Schusterpalme (Aspidistra elatior)
Die Schusterpalme hat sich ihren Ruf ehrlich verdient - sie gilt als die robusteste, unverwüstlichste Zimmerpflanze überhaupt.
Überblick
Die Schusterpalme hat sich ihren Ruf ehrlich verdient: Sie gilt als die robusteste, unverwüstlichste Zimmerpflanze überhaupt (auf Englisch heißt sie sogar "Cast Iron Plant", Gusseisenpflanze). Sie übersteht tiefen Schatten, trockene Luft, Zugluft, unregelmäßiges Gießen, Temperaturschwankungen und jahrelange Vernachlässigung - Bedingungen, die fast alles andere umbringen würden. Ihre breiten, glänzenden, tiefgrünen Blätter bringen stille, klassische Eleganz in die dunkelsten Ecken einer Wohnung. Außerdem ist sie tierfreundlich. Der einzige Preis ist Geduld: Die Schusterpalme wächst extrem langsam. Doch für einen dunklen, schwierigen Platz - oder für jemanden, der einfach keine Pflanzen am Leben halten kann - ist nichts zuverlässiger.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Die Aspidistra elatior stammt von bewaldeten Inseln im Süden Japans und wird in China und Taiwan seit Langem kultiviert; in der Natur wächst sie als bodendeckende Pflanze am tief schattigen Waldboden. Sie hat sich in dichtem Schatten unter kühlen bis milden, wechselhaften Bedingungen entwickelt - genau deshalb verträgt sie das wenige Licht und die Unbeständigkeit des Lebens in der Wohnung so gut. In den dunklen, gasbeleuchteten, zugigen Salons der viktorianischen Zeit, als kaum eine Pflanze zurechtkam, war sie enorm beliebt; sie wurde zu einem Symbol dieser Epoche.
Aussehen
Die Schusterpalme bildet große, breite, lanzettliche, glänzend dunkelgrüne Blätter, die einzeln an kurzen Stielen direkt aus der Erde wachsen, aus einem unterirdischen Rhizom. Es gibt panaschierte Sorten mit weißen oder cremefarbenen Streifen ('Variegata') und gesprenkelte Formen ('Milky Way', 'Asahi'). In der Wohnung bildet sie langsam einen Horst von 45-75 cm Höhe. Kleine, eigenartige kastanienrote Blüten erscheinen auf Bodenhöhe, sind aber meist verborgen und in der Wohnung selten zu sehen.
Warum sie so beliebt ist - Eigenschaften & Vorteile
- Nahezu unverwüstlich: Sie übersteht tiefen Schatten, Vernachlässigung, Zugluft und Temperaturschwankungen - die ultimative robuste Pflanze.
- Gedeiht im tiefen Schatten: Sie wächst dort, wo fast nichts anderes wächst, auch in dunklen Fluren und Räumen nach Norden.
- Tierfreundlich: ungiftig für Katzen und Hunde.
- Klassisches, elegantes Laub: breite, glänzende Blätter mit zeitlosem, dezentem Charme.
- Langlebig: Sie kann jahrzehntelang gedeihen, sogar über Generationen.
- Wenig Aufwand: der Inbegriff einer pflegeleichten Pflanze.
Pflege
Licht
Wenig bis mittleres indirektes Licht - sie gehört zu den besten Pflanzen für wirklich dunkle Plätze, düstere Flure und Räume nach Norden. In heller direkter Sonne gedeiht sie nicht; die verbrennt und bleicht die Blätter aus. Panaschierte Formen brauchen etwas mehr (weiterhin indirektes) Licht, um ihr Muster zu behalten, verlieren die Zeichnung aber bei zu viel Dünger.
Gießen
Gieße, wenn die oberen paar Zentimeter der Erde trocken sind - im Sommer meist alle 1-2 Wochen, im Winter seltener. Zu wenig Wasser verträgt sie gut; ihre größte Schwäche ist, wie bei den meisten robusten Pflanzen, zu viel Wasser, das Wurzelfäule verursacht. Im Zweifel warten.
Erde & Topf
Verwende eine gut durchlässige Blumenerde. Abzugslöcher sind unverzichtbar.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Luftfeuchtigkeit ist ihr egal - normale Raumluft ist in Ordnung. Sehr tolerant gegenüber Temperaturen: Wohl fühlt sie sich irgendwo zwischen etwa 7-27 °C, und sie kommt mit kühlen Räumen und Zugluft zurecht, die andere Pflanzen stören.
Düngen
Dünge sparsam - ein- bis zweimal im Frühling und Sommer mit einem ausgewogenen Dünger. Zu viel Dünger kann panaschierte Formen wieder grün werden lassen.
Umtopfen
Topfe selten um - höchstens alle 3-5 Jahre. Die Schusterpalme nimmt Störungen der Wurzeln übel und steht gern eng; häufiges Umtopfen wirft sie nur zurück.
Vermehrung
Vermehrt wird sie durch Teilung des Rhizoms. Teile beim Umtopfen den Horst in Stücke mit jeweils mehreren Blättern und einem Stück Rhizom mit Wurzeln und topfe sie ein. Die Teilung ist die einzige praktikable Methode, und weil die Pflanze so langsam ist, wachsen auch die Teilstücke langsam an. Geduld ist unverzichtbar.
Häufige Probleme & Schädlinge
- Braune Blattspitzen oder -ränder: unregelmäßiges Gießen oder Stoffe und Salze im Leitungswasser.
- Gelb werdende Blätter: meist zu viel Wasser - das Einzige, was dieser Pflanze wirklich schadet.
- Blasse, verbrannte, ausgebleichte Blätter: zu viel direkte Sonne.
- Verlust der Zeichnung: zu wenig Licht oder zu viel Dünger.
- Sehr langsames / kein Wachstum: normal - die Schusterpalme ist von Natur aus extrem langsam.
- Schädlinge: meist sehr schädlingsresistent, gelegentlich können aber Spinnmilben und Schildläuse auftreten.
Giftigkeit & Sicherheit
Ungiftig und tierfreundlich. Die Schusterpalme gilt als unbedenklich für Katzen, Hunde und Menschen - eine robuste, elegante, tierfreundliche Wahl für jede Wohnung.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Nahezu unverwüstlich - übersteht extreme Vernachlässigung.
- Gedeiht im tiefen Schatten.
- Ungiftig und tierfreundlich.
- Verträgt Zugluft, Kälte und Temperaturschwankungen.
- Klassisch, elegant, langlebig.
Nachteile
- Wächst extrem langsam.
- Zu viel Wasser ist ihre einzige echte Schwäche.
- Keine schnelle oder dramatische Pflanze.
- Nimmt Störungen der Wurzeln übel.
Am besten geeignet für
- Die dunkelsten, schwierigsten Ecken einer Wohnung.
- Selbsternannte "Pflanzenkiller" und die beschäftigtsten, vergesslichsten Besitzer.
- Haushalte mit Haustieren.
- Kühle Räume, Flure und Räume nach Norden.
Weniger geeignet für alle, die schnelles Wachstum oder dramatische Veränderung wollen, oder eine helle, sonnige Fensterbank.
Schusterpalme (Aspidistra elatior) - häufige Fragen
Wie viel Licht braucht eine Schusterpalme?
Warum wächst meine Schusterpalme kaum?
Warum werden die Blätter gelb?
Ist die Schusterpalme für Haustiere unbedenklich?
Kann ich diese Pflanze wirklich in einer dunklen Ecke halten?
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Hinweise zur Giftigkeit ersetzen keine ärztliche oder tierärztliche Beratung - bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an einen Giftnotruf, eine Arztpraxis oder eine Tierarztpraxis.