblumengärten - eine klassische, lange haltbare Schnittblume.
- Beete und Kübel (Zwerg- und mittelhohe Typen).
- Kindergärten - wegen des Spaßes mit den schnappenden Blüten.
Weniger geeignet für tiefen Schatten, schweren staunassen Boden, Gärten, in denen Rost ein hartnäckiges Problem ist (ohne resistente Sorten), oder alle, die eine zuverlässig dauerhafte Staude wollen.
Löwenmäulchen (Antirrhinum) - häufige Fragen
Warum haben die Blätter meines Löwenmäulchens unterseits braune, pulvrige Flecken?
Sind Löwenmäulchen einjährig oder ausdauernd?
Warum ist mein Löwenmäulchen hoch und dünn mit nur einer Blütenähre?
Sind Löwenmäulchen sicher für Haustiere und Kinder?
Wie halte ich Löwenmäulchen lange blühend?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.