Klivie / Riemenblatt (Clivia miniata)
Die Klivie ist eine langlebige, robuste Zimmerpflanze mit glänzenden Riemenblättern, die nach einer kühlen Winterruhe orange blüht.
Überblick
Die Klivie - auch Riemenblatt genannt, auf Englisch "Bush Lily" oder "Natal Lily" - gehört zu den großen altmodischen Zimmerpflanzen, der Art, die früher in den Fenstern von Großmüttern wie von Grandhotels stand. Sie ist ein Horst aus dicken, glänzenden, riemenförmigen Blättern, der das ganze Jahr über schön aussieht, und dann schiebt sie einmal im Jahr, im Spätwinter oder Frühling, einen kräftigen Stiel mit einem Büschel trompetenförmiger Blüten in warmem Orange, manchmal auch Gelb oder Creme. Sie ist langsam, langlebig und bemerkenswert robust. Ihr einziges Geheimnis ist einfach: Um gut zu blühen, braucht sie über den Winter eine kühle, trockene Ruhe. Gib ihr das, dann kann sie jahrzehntelang zuverlässig blühen.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Clivia miniata stammt aus Südafrika, wo sie im gefleckten Schatten von Wäldern und an Waldrändern wächst, oft im Laub unter einem Blätterdach aus Bäumen. Diese Herkunft erklärt ihren ganzen Charakter. Sie ist an Schatten angepasst und will oder braucht daher keine sengende Sonne. Sie wächst mit den kühlen, trockeneren Wintern und wärmeren, feuchteren Sommern ihrer Heimat, erwartet also einen jahreszeitlichen Rhythmus - und eine echte Winterruhe ist das, was ihre Blüte auslöst.
Die Gattung wurde im 19. Jahrhundert nach Lady Charlotte Clive, Herzogin von Northumberland, benannt, als die Pflanze in Europa ein geschätztes Gewächshausobjekt wurde. Sie wird seit Generationen in Familien weitergegeben und geteilt, und eine gesunde alte Pflanze kann ein echtes Erbstück sein.
Aussehen
Die Klivie wächst aus einer fleischigen Basis aus überlappenden Blattbasen (keine echte Zwiebel, auch wenn sie oft so genannt wird). Ihre Merkmale:
- Blätter: breite, bogige, dunkelgrüne Riemen, dick und ledrig, in zwei ordentlichen gegenüberliegenden Reihen angeordnet, die sich wie eine grüne Rosette auffächern. Sie bleiben das ganze Jahr attraktiv.
- Blüten: Ein kräftiger Blütenstiel erhebt sich aus der Mitte des Horsts und öffnet eine runde Dolde aus 10-20 trompetenförmigen Blüten, meist in sattem Orange mit gelbem Schlund. Gelbe und cremefarbene Formen gibt es auch, und sie sind begehrt.
- Beeren: Nach der Blüte können sich große, runde Beeren bilden, die über viele Monate langsam rot reifen und die Samen enthalten.
- Wurzeln: dicke, fleischige Wurzeln, die Wasser speichern und keine Störung mögen.
Ein ausgewachsener Horst wird etwa 40-60 cm hoch und breitet sich über die Jahre durch Ableger stetig weiter aus.
Warum sie so beliebt ist - Eigenschaften & Vorteile
- Schattenverträglich: eine der wenigen zuverlässig blühenden Zimmerpflanzen für einen Platz, der hell, aber nie sonnig ist.
- Langlebig und pflegeleicht: Sie gedeiht bei etwas gutmütiger Vernachlässigung und kann die Person überleben, die sie gekauft hat.
- Das ganze Jahr schön: Auch ohne Blüte ist der glänzende Fächer dunkler Blätter architektonisch und klar.
- Ein echtes Blühereignis: Der jährliche Ausbruch warmer Farbe mitten im Spätwinter ist ein echter Höhepunkt.
- Erbstück-Qualität: Sie bildet Horste und lässt sich teilen, um sie mit Familie und Freunden zu teilen.
Pflege
Licht
Helles, indirektes Licht ohne direkte Mittagssonne. Ein Ost- oder Nordfenster ist ideal oder ein gut beleuchteter Platz etwas zurückgesetzt von einem helleren Fenster. Recht wenig Licht verträgt sie und sieht dabei noch gut aus, am besten blüht sie aber bei gutem, hellem Licht. Grelle direkte Sonne verbrennt und bleicht die Blätter.
Gießen
Gieße in der Wachstumszeit (Frühling bis Frühherbst) mäßig und lass die obersten paar Zentimeter der Erde zwischen den Wassergaben abtrocknen. Die fleischigen Wurzeln speichern Wasser und faulen in nasser Erde leicht, halte sie also eher trocken. Der entscheidende Punkt ist die Winterruhe: Gieße etwa ab Spätherbst sechs bis acht Wochen lang sparsam - gerade genug, damit die Blätter nicht schrumpfen. Diese trockene, kühle Phase setzt die Blütenknospen an.
