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Süßholz

Süßholz ist ein hoher, tief wurzelnder Hülsenfrüchtler, der für seine bemerkenswert süßen Wurzeln gezogen wird.

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Süßholz
Licht
Volle Sonne.
Gießen
Mäßig.
Kategorie
Teepflanzen
Sprache
Deutsch

Überblick

Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist ein hoher, tief wurzelnder Hülsenfrüchtler, der für seine bemerkenswert süßen Wurzeln gezogen wird, die seit Jahrtausenden zum Aromatisieren und Wohltun verwendet werden. Die Süße stammt nicht von Zucker, sondern von einer natürlichen Verbindung, die um ein Vielfaches süßer ist, und ein kleines Stück getrockneter Wurzel ergibt einen milden, süßen, leicht erdigen Tee. Die Pflanze selbst ist ansehnlich und eingewachsen anspruchslos, verlangt aber Wärme, Geduld und ein tiefes, gut durchlässiges Beet, damit sie ihre Pfahlwurzel hinabschicken kann. Eigenen Anbau belohnt sauberes, chemiefreies Wurzelmaterial zum Aufbrühen, doch Süßholz ist ein Kraut, das man in Maßen genießt - seine wirksame Verbindung hat echte Wirkungen auf den Körper.

Bestimmung & Aussehen

Süßholz ist eine anmutige Staude aus der Familie der Hülsenfrüchtler und erreicht rund 1-1,5 m Höhe. Es trägt federartige, gefiederte Blätter aus vielen kleinen ovalen Fiederblättchen, die der Pflanze ein weiches, luftiges Aussehen geben, und bringt im Sommer schlanke Ähren blassblauer bis lilafarbener schmetterlingsförmiger Blüten hervor, gefolgt von kleinen Hülsen, wie sie für Hülsenfrüchtler typisch sind. Als Mitglied dieser Familie bindet es über seine Wurzeln auch Stickstoff, was mit ein Grund ist, warum es in magerem Grund so zufrieden wächst. Der eigentliche Preis liegt jedoch unter der Erde: eine holzige zentrale Pfahlwurzel mit langen waagerechten Ausläufern, die sich nach außen ausbreiten, innen gelb und beim Anschaben intensiv süß. Der oberirdische Aufwuchs zieht im Winter ein und kommt jedes Frühjahr aus der Wurzel wieder, sodass es einmal gepflanzt für Jahre zum festen Bestand des Beetes gehört.

Wo es wächst

In Südeuropa, im Mittelmeerraum und in Westasien heimisch, gedeiht Süßholz in warmem, offenem Land mit tiefgründigem, leichtem Boden. Es wird seit Langem im Nahen Osten, in Südrussland und in Spanien kultiviert, wo die langen, warmen Jahreszeiten den Wurzeln erlauben, ihre Süße aufzubauen. Es bevorzugt Sonne, Wärme und gut durchlässigen Grund und mag keinen kalten, schweren oder staunassen Boden.

Anbau zu Hause

Süßholz wird meist aus einem Wurzelsteckling oder einer Gärtnereipflanze gezogen statt aus Samen, die langsam und störrisch keimen. Wer es doch mit Samen versucht, dem hilft vorheriges Einweichen oder Anrauen, doch die meisten Gärtnerinnen und Gärtner finden eine bewurzelte Teilung weit schneller im Anwachsen. Den sonnigsten, wärmsten Platz wählen, den man hat, und tiefgründigen, lockeren, sandigen Boden geben - die Pfahlwurzel braucht Raum zum Hinabtauchen, mitunter einen Meter oder mehr, sodass Hochbeete oder zweispatig umgegrabene Beete gut passen. Es ist ein Langzeitprojekt: Die Wurzeln lohnen die Ernte erst, wenn die Pflanze drei bis vier Jahre alt ist, wenn sie dick und süß geworden sind. In der Zwischenzeit lässt sich der obere Aufwuchs gern in Ruhe, zieht jeden Herbst ein und kommt jedes Frühjahr kräftiger zurück. Weil sich die Ausläufer unterirdisch nach außen ausbreiten, ihm Platz geben oder es mit einer eingegrabenen Sperre eingrenzen, und durch die ersten stillen Jahre geduldig bleiben, während die Wurzel unter der Erde aufbaut. Eine Beigabe von Splitt oder Sand in schweren Boden beim Pflanzen zahlt sich später aus, wenn es ans Heben langer, sauberer, ungebrochener Wurzeln geht.

Wachstumsbedingungen

Licht

Volle Sonne. Süßholz will so viel Wärme und Licht, wie man ihm geben kann, um süße, gut geformte Wurzeln zu entwickeln.

Gießen

Mäßig. Beim Einwachsen und in Trockenphasen gießen, den Boden aber zwischen den Gaben abtrocknen lassen - die Wurzel fault in ständig nassem Grund.

Boden & Temperatur

Tiefgründiger, leichter, gut durchlässiger, leicht alkalischer Boden passt ihm am besten. Oberirdisch ist es frosthart und treibt jedes Frühjahr wieder aus, doch es wächst und versüßt sich am besten in langen, warmen Sommern; in kühlen Klimaten kann es langsam brauchbare Wurzeln aufbauen.

