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Passionsblume (Passiflora)

Die Passionsblume ist eine der außergewöhnlichsten und exotischsten Kletterpflanzen für den Garten - mit fast architektonischen Blüten, die eher wie ein Schmuckstück wirken.

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Passionsblume (Passiflora)
Gießen
Beim Einwachsen und in Trockenperioden regelmäßig gießen und den Boden…
Kategorie
Gartenpflanzen
Sprache
Deutsch

Überblick

Die Passionsblume ist eine der außergewöhnlichsten und exotischsten Kletterpflanzen, die man im Garten ziehen kann. Ihre Blüten wirken fast architektonisch - ein Rad aus Blütenblättern, gekrönt von einem gefransten Kranz farbiger Fäden, mit einem markanten zentralen Aufbau aus Staubblättern und Griffeln - und sehen eher wie ein Schmuckstück als wie eine Blüte aus. Wüchsig, schnell und mit Ranken selbst kletternd, rast eine Passionsblume an einer Mauer, einem Zaun oder einem Spalier empor und bedeckt sie den Sommer und Herbst über mit kunstvollen Blüten. Manche Arten bilden anschließend essbare Passionsfrüchte. Die am häufigsten gezogene winterharte Art, die Blaue Passionsblume, ist überraschend robust und kann an einem geschützten Platz kalte Winter überstehen, was diese tropisch wirkende Pflanze weit über die Tropen hinaus möglich macht.

Herkunft & natürlicher Lebensraum

Die meisten Passionsblumen stammen aus den warmen Regionen Amerikas, vom Süden der Vereinigten Staaten über Mittel- bis nach Südamerika, wo sie als wüchsige Rankenkletterer an Waldrändern, auf Lichtungen und im Buschland zum Licht emporklettern. Einige Arten stammen aus Asien und Australien. Die Gattung ist groß und vielfältig und reicht von frostempfindlichen tropischen Kletterpflanzen bis zu einer Handvoll winterhärterer Arten. Die bekannteste Gartenpflanze, die Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea), ist in Südamerika heimisch, aber deutlich kälteverträglicher als ihre Verwandten, weshalb sie in Gärten gemäßigter Breiten gedeiht, in denen andere Arten nicht überleben würden.

Aussehen

Passionsblumen sind kletternde, sich mit Ranken festhaltende Pflanzen, oft wüchsig, die in einer Saison mehrere Meter erreichen. Die Blätter sind meist gelappt, bei manchen Arten deutlich handförmig, und frisch mittelgrün. Die Blüten sind das Spektakel: ein flaches Rad aus Kronblättern und Kelchblättern, gekrönt von einem auffälligen Ring fadenförmiger Gebilde, der Nebenkrone (Corona), oft blau, purpurn oder weiß gebändert, mit einer erhöhten zentralen Säule aus Staubblättern und Narben. Die Blüten der Blauen Passionsblume sind meist weiß mit blau-purpurner Corona. Die Blüte reicht vom Sommer bis in den Herbst. Manche Arten tragen nach der Blüte eiförmige Früchte - Passionsfrüchte -, die je nach Typ von Grün zu Orange, Gelb oder Purpur reifen.

Warum man sie pflanzt - Eigenschaften & Vorteile

  • Exotische, kunstvolle Blüten: mit nichts anderem in einem Garten gemäßigter Breiten vergleichbar und aus der Nähe endlos faszinierend.
  • Schnelle, großzügige Begrünung: eine wüchsige Kletterpflanze, die Mauern, Zäune und Spaliere rasch bedeckt.
  • Lange Saison: blüht den Sommer über bis in den Herbst.
  • Essbare Früchte (manche Typen): Bestimmte Arten bilden echte Passionsfrüchte.
  • Anziehend für Bestäuber: Die offenen Blüten locken Bienen und andere Insekten an.
  • Tropischer Look, gemäßigte Robustheit: Die winterharte Blaue Passionsblume bringt ein exotisches Flair in kühle Gärten.

