Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula)
Die Venusfliegenfalle ist die berühmteste Pflanze der Welt - die Pflanze, die frisst.
Überblick
Die Venusfliegenfalle ist die berühmteste Pflanze der Welt - die Pflanze, die frisst. Ihre klappbaren, bewimperten Fallen schnappen in Sekundenbruchteilen um Insekten zu und verdauen sie dann langsam. Sie ist endlos faszinierend, eine großartige Pflanze für neugierige Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Sie ist aber auch die Pflanze, die am häufigsten durch gut gemeinte Pflege und Missverständnisse eingeht. Fast alles, was Einsteiger instinktiv tun - Leitungswasser verwenden, sie in normale Erde topfen, sie auf ein dunkles Regal stellen, sie mit Hackfleisch füttern, zum Spaß in die Fallen stupsen -, ist falsch. Nach ihren sehr speziellen und ziemlich eigenartigen Regeln gezogen, ist die Venusfliegenfalle eine robuste, dankbare und langlebige Pflanze.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Die Venusfliegenfalle stammt aus einem winzigen Gebiet - den subtropischen Feuchtgebieten und moorigen Kiefernsavannen von North und South Carolina im Südosten der USA. Sie wächst in nährstoffarmem, saurem, wassergesättigtem, sandig-torfigem Moorboden in voller, heller Sonne. Weil der Boden so arm an Nährstoffen ist (besonders an Stickstoff), hat die Pflanze einen anderen Weg entwickelt, an diese Nährstoffe zu kommen - indem sie Insekten fängt und verdaut. Entscheidend ist auch, dass sie kalte Winter erlebt und eine echte Winterruhe durchläuft. Jede ungewöhnliche Pflegeregel ergibt sich direkt aus diesem sehr speziellen Lebensraum.
Aussehen
Die Venusfliegenfalle ist eine kleine Pflanze - meist nur 10-15 cm im Durchmesser - und bildet eine niedrige Blattrosette. Jedes Blatt endet in der berühmten Falle: zwei klappbare Hälften, gesäumt von steifen, ineinandergreifenden "Zähnen" (Wimpern), innen mit winzigen empfindlichen Fühlborsten besetzt und mit einer rötlichen, oft leuchtenden Innenseite. Berührt Beute die Fühlborsten auf die richtige Weise, schnappt die Falle zu. Ausgewachsene Pflanzen treiben im Frühling einen hohen Stiel mit kleinen weißen Blüten.
Warum sie so beliebt ist - Eigenschaften & Vorteile
- Eine Pflanze, die sich bewegt und frisst: wirklich fesselnd - keine andere Pflanze tut das.
- Großartig für neugierige Köpfe: eine beliebte erste Pflanze für Kinder und Wissenschaftsfans.
- Faszinierend zu beobachten: Die zuschnappenden Fallen und die langsame Verdauung sind hypnotisch.
- Ein echter Gesprächsstoff: sofort unvergesslich.
- Langlebig: Richtig gezogen, überlebt und wächst sie viele Jahre.
- Kompakt: winzig - passt auf jede sonnige Fensterbank.
Pflege
Wasser - Todesursache Nr. 1
Das ist die wichtigste Regel überhaupt. Verwende nie Leitungswasser. Venusfliegenfallen reagieren extrem empfindlich auf Mineralien, Salze, Chlor und Fluorid in Leitungswasser und Mineralwasser aus der Flasche - diese reichern sich an und töten die Pflanze. Verwende nur destilliertes Wasser, Osmosewasser oder Regenwasser. Halte die Erde ständig nass - es sind Moorpflanzen. Die übliche Methode ist das Anstauverfahren: Stell den Topf in einen Untersetzer mit destilliertem Wasser bzw. Regenwasser, damit die Erde von unten dauerhaft feucht bleibt.
Erde
Verwende nie normale Blumenerde oder Kompost - die Nährstoffe darin verbrennen und töten die Wurzeln. Verwende ein nährstofffreies, saures Substrat: eine Mischung aus Torfmoos und Perlit oder Quarzsand (oder reines langfaseriges Sphagnum-Moos). Niemals Dünger.
Licht
Volle, helle, direkte Sonne - und zwar viel davon. Die Venusfliegenfalle ist eine Moorpflanze für volle Sonne; sie braucht täglich mehrere Stunden direktes Sonnenlicht. Eine helle, sonnige Fensterbank oder im Sommer ein Platz im Freien ist ideal. In der Wohnung wird sie ohne genug Licht schwach; viele Züchter verwenden eine starke Pflanzenlampe. Gutes Licht bringt die leuchtend roten Falleninnenseiten hervor.
Füttern
Sie fängt ihr Futter selbst. Steht sie im Freien oder an einem offenen Fenster, fängt sie selbst genug Insekten. In der Wohnung kannst du ihr gelegentlich ein lebendes oder frisch getötetes kleines Insekt geben (eine Fliege, einen kleinen Käfer) - in eine Falle gelegt und sanft ausgelöst. Füttere sie nie mit menschlicher Nahrung - kein Fleisch, kein Hackfleisch, kein Käse. Das kann sie nicht verdauen, und es lässt die Falle faulen. Füttere sparsam; sie braucht nicht viel.
Nicht mit den Fallen spielen
Jede Falle kann sich in ihrem Leben nur begrenzt oft öffnen und schließen. Die Fallen zum Spaß ohne Beute zuschnappen zu lassen, verschwendet die Energie der Falle - und eine Falle, die immer wieder umsonst ausgelöst wird, wird schwarz und stirbt früh. Widersteh der Versuchung und lass Kinder nie hineinstupsen.
Winterruhe
Die Venusfliegenfalle braucht eine kalte Winterruhe - das ist nicht optional, und ohne sie wird die Pflanze schwach und geht schließlich ein. Etwa 3-4 Monate im Winter braucht sie kalte Temperaturen (etwa 2-10 °C), weniger Licht und viel weniger Wasser. Viele Fallen und Blätter werden während der Winterruhe schwarz und ziehen ein - das ist normal. Eine ungeheizte Fensterbank, eine Garage, ein Vorbau oder sogar die Kühlschrank-Methode wird genutzt, um ihr diese kalte Ruhe zu geben. Im Frühling treibt sie neu aus.
Vermehrung
Vermehrt wird sie durch Teilung des Rhizoms (die Horste trennen, die eine gesunde Pflanze bildet), über Blattstecklinge (ein ganzes Blatt, mit etwas vom weißen Grund abgezogen und auf feuchtes Substrat gelegt) oder aus Samen (langsam - Jahre bis zur ausgewachsenen Pflanze). Blütenstiele können abgeschnitten werden, um die Energie in die Pflanze zu lenken, denn die Blüte ist für eine kleine Pflanze anstrengend.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Die ganze Pflanze wird schwach und geht ein: fast immer Leitungswasser (Mineralvergiftung), falsche Erde (Nährstoffverbrennung) oder keine Winterruhe.
- Fallen werden schwarz: Etwas Schwärzung ist normal - alte Fallen sterben ab und werden ersetzt, und Fallen werden nach dem Verdauen von Beute oder nach dem Auslösen ohne Futter schwarz. Großflächige, schnelle Schwärzung weist auf ein Pflegeproblem hin (Wasser, Erde, Licht).
- Schwacher, schlaffer, rein grüner Wuchs: zu wenig Licht.
- Keine rote Farbe in den Fallen: zu wenig Licht.
- Fallen schließen nicht: alte bzw. erschöpfte Fallen, oder der Pflanze fehlt Energie.
- Schädlinge: Blattläuse und Trauermücken können ihr gelegentlich zu schaffen machen; vorsichtig behandeln.
Giftigkeit & Sicherheit
Ungiftig und für Haustiere unbedenklich. Die Venusfliegenfalle gilt als ungiftig für Katzen, Hunde und Menschen - sie birgt kein Vergiftungsrisiko. Die Fallen sind viel zu klein und schwach, um einem Haustier oder Menschen zu schaden (eine Falle, die sich um eine Fingerspitze schließt, ist ein harmloses, sanftes Zwicken). Sie ist wirklich eine sichere Pflanze; die einzige "Gefahr" besteht für kleine Insekten.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Absolut faszinierend - eine Pflanze, die sich bewegt und frisst.
- Großartig für Kinder und neugierige Köpfe.
- Ungiftig und für Haustiere unbedenklich.
- Kompakt; bei richtiger Pflege langlebig.
Nachteile
- Sehr spezielle, ungewöhnliche Pflege - die meisten Einsteiger bringen sie aus Missverständnis um.
- Braucht destilliertes Wasser bzw. Regenwasser und nährstofffreie Erde.
- Braucht volle Sonne und eine kalte Winterruhe.
- Leicht zu schädigen, wenn man mit den Fallen spielt.
Am besten geeignet für
- Neugierige Menschen, Wissenschaftsfans und Kinder (unter Aufsicht).
- Helle, sonnige Fensterbänke (oder Pflanzenlampen) mit einem kalten Platz für den Winter.
- Alle, die bereit sind, ihre speziellen Regeln genau zu befolgen.
Weniger geeignet für alle, die sich nicht auf destilliertes Wasser, spezielle Erde, volle Sonne und Winterruhe einlassen - oder die nicht widerstehen können, in die Fallen zu stupsen.
Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) - häufige Fragen
Warum ist meine Venusfliegenfalle eingegangen?
Kann ich sie mit Fleisch oder menschlicher Nahrung füttern?
Ist es schlecht, die Fallen zum Spaß zuschnappen zu lassen?
Warum werden die Fallen schwarz?
Ist die Venusfliegenfalle gefährlich oder giftig?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.