Chrysantheme (Chrysanthemum morifolium)
Die Chrysantheme ist die Signaturblume des Herbstes - die Pflanze, die Gärten, Türschwellen und Töpfe mit satten, juwelenfarbenen Blüten füllt, wenn die Saison kühl wird.
Überblick
Die Chrysantheme ist die Signaturblume des Herbstes - die Pflanze, die Gärten, Türschwellen und Töpfe mit satten, juwelenfarbenen Blüten füllt, gerade wenn die Saison kühl wird. Wenige Pflanzen blühen so spät so üppig und bedecken sich mit margeritenartigen, pomponförmigen oder zottigen spinnenförmigen Blüten in Gold-, Bronze-, Rost-, Purpur-, Rosa- und Weißtönen. Sie ist wunderbar vielseitig - als lange blühende Beetstaude, als sofortige Herbstfarbe im Kübel und als eine der großen Schnittblumen der Welt. Mit ihren dichten Farbpolstern und ihrer verlässlichen späten Blüte ist die Chrysantheme ein Eckpfeiler des Herbstgartens in gemäßigten Klimaten rund um die Welt.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Die Gartenchrysantheme, Chrysanthemum morifolium, ist eine alte Hybride komplexer Abstammung, hervorgegangen aus wilden Chrysanthemenarten Ostasiens, besonders Chinas. Sie wird seit weit über tausend Jahren kultiviert, zuerst in China und dann in Japan, wo sie zum verehrten Symbol und Gegenstand intensiver Züchtung wurde. Sie ist keine echte Wildpflanze, sondern ein Produkt jahrhundertelanger menschlicher Auslese. Ihre Abstammung aus den gemäßigten Hügeln und Wiesen Ostasiens erklärt ihre Vorlieben: volle Sonne, fruchtbaren, gut durchlässigen Boden und eine starke Reaktion auf die kürzer werdenden Herbsttage, die ihre Blüte auslösen.
Aussehen
Chrysanthemen sind buschige, polsterbildende krautige Stauden mit aufrechten Stielen und gelappten, aromatischen, mittelgrünen Blättern, die zerrieben einen markanten Duft haben. Vom Spätsommer bis in den Herbst bedecken sich die Pflanzen mit Blüten, oft so dicht, dass das Laub fast verschwindet. Die Blütenformen sind bemerkenswert vielfältig: schlichte einfache Margeriten, knopfartige Pompons, vollständig gefüllte Kissenblüten, zottige Spinnen- und Röhrenformen und große Ausstellungsblüten. Die Farben umfassen die warme Herbstpalette aus Gold, Bronze, Orange und Rost sowie Rosa, Rot, Purpur und Weiß. Polsterbildende Gartentypen werden meist 30 bis 90 cm hoch und breit und formen ordentliche, runde Farbkissen.
Warum man sie pflanzt - Eigenschaften & Vorteile
- Klassische Herbstfarbe: die Blume des Herbstes schlechthin, blühend, wenn wenig anderes blüht.
- Unglaubliche Blütenvielfalt: Dutzende Formen und Farben, von Margeriten über Pompons bis Spinnen.
- Massenwirkung: Die Pflanzen bedecken sich wochenlang über und über mit Blüten.
- Vielseitig: hervorragend in Rabatten, Töpfen und als sofortige Saisonfarbe auf Terrassen und an Türschwellen.
- Hervorragende Schnittblumen: lange haltbar in der Vase und ein Floristengrundstock.
- Wert für Bestäuber: Einfache Typen mit offener Mitte liefern späten Nektar für Bienen und Schmetterlinge.
Pflege
Licht & Standort
Chrysanthemen brauchen volle Sonne für die beste Blüte und den kompaktesten, stabilsten Wuchs - mindestens sechs Stunden direkte Sonne am Tag. Im Schatten werden sie lang, blühen schlecht und sind krankheitsanfälliger. Einen offenen, sonnigen Platz mit guter Luftzirkulation wählen. Da die Blüte durch die kürzer werdenden Herbsttage ausgelöst wird, sollte man sie nicht neben helles künstliches Licht in der Nacht pflanzen, das den Blührhythmus stören kann.
Boden
Sie bevorzugen fruchtbaren, gut durchlässigen, mit organischem Material angereicherten Boden. Gute Drainage ist unerlässlich, denn Chrysanthemen mögen kein Stehen in nassem Boden, besonders über den Winter, wo Staunässe eine Hauptursache für Verluste ist. Schwere Böden vor dem Pflanzen mit Kompost und Splitt verbessern, damit das Wasser frei abzieht.
Gießen
Chrysanthemen während der Wachstumszeit gleichmäßig feucht halten, da sie flache Wurzeln haben und kein Austrocknen mögen, das Welken und Knospenfall verursacht. Besonders Chrysanthemen im Kübel brauchen häufiges Gießen, bei warmem Wetter manchmal täglich. Morgens an der Basis gießen, damit das Laub trocken bleibt und Pilzkrankheiten verringert werden.
