Purpurtute / Syngonium (Syngonium podophyllum)
Die Purpurtute ist eine anpassungsfähige, schnell wachsende Blattpflanze, deren Blätter mit dem Alter ihre Form ändern.
Überblick
Die Purpurtute - auf Englisch "Arrowhead Plant" oder "Goosefoot Plant", oft einfach als Syngonium verkauft - gehört zu den charmantesten und anpassungsfähigsten Zimmerpflanzen, die man haben kann. Ihr eigentlicher Zauber: Sie verwandelt sich. Die Blätter ändern mit dem Alter der Pflanze buchstäblich ihre Form, und das Laub gibt es in einer bemerkenswerten Farbpalette, von Tiefgrün bis zu zartem Rosa, Creme, Weiß und Limette. Sie beginnt als ordentlicher kleiner Hügel auf dem Regal und wird, wenn man sie lässt, zur hängenden oder kletternden Rankpflanze. Schnellwüchsig, verzeihend und wirklich einfach, ist sie eine der besten Pflanzen, die man nervösen Einsteigern in die Hand geben kann - sie wächst schnell genug, um Freude zu machen, und steckt gelegentliche Fehler fröhlich weg.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Die Purpurtute stammt aus den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas und Mexikos, wo sie als kletterndes Aronstabgewächs wächst. Wie viele ihrer Verwandten beginnt sie am schattigen Waldboden als niedrige, kompakte Pflanze, sucht sich dann einen Baum und klettert zum Licht hinauf, wobei sie sich mit Luftwurzeln an der Rinde festhält. In der Natur kann sie viele Meter an einem Stamm hinaufklettern, und dabei verändern sich ihre Blätter in Größe und Form dramatisch.
Der Name erzählt ihre Geschichte. Syngonium kommt vom griechischen syn für "zusammen" und gone für "Fortpflanzung" oder "Samen" - ein Hinweis auf die verwachsenen Fruchtknoten der Pflanze. Podophyllum bedeutet ungefähr "fußblättrig", eine Anspielung auf ihr fußförmiges Blatt. Die englischen Namen folgen dem Laub: Das junge Blatt hat die Form einer Pfeilspitze, und das gelappte erwachsene Blatt erinnert ein wenig an einen Gänsefuß - daher "Arrowhead Plant" und "Goosefoot Plant".
Aussehen
Das Auffälligste an einem Syngonium ist, dass seine Blätter mit zunehmender Reife die Form ändern - so stark, dass eine junge und eine alte Pflanze wie zwei verschiedene Arten aussehen können. Achte auf diese Merkmale:
- Formwechsel der Blätter: Junge Blätter sind einfach, geschlossen, pfeil- oder spatenförmig. Mit dem Alter und besonders beim Klettern werden die erwachsenen Blätter gelappt und teilen sich in drei bis fünf deutliche Abschnitte, und die ganze Pflanze wandelt sich vom kompakten Hügel zur Kletterpflanze.
- Farben: Die Wildform ist grün, doch Züchter haben eine riesige Auswahl panaschierter Sorten hervorgebracht - Rosa, Weiß, Creme und Limette. Beliebte Beispiele sind 'Pink Allusion', 'Neon Robusta', 'White Butterfly' und 'Berry Allusion'.
- Wuchsform: jung kompakt, buschig und selbsttragend; ausgewachsen hängend und kletternd, sobald sie etwas zum Hochklettern findet.
- Luftwurzeln: Beim Klettern bildet sie am Trieb kleine Luftwurzeln, die sich an Oberflächen festhalten und beim Haften und bei der Feuchtigkeitsaufnahme helfen.
In der Wohnung bleibt eine buschig gehaltene Purpurtute bescheiden - oft etwa 30-45 cm hoch und breit -, ein gezogenes Kletterexemplar kann mit der Zeit aber einige Meter an einem Stab hinaufwachsen.
Warum sie so beliebt ist - Eigenschaften & Vorteile
- Endlose Vielfalt: Die Auswahl an Farben und Sorten ist riesig, sodass man Rosa, Weiß, Limette und Grün sammeln kann, ohne dass einem je die neuen Sorten ausgehen.
- Schnell und dankbar: Unter guten Bedingungen wächst sie schnell und schiebt in den warmen Monaten neue Blätter nach - sehr befriedigend für alle, die Fortschritte sehen wollen.
- Verzeihend und einsteigerfreundlich: Sie verträgt eine vergessene Wassergabe und unterschiedliche Lichtverhältnisse und erholt sich gut von einer schlechten Woche - ein Mutmacher für neue Pflanzeneltern.
- Vielseitig zu gestalten: Man kann sie buschig im Regal halten, aus einer Ampel hängen lassen oder als Kletterpflanze an einem Moosstab ziehen - sie passt an fast jeden Platz.
- Mühelos zu vermehren: Kaum eine Pflanze lässt sich leichter vermehren, sodass aus einer Pflanze schnell Geschenke für Freunde oder ein vollerer Topf für dich werden.
Wie die meisten tropischen Blattpflanzen gibt sie etwas Feuchtigkeit an den Raum ab und trägt zu einer ruhigeren, grüneren Umgebung bei. (Die bekannten Aussagen zur "Luftreinigung" stimmen, sind in einer normalen Wohnung aber bescheiden - der Hauptnutzen ist psychologisch: Grün senkt messbar Stress und hebt die Stimmung.)
Pflege
Licht
Helles, indirektes Licht ist ideal. Die panaschierten und rosa getönten Formen brauchen mehr Licht, damit ihre Farbe kräftig bleibt - an dunklen Plätzen verblassen Rosa und Creme wieder zu schlichtem Grün. Rein grüne Sorten sind entspannter und vertragen mittleres oder sogar etwas weniger Licht, wachsen dann nur langsamer. Meide grelle, direkte Mittagssonne, die die Blätter verbrennt und ausbleicht. Sieht eine farbige Sorte matt und grünlich aus, stell sie heller.
Gießen
Halte die Erde während der Wachstumszeit leicht feucht und lass die oberen 2-3 cm zwischen den Wassergaben abtrocknen. Die Purpurtute ist gegen beide Extreme empfindlich - trocknet sie ganz aus, schmollt sie, bleibt sie nass, fault sie. Nasse Erde, die nie abfließt, verursacht Wurzelfäule, die häufigste Todesursache dieser Pflanze, also kipp Wasser im Untersetzer immer weg. Lies die Pflanze: Schlaffe, hängende Blätter bedeuten meist Durst, gelb werdende Blätter oft zu viel Wasser. Im Zweifel die Erde mit dem Finger prüfen, statt einem festen Plan zu folgen.
Erde & Topf
Verwende eine leichte, gut durchlässige Mischung - normale Blumenerde, aufgelockert mit Perlit und etwas Orchideenrinde, funktioniert gut und gibt den Wurzeln Feuchtigkeit und Luft. Eine Aroideen-Mischung ist ideal. Pflanze sie immer in einen Topf mit Abzugslöchern, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Die Purpurtute liebt höhere Luftfeuchtigkeit, die ihr hilft, die trockenen braunen Blattspitzen zu vermeiden, die sie in trockener Luft bekommen kann, verträgt aber normale Raumluftfeuchtigkeit klaglos. Am wohlsten fühlt sie sich zwischen etwa 18 und 27 °C. Kalte Zugluft und kühle Fensterbänke mag sie nicht, und unter etwa 15 °C stockt oder leidet das Wachstum - halte sie im Winter also von Türen und kaltem Glas fern.
Düngen
Dünge im Frühling und Sommer monatlich mit einem ausgewogenen flüssigen Zimmerpflanzendünger in halber Konzentration. Stell das Düngen im Herbst und Winter ein, wenn das Wachstum natürlich nachlässt und die Pflanze die zusätzlichen Nährstoffe nicht braucht.
Umtopfen
Topfe alle 1-2 Jahre im Frühling um und nimm eine Topfgröße größer, wenn die Wurzeln am Topfboden kreisen oder aus den Abzugslöchern wachsen. Weil sie schnell wächst, kann eine gesunde Purpurtute ihren Topf rasch füllen - es kann also sein, dass sie eher früher als später einen neuen braucht.
Buschig oder kletternd - Rückschnitt oder Moosstab
Das ist die Entscheidung, die deine Pflanze prägt. Sich selbst überlassen, will ein Syngonium irgendwann ranken. Willst du eine kompakte, volle, buschige Pflanze, kneif die Triebspitzen regelmäßig ab - jedes Abkneifen regt die Pflanze zur Verzweigung an, hält sie dicht und bewahrt die pfeilförmigen Jugendblätter. Willst du dagegen die dramatische, gelappte Altersform, gib ihr einen Moosstab, Kokosstab oder ein Rankgitter und lass sie klettern. Das Klettern löst die Verwandlung aus: Die Blätter werden größer und entwickeln ihre drei- bis fünflappige Altersform. Es gibt keine falsche Antwort - entscheide nur, ob du einen ordentlichen Hügel oder eine Kletterpflanze willst, und schneide oder stütze entsprechend.
Vermehrung
Die Purpurtute gehört zu den am leichtesten zu vermehrenden Zimmerpflanzen überhaupt. Such dir einen gesunden Trieb und schneide direkt unter einem Knoten - der kleinen Verdickung, an der ein Blatt am Trieb sitzt - und achte darauf, dass dein Steckling mindestens einen Knoten hat. Stell diesen Knoten in ein Glas Wasser oder direkt in feuchte, gut durchlässige Mischung, an einen hellen, warmen Platz. Wurzeln erscheinen meist nach etwa 2-3 Wochen. Sind die Wurzeln ein paar Zentimeter lang, topf den Steckling in normale Aroideen-Mischung. Ein Blatt ohne Knoten steht ewig herum und wird nie zu einer Pflanze - auf den Knoten kommt es an.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Gelbe Blätter: meist zu viel Wasser oder nasse Erde. Lass die Mischung zwischen den Wassergaben stärker abtrocknen und prüfe, ob der Topf gut abfließt.
- Braune, trockene Spitzen oder Ränder: meist niedrige Luftfeuchtigkeit und trockene Luft oder zu starkes Austrocknen. Gieße etwas regelmäßiger und erhöhe die Luftfeuchtigkeit.
- Vergeilter, spärlicher Wuchs: Die Pflanze will mehr Licht oder muss einfach entspitzt werden - kürze die Spitzen, damit sie sich buschiger verzweigt.
- Verblassende Farbe bei panaschierten Sorten: zu wenig Licht. Stell rosa, weiße und limettenfarbene Sorten heller, damit die Farbe zurückkommt.
- Wurzelfäule: matschige Triebe und geschwärzte Wurzeln durch staunasse Erde. Nimm sie aus dem Topf, schneide die faulen Wurzeln weg und topf sie in frische, gut durchlässige Mischung.
- Schädlinge: Achte auf Spinnmilben (feine Gespinste und gesprenkelte Blätter), Wollläuse (weißer Flaum in den Blattachseln), Schildläuse und Blattläuse. Isoliere die Pflanze, wisch die Blätter ab und behandle sie mit insektizider Seife oder Neemöl.
Giftigkeit & Sicherheit
Leicht giftig für Katzen, Hunde und Menschen beim Kauen. Alle Pflanzenteile enthalten unlösliche Calciumoxalat-Kristalle, die beim Verzehr Reizungen von Mund und Rachen, Speicheln und Erbrechen verursachen. Der Saft kann auch empfindliche Haut reizen, daher lohnt es sich, nach dem Schneiden die Hände zu waschen. Tödlich ist das nicht, aber halte sie außer Reichweite von Haustieren und kleinen Kindern, die gern an Blättern kauen.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Riesige Auswahl an Farben und Sorten zum Sammeln.
- Schnellwüchsig und dankbar, mit sichtbaren neuen Blättern.
- Verzeihend und wirklich einsteigerfreundlich.
- Vielseitig - buschig, hängend oder kletternd.
- Extrem leicht zu vermehren und zu teilen.
Nachteile
- Will ranken und vergeilt ohne Entspitzen.
- Empfindlich gegen nasse Erde - Wurzelfäule bei zu viel Wasser.
- Trockene Spitzen in sehr trockener Luft.
- Panaschierte Formen verlieren bei wenig Licht ihre Farbe.
- Leicht giftig für Haustiere und Kinder.
Am besten geeignet für
- Einsteiger, die eine schnelle, verzeihende Pflanze mit raschen Erfolgen wollen.
- Sammler, die Vielfalt bei Farben und Sorten lieben.
- Alle, die Flexibilität wollen - eine buschige Regalpflanze, eine Hängepflanze oder eine Kletterpflanze.
- Pflanzenbesitzer, die gern entspitzen, ziehen und vermehren.
Weniger geeignet für sehr dunkle Räume, Wohnungen mit Haustieren und Kleinkindern, die alles anknabbern, oder alle, die eine Pflanze wollen, die null Aufmerksamkeit braucht und nie ausufert.
Purpurtute / Syngonium (Syngonium podophyllum) - häufige Fragen
Warum haben die neuen Blätter meiner Purpurtute eine andere Form?
Wie halte ich meine Purpurtute buschig statt rankend?
Warum wird meine rosa oder panaschierte Purpurtute grün?
Wie oft sollte ich sie gießen?
Ist die Purpurtute für Haustiere unbedenklich?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.