Ringelblume (Calendula officinalis)
Die Ringelblume ist eine fröhliche, unkomplizierte, winterharte Einjährige, die sich seit Jahrhunderten ihren Platz in Bauern-, Kräuter- und Küchengärten verdient hat.
Überblick
Die Ringelblume, im Englischen oft "Pot Marigold" genannt, ist eine fröhliche, unkomplizierte, winterharte Einjährige, die sich seit Jahrhunderten ihren Platz in Bauerngärten, Kräuterbeeten und Küchengärten verdient hat. Sie bildet über eine bemerkenswert lange Saison eine stetige Folge leuchtend orangefarbener und gelber, margeritenartiger Blüten und gedeiht bei kühlem Wetter, wenn viele andere Blumen kämpfen. Die Blütenblätter sind essbar, was ihr einen Platz auf dem Tisch ebenso wie in der Rabatte verschafft, und die Pflanze sät sich bereitwillig selbst aus, sodass eine einzige Aussaat Jahr für Jahr wiederkommen kann. Anspruchslos, schnell aus Samen und großzügig mit ihren Blüten, ist die Ringelblume eine der freundlichsten Pflanzen für Anfänger und beschäftigte Gärtner gleichermaßen.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Die Ringelblume stammt vermutlich aus dem Mittelmeerraum und Südeuropa, wo ihre wilden Verwandten auf offenem, sonnigem, gestörtem Boden mit milden Wintern und kühlen Frühjahren wachsen. Diese Herkunft erklärt ihre Vorliebe für die kühle Jahreszeit: Sie keimt und blüht am besten in den milderen Teilen des Jahres und lässt in der größten Sommerhitze oft nach oder pausiert. Sie wird schon so lange als Zierpflanze und als Kraut kultiviert, dass sie heute weltweit in gemäßigten Regionen gezogen wird. Ihre lange Geschichte in Küchengärten gab ihr den alten englischen Namen "pot marigold", der sich auf ihre Verwendung im Kochtopf bezieht - nicht zu verwechseln mit den nicht verwandten Studenten- und Samtblumen der Gattung Tagetes.
Aussehen
Die Ringelblume bildet eine buschige, aufrechte Pflanze, meist 30 bis 60 cm hoch, mit weichen, leicht klebrigen, aromatischen, hellgrünen Blättern. Die Blüten sind margeritenartig, einfach oder gefüllt, in warmen Tönen von Orange, Gold, Apricot, Creme und Gelb, oft mit dunklerer Mitte. Die Blüten messen meist 5 bis 8 cm und öffnen sich bei Sonnenschein. Beim Verblühen bilden sie markante gebogene, gerippte Samen, die in einem Ring angeordnet sind. Die Gesamtwirkung ist informell und fröhlich, zu Hause in entspannten Bauern- und Küchengartenpflanzungen statt in formalen Beeten.
Warum man sie pflanzt - Eigenschaften & Vorteile
- Sehr einfach aus Samen: schnelle, zuverlässige Keimung und keine besondere Pflege nötig.
- Lange Blütezeit: blüht monatelang, besonders bei kühlem Wetter und regelmäßigem Ausputzen.
- Essbare Blütenblätter: Die orangefarbenen und gelben Blütenblätter sind essbar und werden zum Färben und Garnieren von Speisen verwendet.
- Stark in der kühlen Jahreszeit: blüht, wenn viele Sommerblumen noch nicht so weit oder schon fertig sind.
- Selbstaussaat: streut reichlich Samen und kommt oft jedes Jahr von allein wieder.
- Bestäuberfreundlich: Die offenen Blüten locken Bienen, Schwebfliegen und andere Nützlinge an.
Pflege
Licht & Standort
Die Ringelblume blüht in voller Sonne am besten, verträgt aber lichten Schatten, der ihr sogar helfen kann, durch Hitzeperioden zu kommen. Ein offener, sonniger Platz ergibt bei kühlerem Wetter die meisten Blüten.
Boden
Beim Boden ist sie nicht wählerisch und wächst gut in durchschnittlichem, gut durchlässigem Boden. Mageren Boden verträgt sie, schätzt aber eine ordentliche Drainage. Für eine gute Blüte ist kein übermäßig nährstoffreicher Boden nötig.
Gießen
Junge Pflanzen zum Einwachsen und in Trockenperioden gießen; die Ringelblume bevorzugt gleichmäßig feuchten, aber nicht staunassen Boden. Eingewachsen ist sie recht widerstandsfähig. Kübel nicht völlig austrocknen lassen.
