Kamelie (Camellia)
Die Kamelie ist die Aristokratin des Schattengartens - ein glänzender, immergrüner Strauch, der blüht, wenn fast nichts anderes blüht, vom Spätwinter bis ins Frühjahr.
Überblick
Die Kamelie ist die Aristokratin des Schattengartens - ein glänzender, immergrüner Strauch, der blüht, wenn fast nichts anderes blüht, vom Spätwinter bis ins Frühjahr. Ihre Blüten sind außerordentlich elegant: rosenartig, pfingstrosenartig oder schlicht und offen, in Weiß, Rosa, Rot und zweifarbig, vor tiefem, poliertem, ganzjährigem Laub. Kamelien sind langlebig, für viele Gärten winterhart genug und überraschend pflegeleicht - doch sie teilen die eine strenge Forderung des Rhododendrons: sauren Boden. Ihre andere Eigenheit ist das Timing - die Blüten öffnen sich bei kaltem Wetter, und starker Frost kann sie verderben, daher ist der Pflanzort einer Kamelie ebenso wichtig wie ihre Pflege.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Kamelien stammen aus den Wäldern Ost- und Südasiens - vor allem aus China, Japan und Korea. (Eine Art, Camellia sinensis, ist die Teepflanze.) In der Natur wachsen sie als Unterwuchssträucher in kühlem, feuchtem, saurem, humusreichem Waldboden, im lichten Schatten unter dem Kronendach. Diese Herkunft erklärt ihre Pflege vollständig: saurer Boden, Feuchtigkeit, Schutz und Schutz vor greller Sonne und Wind.
Aussehen
Kamelien sind immergrüne Sträucher oder kleine Bäume, meist 1,5-4 m hoch, mit dichtem, aufrechtem bis rundlichem Wuchs. Die Blätter sind ihr ganzjähriger Trumpf - dick, glänzend, dunkelgrün und in jeder Jahreszeit ansehnlich. Die Blüten, 5-12 cm breit, reichen von einfach (offen, mit einem Kranz goldener Staubblätter) über halbgefüllt bis zu vollständig gefüllten "formalen" Blüten, die Rosen ähneln. Die wichtigsten Gartengruppen:
- Camellia japonica: der klassische großblumige Typ, blüht vom Spätwinter bis ins Frühjahr; braucht den meisten Schutz.
- Camellia x williamsii: sehr blühfreudig und zuverlässig; wirft verblühte Blüten sauber ab.
- Camellia sasanqua: blüht vom Herbst bis in den Winter, oft leicht duftend, sonnenverträglicher.
Warum man sie pflanzt - Eigenschaften & Vorteile
- Blüten außerhalb der Saison: blühen im Winter und zeitigen Frühjahr, wenn der Garten kahl ist.
- Immergrüne Eleganz: glänzendes Laub gibt das ganze Jahr Struktur und gutes Aussehen.
- Schöne Blüten: einige der edelsten Blüten, die ein Garten zu bieten hat.
- Schattenverträglichkeit: gedeihen, wo viele Blütensträucher kämpfen.
- Langlebig: können jahrzehntelang, sogar ein Jahrhundert gedeihen.
- Kübeltauglich: ideal in Töpfen, was auch das Problem alkalischer Gartenböden löst.
Pflege
Licht & Standort
Lichter Schatten oder Halbschatten, geschützt vor kalten Winden. Ganz wichtig: einen nach Osten ausgerichteten Platz meiden, der früh die Morgensonne abbekommt - wenn gefrorene Blüten in der Morgensonne zu schnell auftauen, werden die Blütenblätter braun und matschig. Ein Standort, der sich langsam erwärmt (nach Norden oder Westen ausgerichtet, geschützt), schützt die Blüten. C. sasanqua verträgt mehr Sonne als japonica.
Boden
Saurer Boden (pH etwa 5,5-6,5), feucht, humusreich und gut durchlässig. Wie Rhododendren sind Kamelien kalkmeidend und vergilben auf alkalischem Boden. Auf Kreideboden in Töpfen mit Rhododendronerde (saurer Erde) ziehen.
Gießen
Den Boden gleichmäßig feucht halten, besonders im Sommer und Frühherbst - dann bilden sich die Blütenknospen fürs nächste Jahr. Trockenstress im Spätsommer ist die Hauptursache für Knospenfall im folgenden Winter. Wo möglich Regenwasser verwenden; mulchen, um Feuchtigkeit zu halten.
