Philodendron verrucosum
Philodendron verrucosum ist einer der begehrtesten Samtblatt-Kletterer unter den Aronstabgewächsen, mit herzförmigen Blättern und schillernder, fast wildlederartiger Oberfläche.
Überblick
Philodendron verrucosum ist einer der begehrtesten Samtblatt-Kletterer in der Welt der Aronstabgewächse, geschätzt für seine herzförmigen Blätter mit schillernder, fast wildlederartiger Oberfläche (Philodendron verrucosum). Sein Artname verweist auf sein markantestes Merkmal: behaarte, borstige Blattstiele, die aus der Nähe warzig aussehen. Er ist eine echte Sammlerpflanze, die aufmerksame Pflege belohnt, Vernachlässigung aber bestraft, daher geht man ihn am besten an, wenn man schon ein paar einfachere Philodendren gepflegt hat.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Philodendron verrucosum ist in den feuchten Nebelwäldern Mittel- und Südamerikas heimisch und reicht von Costa Rica und Panama über Kolumbien und Ecuador bis nach Peru. Er wächst als Hemiepiphyt, keimt auf dem Waldboden und klettert dann Baumstämme hinauf, wobei er sich mit Luftwurzeln festhält, während seine ausgewachsenen Blätter dem gefilterten Licht des Kronendachs entgegenstreben. Diese Wälder sind gleichmäßig warm, schattig und von Feuchtigkeit durchtränkt, was erklärt, warum die Pflanze in trockener Raumluft schwächeln kann.
Aussehen
Die typischen Blätter sind breit herzförmig, drinnen meist 20 bis 40 cm lang und unter idealen Bedingungen oder an ausgewachsenen Exemplaren deutlich größer. Die Oberseite ist tief samtig grün mit hellen, kontrastierenden Adern und einem wechselnden Schimmer, der je nach Licht bronzefarben oder smaragdgrün wirken kann. Die Unterseiten sind oft rot bis kastanienbraun überhaucht, und die Blattstiele sind mit weichen, haarartigen Auswüchsen bedeckt, die der Art ihren Namen geben. Er wächst kletternd; mit einem Moosstab oder einer Rindenstütze verankern sich seine Luftwurzeln, und die Blätter werden mit der Zeit größer.
Warum man sie hält - Eigenschaften & Vorteile
- Auffälliges Samtlaub mit einer Tiefe und einem Schimmer, die kaum eine Zimmerpflanze erreicht
- Kräftige helle Aderung und rot überhauchte Unterseiten, die in einer Sammlung Kontrast bringen
- Ein echter Kletterer, der am Stab mit zunehmendem Alter größere, dramatischere Blätter entwickelt
- Hoher Trophäenwert unter Aroid-Sammlern, was ihn zu einem Mittelpunkt macht
Pflege
Licht: Helles, indirektes Licht. Von Natur aus lebt er im gesprenkelten Schatten, daher vor direkter Sonne schützen, die die samtige Oberfläche verbrennt. Ein Ostfenster oder ein Platz etwas abseits einer helleren Scheibe funktioniert gut. Gießen: Die Mischung leicht und gleichmäßig feucht, aber nie staunass halten. Gießen, wenn sich die obersten paar Zentimeter trocken anfühlen, und überschüssiges Wasser immer ablaufen lassen. Samtblättrige Philodendren neigen zu Wurzelfäule, wenn sie nass stehen. Erde: Eine grobe, luftige Aroid-Mischung: Orchideenrinde, Perlit und Kokosfaser oder Torf mit etwas Gartenholzkohle. Sie soll zugleich Feuchtigkeit halten und frei abfließen. Temperatur & Luftfeuchtigkeit: Warm und stabil, idealerweise 18 bis 27 °C und nie unter etwa 15 °C. Luftfeuchtigkeit ist der entscheidende Faktor: 60 bis 80 % anstreben. Eine Vitrine, ein Terrarium oder ein gut betriebener Luftbefeuchter ist oft nötig, damit die Blätter nicht knusprig werden. Düngen: Während des aktiven Wachstums im Frühjahr und Sommer etwa alle 3 bis 4 Wochen mit einem ausgewogenen, verdünnten Flüssigdünger düngen und in den dunkleren Monaten zurückfahren. Extra: Ihm einen Moosstab zum Klettern geben; die Luftwurzeln wollen etwas zum Festhalten, und die Stütze am Stab ist es, die größere, besser geformte Blätter hervorbringt. Zu beachten ist, dass diese Pflanze wegen unlöslicher Calciumoxalat-Kristalle giftig für Katzen und Hunde ist; Kauen verursacht Reizungen im Maul, Speicheln und Erbrechen - außer Reichweite halten.
Vermehrung
Über Triebstecklinge vermehren, die jeweils mindestens einen Knoten enthalten (die Stelle, an der ein Blatt und eine Luftwurzel entspringen). Sauber unterhalb eines Knotens schneiden, die Schnittstelle ein bis zwei Stunden abtrocknen lassen und dann in feuchtem Sphagnum-Moos, einer groben Mischung oder Wasser bewurzeln, warm und sehr feucht gehalten. Hohe Luftfeuchtigkeit um den Steckling verbessert die Chancen erheblich. Die Bewurzelung ist langsamer und heikler als bei gewöhnlichen Philodendren, daher ist Geduld wichtig.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Wurzelfäule durch zu viel Wasser oder eine dichte, schlecht abfließende Mischung
- Knusprige Blattränder und verkümmerter Neuaustrieb durch niedrige Luftfeuchtigkeit oder kalte Zugluft
- Spinnmilben, Thripse, Wollläuse und Schildläuse, die sich in der samtigen Textur und entlang der Blattstiele verstecken
Giftigkeit & Sicherheit
Philodendron verrucosum ist giftig für Katzen und Hunde. Alle Pflanzenteile enthalten unlösliche Calciumoxalat-Kristalle; wenn ein Tier auf Blättern oder Stielen kaut oder hineinbeißt, werden diese nadelartigen Kristalle im Maul freigesetzt und verursachen sofortige Reizung. Typische Anzeichen sind starke Schmerzen im Maul, übermäßiges Speicheln, Pfoten am Maul, Schluckbeschwerden und Erbrechen. Der Pflanzensaft kann auch menschliche Haut und Augen reizen. Diese Pflanze gut außer Reichweite von Haustieren und Kindern halten und nach dem Anfassen oder Schneiden von Stecklingen die Hände waschen.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Außergewöhnliches Samtlaub, das wirklich ins Auge fällt
- Wird mit Stütze deutlich schöner und belohnt langfristige Pflege
Nachteile
- Giftig für Katzen und Hunde, daher nicht sicher in der Nähe neugieriger Haustiere
- Hohe Ansprüche an Luftfeuchtigkeit und Wärme, die oft eine Vitrine oder einen Luftbefeuchter erfordern
Am besten geeignet für
- Erfahrene Hobbygärtner, die gleichmäßige Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit bieten können
- Sammler mit Terrarium, Pflanzenvitrine oder befeuchtetem Raum und einem Platz ohne Zugang für Haustiere
Philodendron verrucosum - häufige Fragen
Warum bedeutet verrucosum warzig oder behaart?
Braucht diese Pflanze wirklich hohe Luftfeuchtigkeit?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.