Pflege

Licht & Standort

Passionsblumen wollen für die beste Blüte einen warmen, geschützten Platz in voller Sonne, idealerweise an einer nach Süden oder Westen ausgerichteten Mauer oder einem Zaun, der Wärme speichert. Etwas lichten Schatten vertragen sie, blühen in der Sonne aber weit reicher. Schutz vor kalten, austrocknenden Winden hilft, besonders in kälteren Gärten, wo Wärme sowohl die Blüte als auch das Ausreifen der Früchte fördert.

Boden

Sie wachsen in den meisten ordentlichen, gut durchlässigen Gartenböden. Was sie nicht mögen, ist schwerer, staunasser Boden im Winter. Den Pflanzplatz mit Kompost verbessern und in Kübeln eine durchlässige, hochwertige Erde verwenden. Zu nährstoffreicher Boden kann üppige Blätter auf Kosten der Blüten erzeugen.

Gießen

Beim Einwachsen und in Trockenperioden regelmäßig gießen und den Boden feucht, aber nie durchnässt halten. Kübelpflanzen trocknen schnell aus und brauchen während der Wachstumszeit gleichmäßiges Gießen. Eingewachsene Pflanzen im Boden sind recht widerstandsfähig, sobald ihre Wurzeln tief reichen.

Düngen

Im Frühjahr und den Sommer über mit einem ausgewogenen oder kaliumreichen Dünger versorgen, um die Blüte statt übermäßigen Blattwuchses zu fördern. Überdüngung mit viel Stickstoff vermeiden, die Blattwuchs auf Kosten der Blüten treibt. Kübelpflanzen brauchen regelmäßige Düngung.

Schnitt

Passionsblumen sind wüchsig und profitieren von einem Schnitt, der sie in Grenzen hält. In kalten Gärten frostgeschädigten Wuchs im Frühjahr zurückschneiden, sobald keine starken Fröste mehr drohen und man sieht, welche Triebe überlebt haben. Ansonsten im Frühjahr Triebe auslichten und einkürzen, um die Größe zu steuern und frischen, blühfreudigen Wuchs anzuregen. Sie vertragen starken Rückschnitt gut und treiben kräftig wieder aus.

Winterhärte & Winterschutz

Die Winterhärte schwankt je nach Art enorm. Die Blaue Passionsblume ist der winterhärteste häufig gezogene Typ und kann an einem geschützten Platz mit einer guten Wintermulchschicht über den Wurzeln kalte Winter überstehen und von der Basis neu austreiben, selbst wenn die oberirdischen Teile erfrieren. Viele andere Passionsblumen sind frostempfindlich und brauchen ein frostfreies Gewächshaus oder einen Wintergarten oder müssen in Töpfen gezogen werden, die man zum Überwintern unter Dach bringt. Die Art immer passend zum eigenen Klima wählen.

Pflanzung & Vermehrung

Im späten Frühjahr oder Frühsommer pflanzen, wenn der Boden warm ist und keine Fröste mehr drohen, an eine Mauer oder ein Spalier mit bereits angebrachter Stütze, an der sich die Ranken festhalten können. Über halbreife Stecklinge im Sommer vermehren, die bei Wärme bereitwillig wurzeln, oder aus Samen, wobei aus Samen gezogene Pflanzen variieren und später blühen können. Wüchsige Triebe lassen sich auch absenken. In kalten Gebieten Stecklinge als Absicherung nehmen, falls ein harter Winter die Mutterpflanze tötet.

Häufige Probleme & Schädlinge

  • Nur Blätter, keine Blüten: meist zu viel Schatten, zu viel Stickstoffdünger oder eine sehr junge Pflanze - in die Sonne umsetzen und auf einen kaliumbetonten Dünger umstellen.
  • Winterliches Zurückfrieren: Frost tötet die oberirdischen Teile; winterharte Typen treiben mit Mulch im Frühjahr oft von der Basis neu aus.
  • Früchte reifen nicht: Eine kurze oder kühle Saison kann Früchte unreif lassen; mehr Sonne und Wärme helfen.
  • Gurkenmosaikvirus: kann das Laub verformen und marmorieren; stark befallene Pflanzen entfernen.
  • Blattläuse, Weiße Fliege und Rote Spinne: besonders unter Glas oder bei heißen, trockenen Bedingungen.

Mit Wärme, Sonne und einem geschützten Platz ist sie eine robuste und dankbare Kletterpflanze.