Düngen
In ordentlichem Boden braucht die Ringelblume wenig oder keinen Dünger. Übermäßige Düngung ist unnötig; etwas Kompost in magerem Boden ist reichlich.
Pflegearbeiten
Regelmäßig ausputzen - verblühte Blüten zu entfernen ist der beste Weg, die Blüte zu verlängern und die Pflanze ordentlich und blühfreudig zu halten. Wer möchte, dass sie sich selbst aussät, lässt einige späte Blüten Samen ansetzen. In der Hitze des Hochsommers können die Pflanzen erschöpft wirken; ein Rückschnitt kann einen frischen Flor anregen, wenn kühleres Wetter zurückkehrt.
Winterhärte & Winterschutz
Die Ringelblume ist eine winterharte Einjährige, die leichte Fröste weit besser verträgt als frostempfindliche Einjährige. In milden Klimaten kann im Herbst gesäter Samen überwintern und im zeitigen Frühjahr blühen. Sie durchläuft ihren Lebenszyklus in einem Jahr, sät sich aber zuverlässig selbst aus und verhält sich im Garten daher oft, als wäre sie dauerhaft.
Pflanzung & Vermehrung
Die Ringelblume wird aus Samen gezogen und ist sehr leicht anzuziehen. Im Frühjahr direkt an Ort und Stelle säen, wo sie schnell keimt, oder früher drinnen vorziehen und auspflanzen. In Gebieten mit milden Wintern ergibt eine Herbstaussaat kräftige Pflanzen, die im nächsten Frühjahr früh blühen. Etwa 1 cm tief säen und die Sämlinge auf etwa 20 bis 30 cm Abstand vereinzeln. Sie sät sich bereitwillig selbst aus, sodass nach dem ersten Anbau oft in der folgenden Saison spontane Sämlinge erscheinen, die man stehen lassen oder umsetzen kann.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Echter Mehltau: Ein weißer, pulvriger Belag kann auf den Blättern erscheinen, besonders spät in der Saison oder bei dichtem Stand und feuchter Luft; für Luftzirkulation und Abstand sorgen.
- Blattläuse: können sich an weichem Neuaustrieb und Knospen sammeln; abspritzen, zerdrücken oder Nützlingen überlassen.
- Nacktschnecken und Schnecken: können junge Sämlinge anfressen.
- Nachlassen bei Hitze: Die Pflanzen werden bei großer Sommerhitze langsamer und wirken erschöpft, da es eine Pflanze der kühlen Jahreszeit ist; für einen späteren Flor zurückschneiden.
Insgesamt ist die Ringelblume eine gesunde, problemarme Pflanze.
Giftigkeit & Sicherheit
Gilt als ungiftig und essbar. Die echte Ringelblume (Calendula officinalis) gilt allgemein als ungiftig für Katzen, Hunde und Menschen, und ihre Blütenblätter sind essbar und werden traditionell zum Färben und Garnieren von Speisen verwendet. Sie gehört zu den sichereren Blumen rund um Kinder und Haustiere. Nicht mit den nicht verwandten Tagetes verwechseln, die andere Pflanzen sind. Wie bei jeder essbaren Blüte nur saubere, unbehandelte Blütenblätter in normalen Nahrungsmengen verwenden.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Sehr einfach und schnell aus Samen.
- Lange Blütezeit, besonders bei kühlem Wetter.
- Essbare, nützliche Blütenblätter.
- Sät sich selbst aus und kommt oft jedes Jahr wieder.
- Lockt Bienen und Nützlinge an.
Nachteile
- Eine Einjährige - jede Pflanze hält eine Saison.
- Lässt in der Hochsommerhitze nach und verblasst.
- Braucht Ausputzen für die längste Pracht.
- Kann sich für ordnungsliebende Gärtner etwas zu reichlich selbst aussäen.
- Neigt spät in der Saison zu Echtem Mehltau.
Am besten geeignet für
- Bauerngärten und informelle Rabatten.
- Küchen- und Kräutergärten.
- Gärten mit essbaren Blüten und Schnittblumen.
- Pflanzungen für die kühle Jahreszeit und frühe oder späte Blüte.
- Anfänger- und Kindergärten.
Weniger geeignet für sehr formale Pflanzungen oder heiße Klimaten, in denen sie ohne kühle Pause kaum durch den Hochsommer kommt.
Ringelblume (Calendula officinalis) - häufige Fragen
Ist die Ringelblume dasselbe wie die Tagetes?
Kann man Ringelblumenblüten essen?
Warum hat meine Ringelblume im Sommer aufgehört zu blühen?
Kommt die Ringelblume jedes Jahr wieder?
Wie blüht die Ringelblume möglichst lange?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.