Kokardenblume (Gaillardia)
Die Kokardenblume ist eine der sonnigsten, fröhlichsten Pflanzen der Sommerrabatte - mit einer unaufhörlichen Parade kräftiger Margeritenblüten in glühendem Rot, Orange, Gold und Gelb.
Überblick
Die Kokardenblume (Gaillardia), im Englischen überall als "blanket flower" (Deckenblume) bekannt, ist eine der sonnigsten, fröhlichsten Pflanzen der Sommerrabatte. Sie bringt eine unaufhörliche Parade kräftiger, margeritenartiger Blüten in glühend heißen Farben hervor - feurigem Rot, Orange, Gold und Gelb, oft gebändert und zweifarbig wie eine gewebte Decke - vom Frühsommer bis zum ersten Herbstfrost. Die Kokardenblume ist zäh wie Leder: Sie gedeiht bei Hitze, Trockenheit, in magerem Boden und voller Sonne, lockt Bienen und Schmetterlinge an und verlangt sehr wenig. Ihre eine ehrliche Einschränkung ist, dass sie eine kurzlebige Staude ist, die man am besten als für einige Jahre haltend betrachtet, doch sie blüht so großzügig (und sät sich so bereitwillig selbst aus), dass sie ihren Platz mehr als verdient. Ausgeputzt blüht sie monatelang; mit scharfer Drainage segelt sie durch den Sommer.
Herkunft & natürlicher Lebensraum
Die Kokardenblume ist in Nord- und Südamerika heimisch, wobei die bekanntesten Gartentypen von Arten der Ebenen und Prärien im zentralen und westlichen Nordamerika und von trockenem, sonnigem, sandigem oder kiesigem Boden abstammen. Sie ist eine Pflanze offener, exponierter, sonnendurchglühter Plätze mit magerem Boden und guter Drainage - Bedingungen, an denen viele Rabattenstauden scheitern würden. Dieses Prärieerbe ist der Schlüssel zum Erfolg: Die Kokardenblume will volle Sonne, scharfe Drainage, Hitze und keine Verhätschelung. Sie ist von Natur aus an Trockenheit und geringe Fruchtbarkeit angepasst, weshalb sie in robusten, trockenen, pflegeleichten Pflanzungen so gut gedeiht und in reichem, nassem Boden kämpft.
Aussehen
Die Kokardenblume bildet ein niedriges, sich ausbreitendes Polster aus leicht behaarten, graugrünen Blättern, über dem sich drahtige Stiele mit großen, einfachen oder gefüllten, margeritenartigen Blüten erheben, meist 30 bis 60 cm hoch. Die Blüten sind ihr ganzer Stolz: breite Zungenblüten, an den Spitzen oft dreilappig, in leuchtenden Kombinationen aus Rot, Orange, Gold und Gelb, häufig in konzentrischen Bändern um eine gewölbte Mittelscheibe. Viele Sorten sind auffallend zweifarbig - eine rote Mitte, die in einen gelben Rand übergeht, oder umgekehrt -, was ihnen den englischen Namen "blanket" gibt. Die Blüten stehen weit über dem Laub, eignen sich hervorragend zum Schneiden, und auf sie folgen runde, flauschige Samenstände.
Warum man sie pflanzt - Eigenschaften & Vorteile
- Extrem lange Blütezeit: blüht vom Frühsommer bis zum Frost, besonders mit Ausputzen.
- Heiße, fröhliche Farben: glühendes Rot, Orange und Gold, unübertroffen für sommerliche Wärme.
- Sehr trockenheits- und hitzeverträglich: gedeiht, wo viele Stauden welken.
- Liebt mageren Boden: leistet am meisten in magerem, sandigem, kiesigem Boden.
- Bestäuberfreundlich: Bienen und Schmetterlinge besuchen die Blüten, und die Samenstände ernähren Vögel.
- Großartige Schnittblume: lange haltbar und leuchtend gefärbt in der Vase.
Pflege
Licht & Standort
Volle Sonne ist unerlässlich - mindestens 6 Stunden direkte Sonne am Tag, und je mehr, desto besser. Die Kokardenblume braucht Hitze und Licht, um gut zu blühen; im Schatten wird sie lang, fällt um und blüht schlecht. Ihr den heißesten, hellsten, offensten Platz geben.
Boden
Scharfe Drainage ist entscheidend. Die Kokardenblume gedeiht in leichtem, gut durchlässigem, sogar magerem und sandigem Boden und verträgt nährstoffreichen, schweren oder nassen Boden schlecht - Staunässe, besonders im Winter, ist ihr Hauptfeind und verkürzt ihr ohnehin kurzes Leben. Auf schwerem Lehm die Drainage mit Splitt verbessern oder sie in Hochbeeten und Kübeln ziehen. Den Boden nicht stark anreichern.
Gießen
Neue Pflanzen gießen, bis sie eingewachsen sind, danach sparsam gießen - nur bei langer Trockenheit. Eingewachsene Kokardenblumen sind ausgesprochen trockenheitsverträglich, und übermäßiges Gießen schadet weit mehr als Trockenheit. Eher mager und trocken halten, besonders über den Winter.
Düngen
Nicht überdüngen. Die Kokardenblume blüht in magerem Boden am besten; reiche Düngung erzeugt weiches, umfallendes Laub und weniger Blüten und kann das Leben der Pflanze verkürzen. Auf Dünger verzichten oder höchstens im Frühjahr sehr leicht düngen.
Ausputzen & Rückschnitt
Das Ausputzen ist die wichtigste Aufgabe - regelmäßiges Entfernen verblühter Blüten hält die Kokardenblume monatelang ununterbrochen in Blüte und verhindert, dass sie sich mit der Samenbildung erschöpft. Einige späte Samenstände stehen zu lassen, ernährt Vögel und erlaubt ein wenig Selbstaussaat. Die ganze Pflanze im Spätherbst nicht stark zurückschneiden; leichtes Aufräumen im Frühjahr ist besser, da intakter oberirdischer Wuchs beim Überwintern hilft.
Winterhärte & Winterschutz
Die Kokardenblume ist in den meisten Gärten gemäßigter Breiten eine winterharte Staude, aber tatsächlich kurzlebig; oft lässt sie nach zwei oder drei Jahren nach, und nasser Winterboden kann ihr früher den Rest geben. Die beste Winterpflege sind scharfe Drainage und ein trockener, sonniger Platz statt irgendeiner Umhüllung. Da sie kurzlebig ist, lässt man sie etwas selbst aussäen oder sammelt Samen, um stets frische, wüchsige Pflanzen nachzuziehen.
Pflanzung & Vermehrung
Die Kokardenblume im Frühjahr nach dem letzten Frost an einen sonnigen, scharf drainierten Platz pflanzen, mit Abstand für Luftzirkulation. Die Vermehrung ist einfach und angesichts ihrer kurzen Lebensdauer nützlich: Sie wächst bereitwillig aus Samen, blüht oft schon im ersten Jahr und sät sich im Garten selbst aus. Benannte Sorten vermehrt man am besten durch Teilung im Frühjahr oder über Grundstecklinge im Frühjahr, da aus Samen gezogene Hybriden variieren können. Eingewachsene Horste alle paar Jahre zu teilen, hält sie außerdem wüchsig.
Häufige Probleme & Schädlinge
Am richtigen, sonnigen, gut durchlässigen Standort ist die Kokardenblume weitgehend problemlos.
- Wurzel- und Wurzelstockfäule: das Hauptproblem, verursacht durch nassen, schweren, schlecht durchlässigen Boden - die Abhilfe sind scharfe Drainage und zurückhaltendes Gießen.
- Kurze Lebensdauer: damit rechnen, die Pflanzen alle paar Jahre aus Samen, durch Teilung oder Stecklinge zu erneuern.
- Umfallen / Vergeilen: durch zu viel Schatten oder zu nährstoffreichen Boden - mager und sonnig ziehen.
- Echter Mehltau und Asternvergilbung: können gelegentlich auftreten, besonders bei feuchter Luft oder dichtem Stand - für Luftzirkulation sorgen und befallene Pflanzen entfernen.
- Schädlinge: vergleichsweise wenige, auch wenn Blattläuse oder Zikaden auftreten können.
Giftigkeit & Sicherheit
Die Kokardenblume gilt allgemein als wenig giftig für Katzen und Hunde und gehört nicht zu den ernsthaft gefährlichen Gartenpflanzen. Manche Menschen können beim Umgang mit dem Laub Hautreizungen oder Kontaktdermatitis bekommen, daher tragen empfindliche Gärtner besser Handschuhe. Ein Haustier, das eine große Menge der Pflanze frisst, könnte leichte Verdauungsbeschwerden bekommen, doch gelegentlicher Kontakt im Garten ist kaum gefährlich. Zeigt ein Haustier nach dem Fressen anhaltende Symptome, die Tierarztpraxis kontaktieren.
Vor- & Nachteile
Vorteile
- Glühend heiße Farben über eine sehr lange Saison.
- Außergewöhnlich trockenheits- und hitzeverträglich.
- Gedeiht in magerem, trockenem, sandigem Boden.
- Großartig für Bestäuber und zum Schneiden.
- Einfach und schnell aus Samen zu ziehen.
Nachteile
- Kurzlebige Staude (alle paar Jahre erneuern).
- Fault in nassem, schwerem oder schlecht durchlässigem Boden.
- Braucht volle Sonne und scharfe Drainage.
- Braucht regelmäßiges Ausputzen für die beste Blüte.
- Das Laub kann empfindliche Haut reizen.
Am besten geeignet für
- Heiße, sonnige Rabatten und Kiesgärten.
- Trockene, sandige oder magere Standorte und Böschungen.
- Bestäuber- und Naturgärten.
- Kübel und Hochbeete (zur Steuerung der Drainage).
- