Waldrebe 'Multi Blue'
'Multi Blue' ist eine großblumige Kletter-Waldrebe, gezogen für ihre ungewöhnliche gefüllte Blüte, in der ein Kranz breiter äußerer Blütenblätter einen dichten, stachelig wirkenden Pompon umgibt.
Überblick
'Multi Blue' ist eine großblumige Kletter-Waldrebe, die für ihre ungewöhnliche gefüllte Blüte gezogen wird: Ein Kranz breiter äußerer Blütenblätter umgibt einen dichten, stachelig wirkenden Pompon aus kürzeren blauvioletten Segmenten (Clematis 'Multi Blue'). Die geschichtete, fast dahlienartige Blüte hält ihre Form lange und hebt diese Sorte von einfach blühenden blauen Clematis ab. Sie ist eine kompakte, wohlerzogene Kletterpflanze, die zu Kübeln und kleinen Kletterhilfen ebenso passt wie zu einem Gartenzaun.
Herkunft & Hintergrund
Die Gattung Clematis ist über die gemäßigte Nordhalbkugel verbreitet, mit Arten in Europa, Asien und Nordamerika, wobei viele Kletterformen auf chinesische und japanische Eltern zurückgehen. 'Multi Blue' entstand als Sport (spontane Mutation) der klassischen Sorte 'The President', wurde in den Niederlanden ausgelesen und in den 1980er Jahren eingeführt. Sie erbte die Wuchskraft und satte Färbung ihrer Mutterpflanze und bringt zugleich ihre charakteristischen mehrschichtigen, halbgefüllten bis gefüllten Blüten hervor.
Aussehen
Die Blüten sind tiefblau bis violettblau und gehen mit zunehmendem Alter in sanftere Lavendel-Mauve-Töne über. Jede Blüte misst etwa 10 bis 15 cm und besteht aus einem flachen äußeren Kragen spitzer Blütenblätter, der einen erhabenen Schopf vieler schmaler, spitzer innerer Segmente umfasst - das ergibt einen deutlich getufteten, zweistöckigen Eindruck. Der Hauptschub kommt vom späten Frühjahr bis zum Frühsommer am Holz des Vorjahres, oft mit einer leichteren Wiederholung im Spätsommer; die Blüten des zweiten Schubs können einfacher ausfallen. Ausgewachsene Pflanzen erreichen etwa 1,8 bis 2,4 m Höhe bei einer Breite von knapp 0,9 m und bleiben damit vergleichsweise kompakt. Auf die Blüten können flauschige Samenstände folgen, und die Pflanze zieht ein, bevor sie im Frühjahr zurückkehrt.
Warum man sie pflanzt - Eigenschaften & Vorteile
- Auffällige gefüllte Blüten mit lang haltendem, skulpturalem Pompon-Zentrum, selten unter blauen Clematis
- Kompakter Wuchs, der in großen Kübeln, an Obelisken und an niedrigen Zäunen oder Spalieren gedeiht
- In einer guten Saison zwei Blütenschübe für verlängerte Farbe
- Satter blauvioletter Ton, der gut zu Rosen, silbrigem Laub und hell blühenden Kletterpflanzen passt
Pflege
Licht: Volle Sonne bis Halbschatten; sie blüht am besten mit mindestens einem halben Tag Sonne, während die Wurzeln kühl und beschattet bleiben. Wasser: Den Boden gleichmäßig feucht halten, besonders in den ersten beiden Jahren und bei Trockenheit; nie vollständig austrocknen lassen. Boden: Fruchtbarer, humusreicher, gut durchlässiger Boden, der kühl bleibt; ein annähernd neutraler, leicht alkalischer bis leicht saurer pH-Wert passt ihr gut. Winterhärte: USDA-Zonen 4 bis 9. Blüte oder Saison: Hauptschau vom späten Frühjahr bis zum Frühsommer, mit einer leichteren Wiederholung vom Spätsommer bis in den Frühherbst. Extra: Dies ist eine Clematis der Schnittgruppe 2, daher im Spätwinter nur leicht schneiden, totes und schwaches Holz entfernen und über einem kräftigen Knospenpaar formen, um die frühen gefüllten Blüten am alten Holz zu schützen. Hinweis für Tierhalter: Clematis ist giftig für Katzen und Hunde, daher geschnittene Triebe und neugierige Haustiere auseinanderhalten.
Pflanzung & Vermehrung
Im Frühjahr oder Herbst pflanzen und den Wurzelhals etwa 5 bis 8 cm unter die Bodenoberfläche setzen, um kräftige Bodentriebe zu fördern und der Clematiswelke vorzubeugen, und den Wurzelbereich mit Mulch, einer Platte oder einer niedrigen Bepflanzung beschatten. Von Anfang an eine Kletterhilfe zum Winden geben. Als benannte Sorte fällt sie aus Samen nicht sortenecht, daher durch halbreife Stecklinge im Früh- bis Hochsommer vermehren oder durch Absenken eines tief liegenden Triebs, den man abtrennt, sobald er bewurzelt ist.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Clematiswelke, ein pilzbedingtes Triebsterben, das Triebe plötzlich zusammenbrechen lässt; befallene Triebe bis ins gesunde Gewebe zurückschneiden, dann erholt sie sich oft aus dem vergrabenen Wurzelhals
- Blattläuse und Ohrwürmer, die junge Triebe verformen und an Knospen fressen
- Echter Mehltau sowie Schneckenfraß an weichem Neuaustrieb bei feuchter, dichter Standweise
Giftigkeit & Sicherheit
Die Waldrebe 'Multi Blue' ist giftig für Katzen und Hunde. Ihr Saft enthält Protoanemonin, eine reizende Verbindung, die freigesetzt wird, wenn die Pflanze gekaut oder zerdrückt wird. Das Fressen kann Speicheln, Reizungen in Maul und Rachen, Erbrechen und Durchfall verursachen. In der Praxis fällt die Reaktion meist mild aus, weil der bittere, brennende Geschmack die Tiere davon abhält, viel zu fressen. Handschuhe tragen, wenn der Saft die Haut reizt, und eine Tierarztpraxis kontaktieren, wenn ein Haustier eine größere Menge gefressen hat oder unwohl wirkt.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Ungewöhnliche, lang haltende gefüllte Blüten in einem begehrten tiefen Blau
- Kompakt und kübelfreundlich, leicht in kleinen Gärten unterzubringen
Nachteile
- Der Schnitt der Gruppe 2 und die richtige Pflanztiefe verlangen etwas Wissen
- Anfällig für die Clematiswelke und auf kühle, feuchte Wurzeln angewiesen
Am besten geeignet für
- Gärtner, die eine auffällige Kletterpflanze für Terrassentopf, Obelisk oder kleines Spalier wollen
- Gemischte Rabatten und Bauerngarten-Konzepte, in denen sie durch Rosen oder Sträucher klettern kann
Waldrebe 'Multi Blue' - häufige Fragen
Warum sind manche Blüten meiner 'Multi Blue' einfach statt gefüllt?
Wie stark soll ich sie zurückschneiden?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.