Waldrebe (Clematis)
Die Clematis ist nach allgemeiner Übereinkunft die Königin der Kletterpflanzen - eine riesige, vielfältige Gruppe von Ranken, die Mauern, Zäune, Bögen und Pergolen in Blüten hüllen.
Überblick
Die Clematis (Waldrebe) ist nach allgemeiner Übereinkunft die Königin der Gartenkletterpflanzen - eine riesige und vielfältige Gruppe von Ranken, die eine Mauer, einen Zaun, einen Bogen oder eine Pergola in Blüten hüllen, durch Sträucher und Rosen klettern oder eine Böschung hinabfallen können. Die Blütenvielfalt ist enorm: von riesigen, flachen, untertassengroßen Blüten in Juwelenfarben über nickende Glocken und Sterne bis zu Wolken winziger, süß duftender Blüten, über eine Saison, die sich - durch Kombination der Typen - vom Spätwinter bis in den Herbst erstrecken kann. Die Clematis gilt als kompliziert, und dieser Ruf beruht fast ausschließlich auf einem Punkt: dem Schnitt. Verschiedene Clematis werden zu verschiedenen Zeiten geschnitten, und wer es falsch macht, verliert die Blüten. Wer die einfachen Schnittgruppen lernt, für den wird die Clematis zu einer der dankbarsten Pflanzen überhaupt.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Clematis ist eine große Gattung mit rund 300 Arten in der gemäßigten Nordhalbkugel - in Wäldern, Hecken, Gebüschen und an felsigen Stellen -, mit einem großen Anteil der Garteneltern aus China und Japan sowie aus Europa und Nordamerika. In der Natur klettert die Clematis meist durch Sträucher und Bäume hinauf: die Wurzeln in kühlem, schattigem, feuchtem Boden am Waldboden, die Triebspitzen der Sonne entgegen. Aus dieser Wuchsweise stammt der berühmteste Clematis-Rat überhaupt: "Kopf in der Sonne, Füße im Schatten."
Aussehen
Die meisten Gartenclematis sind laubabwerfende (einige immergrüne) verholzende oder halbverholzende Kletterpflanzen, die klettern, indem sie ihre Blattstiele um Stützen winden - daher brauchen sie dünne Stützen oder Netze zum Festhalten, keine dicken Pfosten. Die Größe reicht von kompakten 1-2 m hohen Typen für Töpfe bis zu wüchsigen Arten, die große Mauern bedecken. Die Blüten unterscheiden sich dramatisch: großblumige Hybriden mit breiten, flachen Blüten von 10-20 cm Durchmesser; kleinblütige Arten mit Massen an Glocken, Sternen oder winzigen duftenden Blüten. Bei vielen folgen zierende, flauschige, silbrige Samenstände.
Warum man sie pflanzt - Eigenschaften & Vorteile
- Senkrechte Farbe: hüllt Mauern, Zäune, Bögen, Pergolen und Obelisken in Blüten.
- Enorme Vielfalt: Blütengröße, Form, Farbe und Blütezeit für jede Situation.
- Eine sehr lange Saison möglich: Die Kombination früher, mittlerer und später Typen ergibt fast das ganze Jahr Blüten.
- Vielseitig: lässt sich an Stützen ziehen, klettert durch Sträucher und Rosen, fällt Böschungen hinab oder wächst in Töpfen.
- Zierende Samenstände: Viele Typen bilden nach der Blüte flauschige silbrige Samenstände.
- Duft: Mehrere Arten und Sorten duften süß.
- Wert für Bestäuber: Offene Blüten und Wildarten ziehen Bienen an.
Pflege
Licht & Standort
"Kopf in der Sonne, Füße im Schatten." Die Clematis blüht am besten, wenn ihr oberer Wuchs gute Sonne bekommt (die meisten brauchen mindestens einen halben Tag; manche vertragen Halbschatten), doch die Wurzeln müssen kühl und beschattet bleiben - erreicht durch Beschatten der Basis mit niedrigen Pflanzen, einer Steinplatte oder einer großzügigen Mulchschicht.
Boden
Fruchtbarer, humusreicher, feuchter, aber gut durchlässiger Boden. Clematis sind nährstoffhungrige, durstige Pflanzen, die weder Trockenheit noch Staunässe mögen. Den Pflanzbereich großzügig mit Kompost verbessern.
Pflanzung
Eine wichtige Pflanzregel für die großblumigen Hybriden: Clematis tief pflanzen - den Wurzelhals etwa 5-8 cm unter die Bodenoberfläche setzen. Diese tiefe Pflanzung hilft der Pflanze, sich nach einem Befall mit Clematiswelke zu erholen, weil sie unterirdisch neu austreiben kann.
Gießen & Düngen
Gut gießen, besonders während des Anwachsens und in Trockenperioden - Clematis sind durstig. Im Frühjahr und während der Wachstumszeit mit einem ausgewogenen oder Rosen-/Clematisdünger düngen, um die üppige Blüte zu unterstützen. Großzügig mulchen (den Mulch dabei von den Stielen fernhalten), um zu nähren, Feuchtigkeit zu halten und die Wurzeln zu kühlen.
Schnitt - die drei Gruppen
Das ist das Herzstück der Clematispflege. Clematis werden in drei Schnittgruppen eingeteilt:
- Gruppe 1 (früh blühend): blühen im Spätwinter/Frühjahr am Holz des Vorjahres (z. B. C. montana, C. armandii). Wenig oder gar nicht schneiden - nur direkt nach der Blüte auslichten oder verkleinern.