Düngen
Chrysanthemen sind nährstoffhungrige Pflanzen, die reich blühen, daher profitieren sie von regelmäßiger Düngung während der Wachstumszeit. Zum Austrieb mit einem ausgewogenen Dünger düngen und bei der Knospenbildung auf einen kaliumreicheren Dünger umstellen, um die üppige Blüte zu unterstützen. Mit dem Düngen aufhören, sobald die Blüten offen sind. Mulchen im Frühjahr nährt den Boden und hält Feuchtigkeit.
Schnitt
Das Entspitzen ist die Schlüsseltechnik: Im späten Frühjahr und Frühsommer die Triebspitzen ein paarmal auskneifen, um buschige, gut verzweigte, blütenübersäte Pflanzen statt hoher, spärlicher zu fördern. Bis zum Hochsommer mit dem Entspitzen aufhören, damit sich Knospen bilden können. Verblühtes ausputzen, um die Pracht zu verlängern, und nach der Blüte die Stiele zurückschneiden; das kurze Gerüst im Spätwinter bodennah aufräumen.
Winterhärte & Winterschutz
Die Winterhärte schwankt erheblich je nach Sorte. Viele Gartenchrysanthemen sind bis etwa USDA-Zone 5 winterhart, doch die als sofortige Herbstfarbe verkauften "Floristen-Chrysanthemen" sind oft weniger winterhart und werden häufig als Saisonware behandelt. Für zuverlässiges Überwintern gartenharte Typen im Frühjahr (nicht im Herbst) pflanzen, damit sie kräftige Wurzeln bilden, für exzellente Winterdrainage sorgen und den Wurzelstock in kalten Regionen mulchen. Gute Drainage ist fürs Überleben im Winter wichtiger als Kälteschutz.
Pflanzung & Vermehrung
Gartenchrysanthemen im Frühjahr pflanzen, damit sie eine volle Saison zum Einwachsen vor dem Winter haben, mit Abstand für gute Luftbewegung. Sie lassen sich leicht vermehren, indem man eingewachsene Horste im Frühjahr ausgräbt und teilt - das hält sie zugleich wüchsig - und über Grundstecklinge von den neuen Frühjahrstrieben, wie benannte Sorten üblicherweise vermehrt werden. Eine Teilung alle paar Jahre verjüngt alte, verholzte Horste und liefert reichlich neue Pflanzen gratis.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Echter Mehltau: weißer, pulvriger Belag auf den Blättern, am schlimmsten bei dichtem, schlecht belüftetem Stand oder gestressten Pflanzen.
- Blattläuse: sammeln sich an weichem Neuaustrieb und Knospen - abspritzen, zerdrücken oder auf Nützlinge vertrauen.
- Minierfliegen: Larven fressen helle Gänge durch die Blätter.
- Weißer Chrysanthemenrost: eine ernste Pilzkrankheit mit hellen Flecken und Pusteln auf den Blättern; befallene Pflanzen entfernen und vernichten.
- Wurzel- und Stängelfäule: in staunassem oder schlecht durchlässigem Boden, besonders über den Winter.
- Ohrwürmer: können Blütenblätter und Laub anknabbern.
Gute Drainage, volle Sonne und Luftzirkulation verhindern die meisten Probleme.
Giftigkeit & Sicherheit
Giftig für Katzen und Hunde; kann bei Menschen Hautreizungen verursachen. Chrysanthemen enthalten Stoffe (darunter Pyrethrine und Sesquiterpenlactone), die für Haustiere beim Fressen giftig sind und Erbrechen, Durchfall, Speicheln und Koordinationsstörungen verursachen können. Haustiere vom Kauen an den Pflanzen abhalten. Bei Menschen kann der Umgang mit dem Laub bei empfindlichen Personen gelegentlich Kontaktdermatitis (Hautreizung) auslösen, daher sind Handschuhe beim Schneiden sinnvoll. Das ist eine Zierpflanze zum Anschauen, nicht zum Essen.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Die klassische, üppige Blume des Herbstes.
- Enorme Vielfalt an Blütenformen und Farben.
- Vielseitig in Rabatten, Töpfen und als Schnittblume.
- Lange, reiche Blütenpracht.
- Wert für Bestäuber bei Typen mit offener Mitte.
Nachteile
- Giftig für Katzen und Hunde; kann die Haut reizen.
- Floristen-Chrysanthemen sind oft nicht winterhart.
- Braucht volle Sonne, nährstoffreichen Boden und gute Drainage.
- Nährstoffhungrig und durstig, besonders in Töpfen.
- Braucht Entspitzen für die schönste, buschigste Pracht.
Am besten geeignet für
- Herbstrabatten und saisonale Farbkonzepte.
- Terrassentöpfe, Kübel und Arrangements an der Türschwelle.
- Schnittblumengärten.
- Gemischte Stauden- und Bauerngartenrabatten (winterharte Typen).
- Gärtner, die verlässliche Farbe spät in der Saison wollen.
Weniger geeignet für Haushalte mit Haustieren, die an Pflanzen kauen, schattige Gärten oder nassen, schlecht durchlässigen Boden.
Chrysantheme (Chrysanthemum morifolium) - häufige Fragen
Wann blühen Chrysanthemen?
Warum sterben meine Topfchrysanthemen über den Winter?
Wie bekomme ich buschigere Chrysanthemen mit mehr Blüten?
Sind Chrysanthemen sicher für Haustiere?
Kommen Chrysanthemen jedes Jahr wieder?
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