Narzisse / Osterglocke (Narcissus)
Die Narzisse ist der fröhlichste und verlässlichste Frühlingsbote - die Zwiebelblume, die einmal gepflanzt Jahr für Jahr treu wiederkommt und sich zu immer größeren goldenen Teppichen vermehrt.
Überblick
Die Narzisse (Osterglocke) ist der fröhlichste und verlässlichste Frühlingsbote, den es gibt - die Zwiebelblume, die einmal gepflanzt und fast vergessen Jahr für Jahr treu wiederkommt und sich zu immer größeren goldenen Teppichen vermehrt. Wo Tulpen blenden und nachlassen, kommen Narzissen einfach immer wieder. Sie öffnen sich im Spätwinter und Frühjahr mit ihren unverwechselbaren Blüten - einem Kranz aus Blütenblättern um eine zentrale Trompete oder Nebenkrone - in Gelb, Weiß, Creme, Orange und zweifarbig. Sie sind winterhart, einfach, widerstandsfähig gegen Nagetiere und Rehe (weil sie giftig sind) und ideal zum Verwildern in Rasen und unter Bäumen. Für verlässliche Frühlingsfarbe mit dem geringstmöglichen Aufwand ist die Narzisse kaum zu schlagen.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Narcissus ist hauptsächlich in Europa und Nordafrika heimisch, mit einer großen Konzentration wilder Arten rund um das Mittelmeer und besonders auf der Iberischen Halbinsel. Wilde Narzissen wachsen auf Wiesen, in Wäldern, auf felsigem Boden und Bergweiden - an Orten mit feuchten Frühjahren und trockeneren Sommern. Diese Herkunft erklärt ihre Robustheit und ihre freudige Verwilderung: Sie sind an eine feuchte Wachstumszeit mit anschließender Sommerruhe und an kalte Winter angepasst.
Aussehen
Narzissen wachsen aus einer Zwiebel und bilden riemenförmige grüne Blätter und blattlose Blütenstiele. Die Blüte hat einen äußeren Kranz aus sechs Blütenblättern (die "Blütenhülle") um eine zentrale Schale oder Röhre (die "Nebenkrone") - eine lange Trompete bei den klassischen Typen, eine kurze Schale oder ein flacher Ring bei anderen. Die Höhen reichen von 10 cm hohen Miniaturen bis zu 45 cm hohen großen Trompetennarzissen. Die Gattung ist riesig und in Gruppen gegliedert, darunter Trompeten-, großkronige, kleinkronige, gefüllte, Jonquilla-, Tazetta- und Wildnarzissen (botanische Narzissen) - sie decken eine lange Saison vom Spätwinter bis zum späten Frühjahr ab und umfassen viele duftende Sorten.
Warum man sie pflanzt - Eigenschaften & Vorteile
- Außergewöhnliche Zuverlässigkeit: wirklich ausdauernd - kommt jahrzehntelang wieder und vermehrt sich.
- Fröhliche frühe Farbe: unter den ersten großen Blüten des Jahres.
- Verwildert wunderschön: ideal für Teppiche im Rasen, unter Bäumen und an Böschungen.
- Widerstandsfähig gegen Schädlinge: giftig, daher lassen Eichhörnchen, Mäuse, Wühlmäuse und Rehe Zwiebeln und Pflanzen in Ruhe.
- Pflegeleicht: einmal pflanzen und im Grunde vergessen.
- Lange Saison und Vielfalt: von Miniaturen bis Trompeten, dazu viele duftende Typen.
- Gute Schnittblumen (mit einem Vorbehalt beim Mischen in der Vase).
Pflege
Licht & Standort
Volle Sonne bis Halbschatten. Narzissen blühen bei gutem Licht am besten, doch weil sie früh blühen - bevor laubabwerfende Bäume austreiben -, verwildern sie hervorragend unter Bäumen und Sträuchern und bekommen ihr Sonnenlicht, bevor sich das Kronendach schließt.
Boden
Feuchter, aber gut durchlässiger, einigermaßen fruchtbarer Boden. Narzissen vertragen ein breites Spektrum an Böden und pH-Werten; sie mögen nur dauerhaft staunassen Boden nicht, der die Zwiebeln faulen lässt.
Pflanzzeit & Pflanztiefe
Zwiebeln im frühen bis mittleren Herbst pflanzen - früher als Tulpen, damit die Wurzeln vor dem Winter anwachsen. Etwa zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist (etwa 10-15 cm), mit der Spitze nach oben pflanzen.
Gießen
Regen im Herbst und Frühjahr reicht meist aus. In Trockenperioden während des aktiven Wachstums gießen; Narzissen bevorzugen eine trockenere Ruhezeit im Sommer.
Düngen
Ein ausgewogener Zwiebeldünger oder eine Düngung nach der Blüte hilft, kräftige Zwiebeln fürs Folgejahr aufzubauen - besonders nützlich bei verwilderten Pflanzungen.
Nach der Blüte - die goldene Regel
Verblühtes ausputzen (damit keine Kraft in Samen fließt), aber das Laub völlig in Ruhe lassen, bis es von selbst abgestorben und vergilbt ist - meist etwa sechs Wochen nach der Blüte. Die grünen Blätter nicht abschneiden, falten oder zusammenbinden: Sie laden die Zwiebel fürs nächste Jahr auf. Zu früh abgeschnittenes Laub ist der mit Abstand häufigste Grund, warum Narzissen nicht mehr gut blühen.
Verwildern & Ausgraben
Narzissen eignen sich perfekt zum Verwildern - Zwiebeln locker im Rasen verteilen und pflanzen und diese Fläche einfach nicht mähen, bis das Laub abgestorben ist. Horste, die zu dicht werden und weniger blühen, kann man ausgraben und teilen, sobald die Blätter eingezogen sind.
Winterhärte & Winterschutz
Narzissen sind sehr winterhart - die meisten zuverlässig bis etwa USDA-Zone 3-4 - und brauchen keinen Winterschutz. Sie benötigen Winterkälte und gedeihen in milden, frostfreien Klimaten schlecht (auch wenn manche Tazetta-Typen wärmere Regionen vertragen).
Pflanzung & Vermehrung
Zwiebeln im Herbst pflanzen. Narzissen vermehren sich bereitwillig selbst, indem sie Brutzwiebeln bilden und so stetig größere Horste und Teppiche formen; dichte Horste nach dem Einziehen des Laubs ausgraben und teilen, um sie zu verteilen. Wildarten können sich auch aussäen.
Häufige Probleme & Schädlinge
- "Blindheit" - Blätter, aber keine Blüten: die häufigste Klage. Ursachen: in früheren Jahren zu früh abgeschnittenes Laub, ein überfüllter, dichter Horst (teilen), zu viel Schatten, zu flache Pflanzung oder Trockenheit während des Wachstums.
- Narzissenfliege: Die Larven bohren sich in Zwiebeln und zerstören sie - eine häufige Ursache dafür, dass Zwiebeln nicht wieder erscheinen.
- Basalfäule und andere Zwiebelfäulen: verursacht durch nassen Boden oder warme Lagerung.
- Narzissenälchen: verursachen verformten Wuchs - befallene Zwiebeln vernichten.
- Narzissen in gemischten Vasen: Die geschnittenen Stiele sondern einen Saft ab, der die Haltbarkeit anderer Schnittblumen verkürzt - Narzissen zuerst getrennt vorbehandeln.
Giftigkeit & Sicherheit
Narzissen sind giftig - alle Teile enthalten Alkaloide (vor allem Lycorin) und reizende Kristalle, wobei die Zwiebel der giftigste Teil ist. Die Aufnahme kann bei Katzen, Hunden, Pferden und Menschen Erbrechen, Speicheln, Durchfall und Bauchschmerzen verursachen, größere Mengen wirken schwerer. Zwiebeln wurden schon mit Speisezwiebeln verwechselt und haben so Vergiftungen bei Menschen verursacht. Der Pflanzensaft kann auch die Haut reizen ("Narzissenjucken"). Zwiebeln von Haustieren und Kindern fernhalten, sicher lagern und beim Umgang mit vielen Handschuhe tragen. (Genau diese Giftigkeit macht Narzissen erfreulich widerstandsfähig gegen Eichhörnchen, Rehe und Nagetiere.)
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Wirklich ausdauernd - jahrzehntelang verlässlich, vermehrt sich zu Teppichen.
- Fröhliche, frühe Frühlingsfarbe mit sehr wenig Aufwand.
- Widerstandsfähig gegen Schädlinge - Nagetiere und Rehe meiden Zwiebeln und Pflanzen.
- Hervorragend zum Verwildern; riesige Vielfalt; viele duftende Typen.
Nachteile
- Giftig, besonders die Zwiebeln - Vorsicht bei Haustieren und Kindern.
- Das Laub muss absterben dürfen - sieht wochenlang nach der Blüte unordentlich aus.
- Zu früh abgeschnittene Blätter verursachen "Blindheit" (keine Blüten).
- Narzissenfliege und Fäulnis können die Pracht mindern; brauchen Winterkälte.
Am besten geeignet für
- Verwildern in Rasen, Wiesen, an Böschungen und unter laubabwerfenden Bäumen.
- Rabatten, Beete und Kübel für frühe Frühlingsfarbe.
- Pflegeleichte und naturnahe Gärten.
- Fast jeden Garten, der verlässliche, Jahr für Jahr wiederkehrende Zwiebelblumen will.
Weniger geeignet für milde frostfreie Klimate (die meisten Typen), dauerhaft staunassen Boden oder Gärtner, die wochenlang absterbendes Laub nicht ertragen.
Narzisse / Osterglocke (Narcissus) - häufige Fragen
Warum bilden meine Narzissen Blätter, aber keine Blüten?
Kann ich Narzissenblätter nach der Blüte abschneiden?
Sind Narzissen giftig?
Wie verwildere ich Narzissen im Rasen?
Kann ich Narzissen mit anderen Blumen in eine Vase stellen?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.