Ernte & Zubereitung

Die Wurzeln im Herbst heben, sobald die Pflanze gut eingewachsen ist, idealerweise nachdem der obere Aufwuchs einzuziehen begonnen und die Pflanze ihre Kraft nach unten geleitet hat. Sorgfältig graben und der langen Pfahlwurzel und den waagerechten Ausläufern folgen, dabei eine weite Fläche lockern, damit die Wurzeln ganz herauskommen und nicht abbrechen. Die Erde abwaschen, die Wurzeln putzen und sie dann langsam an einem warmen, luftigen Ort trocknen, bis sie hart und brüchig sind; ordentlich getrocknete Wurzel hält sich lange. Zum Aufbrühen ein kleines Stück gehackter oder geschnittener getrockneter Wurzel etwa zehn Minuten in Wasser simmern, um die Süße herauszuziehen, und dann abseihen. Das Ergebnis ist natürlich süß, mild und sanft wohltuend und wird oft mit milderen Kräutern wie Minze oder Kamille kombiniert, um eine Mischung abzurunden. Weil Süßholz ebenso potent wie süß ist, reicht wenig weit, daher die Portionen klein und selten halten, statt es kräftig aufzubrühen.

Gesundheit & Nutzen

Süßholzwurzel hat eine lange überlieferte Geschichte, geschätzt für ihre natürliche Süße und als wohltuender Tee für Hals und Verdauung. Ihre Süße stammt von Glycyrrhizin, einer Verbindung, die um ein Vielfaches süßer ist als Zucker und auch für ihre stärkeren Wirkungen auf den Körper verantwortlich ist. Überliefert wurde sie getrunken, um einen wunden Hals zu beruhigen oder den Magen zu besänftigen. Wichtig: Glycyrrhizin kann den Blutdruck erhöhen und den Flüssigkeits- und Kaliumhaushalt des Körpers beeinflussen, wenn es in Menge oder über lange Zeiträume eingenommen wird. Aus diesem Grund sollte Süßholz gelegentlich und in kleinen Mengen genossen und von allen mit Bluthochdruck, Herz- oder Nierenproblemen sowie in der Schwangerschaft gemieden werden. Dies ist ein überliefertes Getränk und kein Arzneimittel, und es ist kein Ersatz für ärztliche Versorgung - wer eine Erkrankung hat oder Medikamente nimmt, sollte zuerst mit einer medizinischen Fachperson sprechen.

Häufige Probleme

  • Dünne, schwache Wurzeln - meist zu wenig Wärme oder ein zu schwerer Boden; ihm mehr Sonne und leichteren, tieferen Grund geben.
  • Wurzelfäule - verursacht von nassem, schlecht durchlässigem Boden; die Drainage verbessern und weniger gießen.
  • Ausbreitung, wo sie unerwünscht ist - die Ausläufer wandern; die Wurzeln eingrenzen oder dort pflanzen, wo Ausbreitung willkommen ist.

Vor- & Nachteile

Vorteile

  • Natürlich süße Wurzel für einen wohltuenden selbst gezogenen Tee.
  • Ansehnliche, pflegeleichte Staude, sobald sie eingewachsen ist.
  • Langlebig, kommt jedes Frühjahr aus der Wurzel wieder.

Nachteile

  • Langsam - mehrere Jahre, bis die Wurzeln die Ernte lohnen.
  • Braucht einen warmen, sonnigen Standort und tiefen, gut durchlässigen Boden.
  • Muss wegen echter Wirkungen auf den Blutdruck in Maßen verwendet werden.

Am besten geeignet für

  • Gärtnerinnen und Gärtner in warmen Klimaten mit tiefgründigem, leichtem Boden.
  • Geduldige Ziehende, die gern auf eine Wurzelernte warten.
  • Alle, die ein natürlich süßes Kraut zum Mischen in Tees wollen.

Weniger geeignet für Menschen mit Bluthochdruck oder Herzproblemen oder alle, die eine schnelle, sorgenfreie Ernte wollen.

Süßholz - häufige Fragen

Warum ist Süßholz ganz ohne Zucker so süß?
Seine Süße stammt von Glycyrrhizin, einer natürlichen Verbindung, die um ein Vielfaches süßer ist als Haushaltszucker. Das ist auch der Grund, warum Süßholz stärkere Wirkungen auf den Körper hat als ein gewöhnliches Kraut.
Kann man Süßholztee jeden Tag trinken?
Er wird am besten gelegentlich und in kleinen Mengen genossen. Regelmäßiger starker Gebrauch kann den Blutdruck erhöhen und den Flüssigkeitshaushalt stören, sodass er sich nicht für den täglichen Genuss eignet, besonders nicht bei Bluthochdruck oder in der Schwangerschaft.
Wie lange dauert es bis zur Wurzelernte?
Meist drei bis vier Jahre, wenn die Pfahlwurzel dick und süß genug geworden ist, um das Heben zu lohnen.

Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.

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