Buchsbaum (Buxus)
Der Buchsbaum ist das große strukturgebende Immergrün des formalen Gartens - langsam wachsend, dicht und kleinblättrig, ideal für Hecken, Kugeln und Formschnitt.
Überblick
Der Buchsbaum - für viele Gärtner einfach "Buchs" - ist das große strukturgebende Immergrün des formalen Gartens. Langsam wachsend, dicht und kleinblättrig, lässt er sich zu klaren niedrigen Hecken, ordentlichen Einfassungen, runden Kugeln, Kegeln, Spiralen und kunstvollem Formschnitt schneiden und behält seine Form und sein sattes Grün in jeder Jahreszeit. Seit Jahrhunderten gibt er Gärten ihr "Gerüst" - den ganzjährigen Rahmen, um den herum alles andere angeordnet wird. Der Buchsbaum ist robust, langlebig und schattenverträglich. Doch in den letzten Jahrzehnten ist er durch zwei Probleme ernsthaft bedroht - das Buchsbaum-Triebsterben und den Buchsbaumzünsler -, und jedes ehrliche Porträt über den Buchsbaum muss diese heute in den Mittelpunkt stellen.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Buxus ist eine Gattung immergrüner Sträucher und kleiner Bäume, heimisch in Europa, Asien, Afrika und Amerika; der Gewöhnliche Buchsbaum, Buxus sempervirens, ist in Europa, Nordafrika und Westasien heimisch und wächst wild an Kreide- und Kalksteinhügeln, in Wäldern und Gebüschen, oft im Halbschatten. Diese Herkunft erklärt seine Schattenverträglichkeit, seine Vorliebe für gut durchlässigen (oft alkalischen) Boden und seinen dichten, langsamen, feinen Wuchs - genau die Eigenschaften, die ihn zur perfekten Schnittpflanze machen.
Aussehen
Der Buchsbaum ist ein dichter, langsam wachsender immergrüner Strauch mit kleinen, runden, glänzenden, ledrigen Blättern in tiefem Grün (manche Sorten sind panaschiert oder haben goldene Töne). Ungeschnitten wird der Gewöhnliche Buchsbaum über viele Jahre zu einem großen, runden Strauch oder kleinen Baum; in Kultur wird er fast immer geschnitten gehalten. Seine große Stärke ist die Dichte und die geringe Blattgröße, die es erlauben, ihn in präzise, glatte, scharfkantige Formen zu schneiden. Zwergsorten (etwa 'Suffruticosa') werden für die niedrigsten, feinsten Einfassungen verwendet. Die Frühlingsblüten sind winzig und unscheinbar, duften aber leicht und ziehen Bienen an.
Warum man ihn pflanzt - Eigenschaften & Vorteile
- Ganzjährige Struktur: immergrünes "Gerüst", das den Garten in jeder Jahreszeit zusammenhält.
- Hervorragend für den Schnitt: die klassische Pflanze für niedrige Hecken, Einfassungen, Kugeln, Kegel und Formschnitt.
- Hält eine klare Form: Dichter, feiner Wuchs nimmt eine scharfe Form an und behält sie.
- Schattenverträglich: gedeiht im Halbschatten gut, anders als viele Heckenpflanzen.
- Langlebig: Ein gut gezogenes Buchsbaumgerüst kann Generationen überdauern.
- Formal und ländlich vielseitig: gliedert Parterres und Knotengärten und rahmt ebenso lockere Rabatten.
- Kübeltauglich: hervorragende geschnittene Exemplare in Töpfen.
Pflege
Licht & Standort
Volle Sonne bis Halbschatten - der Buchsbaum ist bemerkenswert schattenverträglich, eine seiner nützlichsten Eigenschaften. Sehr heiße, trockene, offene Standorte mag er nicht; etwas Schutz und nicht allzu sengendes Licht passen ihm am besten und helfen, Stress zu verringern, der Krankheiten einlädt.
Boden
Fruchtbarer, gut durchlässiger Boden; der Buchsbaum verträgt verschiedene Bedingungen und fühlt sich auf kalkhaltigem, alkalischem Boden wohl. Schweren, staunassen Boden mag er nicht, er verursacht Wurzelprobleme.
Gießen
Während des Anwachsens und in Trockenperioden gut gießen, besonders Buchsbaum in Kübeln und an Mauern. Eingewachsene Pflanzen sind recht trockenheitsverträglich, doch gestresste, trockene Pflanzen sind krankheitsanfälliger.
Düngen
Im Frühjahr mit einem ausgewogenen Dünger düngen; geschnittener Buchsbaum, der durch die Schere regelmäßig Blattmasse verliert, profitiert von Düngung und einer Mulchschicht aus Kompost, um dicht und schön gefärbt zu bleiben. Stress durch Nährstoffmangel vermeiden.
Schnitt
Buchsbaum wird in Form geschnitten, meist ein- oder zweimal im Jahr (im Frühsommer und manchmal noch einmal im Spätsommer), wobei man einen Schnitt bei heißem, hellem Wetter (das die Schnittflächen verbrennen kann) und sehr spät in der Saison (weicher Neuaustrieb ist frostempfindlich) vermeidet. Entscheidend ist heute die Schnitttechnik im Hinblick auf Krankheiten: mit sauberem, desinfiziertem Werkzeug schneiden, idealerweise bei trockenem Wetter, und das Schnittgut entfernen - das Triebsterben verbreitet sich über befallene Pflanzenreste und Werkzeuge.
