Storchschnabel (Geranium)
Der Storchschnabel ist eine der wirklich nützlichsten Stauden, die ein Gärtner pflanzen kann - winterhart, langlebig, monatelang blühend und unkrautunterdrückend.
Überblick
Der winterharte Storchschnabel (Geranium) ist eine der wirklich nützlichsten Stauden, die ein Gärtner pflanzen kann. Er ist nicht die leuchtende Beet-"Geranie" der Sommertöpfe (das ist Pelargonium); er ist eine robuste, winterharte, langlebige Staude, die niedrige, sich ausbreitende Polster aus attraktivem gelapptem Laub bildet, monatelang übersät mit schalenförmigen Blüten in Blau, Purpur, Rosa, Magenta oder Weiß. Storchschnäbel sind für drei Dinge berühmt: Sie blühen außergewöhnlich lange, sie unterdrücken Unkraut, und sie wachsen fast überall - in Sonne oder Schatten, auf gutem oder magerem Boden. Für zuverlässige, pflegeleichte, unkrautunterdrückende Farbe kommen wenige Pflanzen heran.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Echte Storchschnäbel (Geranium) sind eine große Gattung mit rund 400 Arten in den gemäßigten Regionen der Welt - auf Wiesen, in Wäldern, Hecken, an Berghängen und in Grasländern. Dieses weite natürliche Verbreitungsgebiet ist genau der Grund, warum Storchschnäbel so anpassungsfähig sind: Für fast jede Gartensituation gibt es eine passende Art, von trockener Sonne bis feuchtem Schatten. Der Name "Storchschnabel" kommt von der langen, schnabelartigen Samenkapsel, die sich nach der Blüte bildet.
Aussehen
Storchschnäbel sind horstbildende oder sich ausbreitende krautige Stauden, meist 15-75 cm hoch. Das Laub ist ein echter Vorzug - runde, tief gelappte oder geteilte Blätter, die einen dichten, unkrautverdrängenden Teppich bilden, bei vielen Sorten mit schöner Herbstfärbung oder beim Berühren aromatisch. Die Blüten sind fünfzählige Schalen oder Sterne, 2-5 cm breit, in Blau, Violett, Purpur, Magenta, Rosa und Weiß, oft zart geädert. Die Blüte ist üppig und lang, vom späten Frühjahr über den Sommer, und viele Sorten blühen nach einem Rückschnitt erneut.
Warum man ihn pflanzt - Eigenschaften & Vorteile
- Sehr lange Blüte: monatelang Blüten, durch Rückschnitt verlängerbar.
- Unkrautunterdrückung: Die dichten Polster ersticken Unkraut - hervorragender, pflegeleichter Bodendecker.
- Extreme Anpassungsfähigkeit: Arten und Sorten für Sonne oder Schatten, trocken oder feucht.
- Winterhart, langlebig und einfach: verlässlich und anspruchslos.
- Attraktives Laub: gut bodendeckende Blätter, oft mit Herbstfärbung.
- Bestäuberfreundlich: Die offenen Blüten ziehen Bienen und andere Insekten an.
- Widerstandsfähig gegen Schädlinge: weitgehend unbehelligt und oft von Rehen und Kaninchen verschont.
Pflege
Licht & Standort
Sehr anpassungsfähig - für fast jede Lichtsituation gibt es einen Storchschnabel. Als grobe Richtlinie blühen die meisten in voller Sonne bis Halbschatten am besten; viele Waldarten sind hervorragend im Schatten, wo gute Blühpflanzen rar sind. Die Art passend zum Platz wählen.
Boden
Anspruchslos. Die meisten Storchschnäbel wachsen in jedem einigermaßen fruchtbaren, gut durchlässigen Boden, und viele vertragen mageren, trockenen oder schweren Boden. Sie mögen nur dauerhaft staunasse Bedingungen nicht.
Gießen
Während des Anwachsens und in Trockenperioden im ersten Jahr gießen. Eingewachsene Pflanzen sind recht trockenheitsverträglich; manche Arten ausgesprochen.
Düngen
Minimal - eine Mulchschicht aus Kompost im Frühjahr oder eine leichte Düngergabe reicht völlig. Storchschnäbel blühen auch ohne viel Dünger gut.
Der Rückschnitt mitten in der Saison
Die mit Abstand nützlichste Technik: Wenn ein Storchschnabel seine erste Blüte beendet und müde, ausladend oder auseinandergefallen aussieht, die ganze Pflanze kräftig zurückschneiden - fast bis zum Boden. Es wirkt brutal, doch die Pflanze antwortet innerhalb weniger Wochen mit einem frischen Polster aus sauberem Laub und bei vielen Sorten mit einer kräftigen zweiten Blüte. Dieser eine Schnitt hält Storchschnäbel viel länger ordentlich und blühend.
Saisonpflege
Altes Laub im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr abschneiden. Dichte Horste alle paar Jahre teilen, um die Wüchsigkeit zu erhalten.
Winterhärte & Winterschutz
Storchschnäbel sind sehr winterhart - die meisten zuverlässig bis etwa USDA-Zone 3-5 - und brauchen keinen Winterschutz. Die meisten sind krautig und ziehen über den Winter ein; einige sind halbimmergrün.
Pflanzung & Vermehrung
Im Frühjahr oder Herbst pflanzen. Storchschnäbel wachsen schnell an und sind sehr nachsichtig. Leicht durch Teilung im Frühjahr oder Herbst vermehren; manche Arten wachsen auch aus Samen oder säen sich sanft aus. Eine Teilung alle paar Jahre hält Horste gesund und liefert Pflanzen gratis.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Müde, ausladende, auseinandergefallene Pflanzen nach der ersten Blüte: völlig normal - behoben durch den kräftigen Rückschnitt mitten in der Saison.
- Wenige Blüten: meist zu tiefer Schatten für eine sonnenliebende Art oder ein alter, dichter Horst, der geteilt werden muss.
- Selbstaussaat: Manche Arten (besonders Typen wie Geranium 'Claridge Druce' und andere) säen sich reichlich aus; das kann willkommene Bodendeckung oder ein leichtes Ärgernis sein - bei Bedarf ausputzen.
- Echter Mehltau: kann an gestressten oder dicht stehenden Pflanzen auftreten, besonders bei Trockenheit; ein kräftiger Rückschnitt beseitigt ihn meist.
- Schädlinge: meist sehr problemlos; gelegentlich Blattwespen oder Dickmaulrüssler.
Giftigkeit & Sicherheit
Der Storchschnabel (Geranium-Arten) gilt allgemein als ungiftig / gering giftig und als unbedenklich für Katzen, Hunde, Pferde und Menschen - er ist keine anerkannte Vergiftungsgefahr und wird in Familien- und Naturgärten verbreitet gepflanzt. (Im Gegensatz dazu wird Pelargonium, die "Geranie" der Sommerbeete, als leicht giftig für Haustiere geführt - die Unterscheidung ist also wichtig.)
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Sehr lange Blüte, mit einer zweiten Blüte nach dem Rückschnitt.
- Hervorragender unkrautunterdrückender Bodendecker.
- Extrem anpassungsfähig - eine Sorte für Sonne, Schatten, trocken oder feucht.
- Winterhart, einfach, tierfreundlich und bestäuberfreundlich.
Nachteile
- Breitet sich nach der ersten Blüte aus und fällt auseinander, wenn der Rückschnitt mitten in der Saison fehlt.
- Manche Arten säen sich aus und breiten sich stärker aus als gewünscht.
- Die einzelnen Blüten sind bescheiden; vernachlässigt kann er unordentlich wirken.
- Sonnenliebende Typen blühen im tiefen Schatten schlecht.
Am besten geeignet für
- Bodendeckung und Unkrautunterdrückung in Rabatten.
- Unterpflanzung von Rosen, Sträuchern und Bäumen; Lücken füllen und einfassen.
- Sonne oder Schatten - mit der passenden Art für den Platz.
- Pflegeleichte, Bauern- und Naturgärten; Einsteiger.
Weniger geeignet für dauerhaft staunassen Boden, klare formale Gestaltungen oder Gärtner, die eine einzelne dramatische Solitärblüte wollen.
Storchschnabel (Geranium) - häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Storchschnabel und einer "Geranie" im Topf?
Mein Storchschnabel sieht müde und ausladend aus - was tun?
Können Storchschnäbel im Schatten wachsen?
Sind Storchschnäbel sicher für Haustiere?
Wie vermehre ich Storchschnäbel?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.