Düngen
Im Frühjahr nach der Blüte mit einem Dünger für Moorbeetpflanzen (säureliebende Pflanzen) düngen. Spät in der Saison nicht mehr düngen. Mit Laubkompost oder kompostierter Rinde mulchen.
Schnitt
Kamelien brauchen wenig Schnitt. Nach der Blüte die Pflanze leicht in Form bringen und bei Bedarf abgestorbene oder schwache Triebe entfernen. Einen stärkeren Rückschnitt, um die Größe zu begrenzen oder eine alte Pflanze zu verjüngen, vertragen sie ebenfalls, auch direkt nach der Blüte - nie im Sommer oder Herbst schneiden, wenn die Blütenknospen schon angelegt sind.
Winterhärte & Winterschutz
Viele Kamelien sind etwa bis USDA-Zone 7 winterhart (manche bis Zone 6); sasanqua und manche japonica sind weniger winterhart. Die Pflanze selbst übersteht Kälte meist gut - frostempfindlich sind die offenen Blüten. Schutz und die richtige Ausrichtung (keine frühe Morgensonne) schützen die Blüte. In Kübeln die Wurzeln vor starkem Frost schützen.
Pflanzung & Vermehrung
Im Herbst oder Frühjahr pflanzen, den Wurzelballen flach in sauren, humusreichen Boden setzen und mulchen. Kamelien wachsen langsam und brauchen Geduld. Über halbreife Stecklinge im Spätsommer oder durch Absenken vermehren - beides langsam, aber zuverlässig. Benannte Sorten fallen aus Samen nicht sortenecht.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Knospenfall (Knospen bilden sich, fallen aber vor dem Öffnen ab): das klassische Problem - meist Trockenstress im vorigen Sommer/Herbst, als die Knospen angelegt wurden; die Pflanze im Spätsommer gegossen halten.
- Braune, matschige Blüten: Frostschaden, verschlimmert durch Morgensonne, die gefrorene Blütenblätter zu schnell auftaut - durch Umpflanzen beheben.
- Gelbe Blätter (Chlorose): Boden nicht sauer genug oder hartes Wasser - wie bei Rhododendren korrigieren.
- Kamelien-Blütenfäule: ein Pilz, der ganze Blüten braun werden lässt - befallene Blüten und abgefallene Blütenblätter entfernen und vernichten.
- Rußtau / Schildläuse & Blattläuse: Schildläuse scheiden Honigtau aus, auf dem schwarzer Rußtau wächst.
Giftigkeit & Sicherheit
Kamelien gelten allgemein als ungiftig und unbedenklich für Katzen, Hunde, Pferde und Menschen - ein tierfreundlicher immergrüner Blütenstrauch. Die verwandte Teepflanze (C. sinensis) ist die Quelle des koffeinhaltigen Tees, doch Zierkamelien im Garten sind keine Vergiftungsgefahr.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Blüht im Winter und zeitigen Frühjahr, außerhalb der Saison.
- Das ganze Jahr glänzendes immergrünes Laub.
- Elegante, edle Blüten; langlebig.
- Unbedenklich für Haustiere; hervorragend in Kübeln.
Nachteile
- Braucht sauren Boden - im Beet auf Kreide unmöglich.
- Offene Blüten sind frostempfindlich; die Ausrichtung zählt.
- Knospenfall bei Stress durch Sommertrockenheit.
- Wächst langsam; Blütenfäule kann die Blüten verderben.
Am besten geeignet für
- Gärten mit saurem Boden und lichtem Schatten oder Halbschatten.
- Geschützte Standorte ohne frühe Morgensonne.
- Waldgärten, schattige Rabatten und Nord-/Westwände.
- Kübel mit Rhododendronerde (die Antwort für Gärten mit alkalischem Boden).
Weniger geeignet für Kreideboden im Beet, offene Frostsenken oder nach Osten ausgerichtete Plätze, heiße volle Sonne oder Gärtner, die schnelles Wachstum wollen.
Kamelie (Camellia) - häufige Fragen
Warum fallen die Knospen meiner Kamelie vor dem Öffnen ab?
Warum werden die Blüten meiner Kamelie braun?
Kann ich eine Kamelie in alkalischem Boden ziehen?
Sind Kamelien sicher für Haustiere?
Wann sollte ich eine Kamelie schneiden?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.