Giftigkeit & Sicherheit

Die reife Frucht essbarer Passionsblumenarten ist sicher und köstlich. Vorsicht ist jedoch geboten: Unreife Früchte sowie Blätter und Triebe vieler Passionsblumen enthalten Stoffe, die beim Verzehr größerer Mengen Magenverstimmungen verursachen können, daher nur die vollreife Frucht einer als essbar bekannten Art essen. Zierarten werden wegen ihrer Blüten gezogen, nicht wegen ihrer Früchte, und ihre Früchte sollte man nicht für essbar halten. Haustiere und Kinder vom Knabbern an Laub und unreifen Früchten abhalten. Im Zweifel über eine Art die Früchte als ungenießbar behandeln und die Pflanze allein wegen ihrer Blüten genießen.

Vor- & Nachteile

Vorteile

  • Spektakuläre, kunstvolle, exotische Blüten.
  • Schnelle, wüchsige Begrünung für Mauern und Zäune.
  • Lange Blütezeit bis in den Herbst.
  • Manche Typen liefern essbare Passionsfrüchte.
  • Die winterharte Blaue Passionsblume passt in kühle Gärten.

Nachteile

  • Viele Arten sind frostempfindlich und brauchen Winterschutz.
  • Wüchsig - kann ihren Platz sprengen und braucht regelmäßigen Schnitt.
  • Unreife Früchte und Laub können Magenverstimmungen verursachen.
  • Blüht im Schatten oder bei Überdüngung mit Stickstoff schlecht.
  • Früchte reifen in kurzen, kühlen Saisons eventuell nicht aus.

Am besten geeignet für

  • Warme, geschützte, sonnige Mauern und Zäune.
  • Spaliere, Bögen und Pergolen, die schnelle exotische Begrünung brauchen.
  • Experimentierfreudige Gärtner, die einen tropischen Look im gemäßigten Garten wollen.
  • Große Kübel für frostempfindliche Arten, die man unter Dach bringen kann.
  • Gärten, in denen man die kunstvollen Blüten aus der Nähe bewundern kann.

Weniger geeignet für kalte, exponierte Gärten (außer für die winterhärtesten Typen), kleine Flächen, auf denen die Wüchsigkeit ein Problem ist, oder Gärtner, die eine pflegeleichte, langsam wachsende Pflanze wollen.

Passionsblume (Passiflora) - häufige Fragen

Ist die Passionsblume winterhart?
Das hängt ganz von der Art ab. Die Blaue Passionsblume ist der winterhärteste häufige Typ und kann an einem geschützten Platz mit einer Mulchschicht über den Wurzeln kalte Winter überstehen und treibt oft von der Basis neu aus, wenn die oberen Teile erfrieren. Viele andere Passionsblumen sind frostempfindlich und brauchen Schutz über den Winter.
Kann ich die Früchte der Passionsblume essen?
Nur die vollreifen Früchte von Arten, die als essbar bekannt sind. Unreife Früchte sowie Blätter und Triebe vieler Passionsblumen können Magenverstimmungen verursachen. Zierarten werden wegen ihrer Blüten gezogen, und man sollte ihre Früchte nicht für unbedenklich halten.
Warum hat meine Passionsblume viele Blätter, aber keine Blüten?
Die üblichen Ursachen sind zu viel Schatten, zu viel Stickstoffdünger oder eine junge, noch einwachsende Pflanze. In volle Sonne umsetzen, auf einen kaliumbetonten Dünger umstellen und ihr Zeit zum Einwachsen geben.
Wie verhindere ich, dass sie alles überwuchert?
Im Frühjahr schneiden, um Größe und Form zu steuern, bei Bedarf auch kräftig - Passionsblumen vertragen starken Rückschnitt und treiben kräftig wieder aus. Einen Platz wählen, an dem ihre Wüchsigkeit willkommen ist, und den Wuchs jedes Jahr auslichten.
Braucht sie eine Stütze?
Ja. Passionsblumen klettern mit sich einrollenden Ranken, daher brauchen sie Drähte, ein Spalier oder ein Netz, an dem sie sich festhalten können. Beim Pflanzen eine Stütze anbringen und die jungen Triebe daran leiten.

Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.

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