- Gruppe 2 (großblumige Hybriden, Frühsommer): blühen am Holz des Vorjahres, oft mit einem zweiten Schub am neuen Holz. Im Spätwinter/zeitigen Frühjahr leicht schneiden - abgestorbenes Holz entfernen und in Form bringen, ohne das ganze alte Holz wegzuschneiden, das die ersten Blüten trägt.
- Gruppe 3 (spät blühend): blühen im Sommer/Herbst am Holz des laufenden Jahres (z. B. C. viticella, späte großblumige Sorten, C. tangutica). Im Spätwinter/zeitigen Frühjahr kräftig schneiden - die ganze Pflanze auf ein niedriges Paar kräftiger Knospen zurückschneiden.
Die Gruppe der eigenen Clematis zu kennen ist unerlässlich; ein kräftiger Frühjahrsschnitt bei Gruppe 1 oder 2 entfernt die Blüten dieses Jahres.
Winterhärte & Winterschutz
Die meisten Gartenclematis sind winterhart (meist bis etwa USDA-Zone 4-6, je nach Typ) und brauchen keinen Winterschutz. Immergrüne Typen sind weniger winterhart und bevorzugen einen geschützten Platz.
Pflanzung & Vermehrung
Tief (wie oben beschrieben) im Herbst oder Frühjahr in verbesserten Boden pflanzen und die Basis beschatten. Durch Absenken vermehren (einfach und zuverlässig - einen Trieb am Boden feststecken, bis er wurzelt) oder über krautige/halbreife Stecklinge (Clematisstecklinge können heikel sein). Wildarten lassen sich aus Samen ziehen.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Clematiswelke: das gefürchtetste Problem - eine Pilzkrankheit, bei der ein Trieb (oder die ganze Pflanze) plötzlich welkt, schwarz wird und zusammenbricht, oft kurz vor der Blüte. Sie befällt vor allem großblumige Hybriden. Befallene Triebe bis ins gesunde Gewebe oder unter die Erde zurückschneiden; die tiefe Pflanzung ermöglicht den Neuaustrieb. Eingewachsene und kleinblütige Wildarten sind weit weniger betroffen.
- Keine Blüten / schwache Blüte: sehr häufig ein Schnitt zur falschen Zeit für die jeweilige Gruppe; auch zu viel Schatten, eine junge Pflanze, die noch einwächst, oder fehlende Düngung.
- Trockene, kümmernde Pflanzen: zu heiße/trockene Wurzeln oder unzureichendes Gießen - die Basis beschatten und mulchen.
- Nacktschnecken und Schnecken: fressen die weichen jungen Frühjahrstriebe.
- Echter Mehltau und Blattläuse: können manche Clematis befallen, besonders bei Trockenheit oder dichtem Stand.
Giftigkeit & Sicherheit
Die Clematis gilt als giftig / leicht giftig - alle Teile enthalten reizende Stoffe (Protoanemonin) und können bei Katzen, Hunden und Pferden nach dem Fressen Speicheln, Erbrechen und Durchfall verursachen, und der Pflanzensaft kann bei Menschen Haut und Schleimhäute reizen. Die Pflanze hat einen bitteren, scharfen Geschmack, der Tiere meist davon abhält, viel zu fressen, daher sind schwere Vergiftungen selten, und Clematis werden in Familiengärten verbreitet gepflanzt - doch Haustiere sollten vom Kauen abgehalten werden, und beim Schneiden sind Handschuhe sinnvoll.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Die erstklassige blühende Kletterpflanze - enorme Vielfalt an Form, Farbe und Blütezeit.
- Eine sehr lange Saison möglich durch Kombination der Schnittgruppen.
- Vielseitig - Mauern, Bögen, Obelisken, durch Sträucher und Rosen oder in Töpfen.
- Zierende Samenstände; viele duftend; gut für Bestäuber.
Nachteile
- Der Schnitt hängt von der Gruppe ab - wer es falsch macht, verliert die Blüten.
- Die Clematiswelke kann großblumige Hybriden plötzlich zusammenbrechen lassen.
- Nährstoffhungrig und durstig; die Wurzeln müssen kühl und beschattet bleiben.
- Leicht giftig; weiche Frühjahrstriebe ziehen Schnecken an.
Am besten geeignet für
- Das Begrünen von Mauern, Zäunen, Bögen, Pergolen und Obelisken.
- Das Klettern durch Sträucher, Rosen und Bäume; das Herabfallen über Böschungen.
- Gemischte und Bauerngärten; kleine Gärten (kompakte Typen in Töpfen).
- Gärtner, die bereit sind, die einfachen Schnittgruppen zu lernen.
Weniger geeignet für tiefen Schatten, heiße, trockene Wurzelbereiche oder Gärtner, die die Schnittgruppe ihrer Pflanze nicht bestimmen wollen.
Waldrebe (Clematis) - häufige Fragen
Woher weiß ich, wann ich meine Clematis schneiden muss?
Was bedeutet die Regel "Kopf in der Sonne, Füße im Schatten"?
Warum ist meine Clematis plötzlich gewelkt und zusammengebrochen?
Warum blüht meine Clematis nicht?
Sind Clematis sicher für Haustiere?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.