Erde & Topf
Verwende eine gut durchlässige, humusreiche Blumenerde, aufgelockert mit Rinde oder Perlit. Verwende immer einen Topf mit Abzugslöchern. Die Klivie sitzt ausgesprochen gern eng im Topf, widersteh also dem Drang, sie in einen großen Topf zu setzen.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Normale Raumluftfeuchtigkeit ist in Ordnung. Normale warme Raumtemperaturen passen ihr in der Wachstumszeit. Die Winterruhe funktioniert am besten, wenn es auch kühler ist - ein heller, ungeheizter Raum oder ein Platz mit etwa 10-15 °C für mehrere Wochen -, was zusammen mit trockener Erde eine zuverlässige Blüte auslöst. Schütze sie vor Frost.
Düngen
Dünge im Frühling und Sommer, solange sie wächst, alle paar Wochen mit einem ausgewogenen Flüssigdünger. Stell das Düngen während der Winterruhe ein.
Umtopfen
Topfe nur um, wenn der Horst seinen Topf vollständig ausfüllt und sich selbst herausdrückt - oft nur alle drei oder vier Jahre. Sie nimmt Störungen der Wurzeln übel und blüht besser, wenn sie eng sitzt, topf sie also nur widerwillig und im Frühling nach der Blüte um.
Nach der Blüte
Sind die Blüten verblüht, kannst du den verblühten Stiel abschneiden oder ihn stehen lassen, wenn du Beeren willst. Lass die Pflanze dann durch den Sommer wachsen und gönn ihr im folgenden Winter wieder ihre trockene, kühle Ruhe.
Vermehrung
Die Klivie wird auf zwei Arten vermehrt. Die einfache, zuverlässige Methode ist die Teilung: Trenne beim Umtopfen eines großen Horsts vorsichtig die Ableger (Jungpflanzen), die sich am Grund gebildet haben, jeder mit eigenen Wurzeln, und topf sie einzeln ein. Die langsame Methode ist die Anzucht aus Samen der reifen roten Beeren - das funktioniert, ist aber ein Geduldsprojekt, denn aus Samen gezogene Pflanzen können vier bis sechs Jahre brauchen, bis sie blühfähig sind. Die Teilung ist bei Weitem der schnellere Weg zu einer blühenden Pflanze.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Keine Blüten: die häufigste Klage und fast immer, weil die Pflanze keine kühle, trockene Winterruhe bekommen hat. Zu viel Wasser und Wärme das ganze Jahr hält sie blattreich, aber blühfaul.
- Gelb werdende Blätter: meist zu viel Wasser oder schlechter Abfluss; die fleischigen Wurzeln faulen leicht.
- Braune, verbrannte Stellen: zu viel direkte Sonne.
- Schlaffe, schrumpfende Blätter: in der aktiven Wachstumszeit zu lange zu trocken (etwas Schrumpfen ist während der bewussten Winterruhe normal und erwünscht).
- Schädlinge: Wollläuse (weißer Flaum in den Blattbasen) und Schildläuse sind die üblichen Besucher. Wisch sie ab und behandle sie mit insektizider Seife.
- Kurzer Blütenstiel, der in den Blättern stecken bleibt: bedeutet oft, dass die Winterruhe zu warm war; eine kühlere Ruhe lässt den Stiel sich richtig strecken.
Giftigkeit & Sicherheit
Giftig für Katzen, Hunde und Menschen beim Verzehr. Alle Teile der Klivie enthalten Lycorin und verwandte Alkaloide, am stärksten konzentriert in der fleischigen Basis und den Wurzeln. Der Verzehr kann Speicheln, Erbrechen und Magenbeschwerden verursachen, und größere Mengen sind ernster. Halte sie außer Reichweite von Haustieren und Kindern und wasch dir nach dem Teilen oder dem Umgang mit den Wurzeln die Hände.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Blüht zuverlässig an einem schattigen Platz, an dem kaum etwas anderes blüht.
- Extrem langlebig und verzeiht Vernachlässigung.
- Schönes, glänzendes Laub das ganze Jahr über.
- Leicht zu teilen und als Erbstück weiterzugeben.
- Gedeiht eng im Topf und muss daher selten umgetopft werden.
Nachteile
- Blüht nicht ohne bewusste kühle, trockene Winterruhe.
- Wächst langsam und braucht aus Samen lange bis zur Blühfähigkeit.
- Giftig für Haustiere und Kinder.
- Mag keine Störung der Wurzeln.
- Nur eine Hauptblüte pro Jahr.
Am besten geeignet für
- Besitzer mit einem hellen, aber sonnenlosen Platz, die trotzdem Blüten wollen.
- Geduldige Menschen, die eine langlebige, unkomplizierte Pflanze schätzen.
- Alle, die im Winter einen kühlen, trockenen Raum bieten können.
- Sammler altmodischer Erbstück-Zimmerpflanzen.
Weniger geeignet für alle, die sofortige oder wiederholte Blüten wollen, Wohnungen, die den ganzen Winter gleichmäßig warm gehalten werden, oder Haushalte mit Haustieren und Kleinkindern, die an Blättern kauen.
Klivie / Riemenblatt (Clivia miniata) - häufige Fragen
Warum blüht meine Klivie nicht?
Soll ich sie jedes Jahr umtopfen?
Kann ich sie im Sommer nach draußen stellen?
Wie lange dauert es, bis eine aus Samen gezogene Pflanze blüht?
Gibt es sie nur in Orange?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.