Winterhärte & Winterschutz
Der Gewöhnliche Buchsbaum ist winterhart (meist bis etwa USDA-Zone 5-6) und immergrün. Das Laub kann sich in kaltem Winterwind bronze färben; ein geschützter Standort hilft.
Pflanzung & Vermehrung
Im Herbst oder Frühjahr in gut durchlässigen Boden pflanzen. Leicht über halbreife Stecklinge oder Steckhölzer vermehren - Buchsbaum wurzelt zuverlässig, wenn auch langsam. Wegen der Krankheiten Pflanzen von seriösen Anbietern ohne Triebsterben beziehen und neue Pflanzen möglichst eine Zeit lang getrennt halten, bevor man sie in die Nähe eines vorhandenen Buchsbaumbestands setzt.
Häufige Probleme & Schädlinge - Triebsterben und Zünsler
Zwei ernste moderne Probleme bestimmen den Anbau von Buchsbaum:
- Buchsbaum-Triebsterben: eine verheerende Pilzkrankheit mit braunen oder kahlen Stellen, schwarzen Streifen an den Trieben, Blattfall und Absterben, die sich bei warmem, feuchtem, windstillem Wetter oft rasch ausbreitet. Sie wird durch befallene Pflanzen, Werkzeuge, Schnittgut und Spritzwasser verbreitet. Gegenmaßnahmen: gesunde Pflanzen kaufen, die Luftzirkulation verbessern, nicht von oben gießen und nicht bei nassem Wetter schneiden, Werkzeug desinfizieren, alles Schnittgut entfernen und - immer häufiger - resistente Alternativen in Betracht ziehen.
- Buchsbaumzünsler: die Raupen eines eingeschleppten Falters, die Buchsbaum rasch kahl fressen, Gespinste zwischen die Blätter spinnen und Pflanzen entlauben, manchmal bis auf die kahlen Triebe. Gegenmaßnahmen: regelmäßig kontrollieren, Raupen und Gespinste von Hand entfernen, Pheromonfallen zur Überwachung der Falter einsetzen und biologische Mittel anwenden.
- Weitere Probleme: Buchsbaum kann auch unter Blattflecken, Wurzelfäule in nassem Boden und Bronzefärbung durch Winterwind leiden. Der gemeinsame Druck von Triebsterben und Zünsler hat viele Gärtner dazu gebracht, für neue geschnittene Hecken und Formschnitt Alternativen zum Buchsbaum zu pflanzen (etwa kleinblättrige Immergrüne, die seine Optik nachahmen).
Giftigkeit & Sicherheit
Der Buchsbaum ist giftig. Alle Teile von Buxus enthalten Alkaloide und sind beim Verzehr für Menschen, Katzen, Hunde, Pferde und Nutztiere giftig; sie verursachen Erbrechen, Durchfall und - in größeren Mengen - ernstere Wirkungen; Buchsbaum hat schon Vergiftungen bei Weidetieren verursacht. Sein sehr bitterer Geschmack hält Tiere meist davon ab, viel zu fressen, daher sind schwere Vergiftungen selten, und Buchsbaum wächst in unzähligen Familien- und formalen Gärten - doch Haustiere, Kinder und Nutztiere sollten davon abgehalten werden, das Laub zu fressen.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Unerreicht für klare immergrüne Struktur, Einfassungen, Hecken und Formschnitt.
- Hält eine scharfe Schnittform; schattenverträglich; langlebig.
- Ganzjähriges "Gerüst" für formale wie ländliche Gärten.
- Hervorragend in Kübeln; leicht zu vermehren.
Nachteile
- Buchsbaum-Triebsterben kann Pflanzen verwüsten - eine große moderne Bedrohung.
- Buchsbaumzünsler kann Pflanzen bis auf die kahlen Triebe fressen.
- Wächst langsam; braucht regelmäßigen Schnitt und Dünger, um am besten auszusehen.
- Giftig beim Verzehr; zusammen führen Krankheits- und Schädlingsdruck viele zu Alternativen.
Am besten geeignet für
- Niedrige Hecken, Einfassungen, Parterres und Knotengärten.
- Formschnitt - Kugeln, Kegel, Spiralen und Figuren - und geschnittene Kübelexemplare.
- Formale Gärten und das strukturgebende Gerüst von Bauerngärten.
- Halbschattige Standorte, an denen viele Heckenpflanzen kümmern.
Weniger geeignet für Gärten, in denen Triebsterben oder Buchsbaumzünsler verbreitet sind (Alternativen in Betracht ziehen), heiße, trockene, offene Lagen, staunassen Boden oder Gärtner, die schnelle Ergebnisse wollen.
Buchsbaum (Buxus) - häufige Fragen
Was ist das Buchsbaum-Triebsterben und wie gehe ich damit um?
Warum ist mein Buchsbaum kahl gefressen?
Soll ich angesichts von Triebsterben und Zünsler noch Buchsbaum pflanzen?
Ist Buchsbaum giftig?
Wann sollte ich Buchsbaum schneiden?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.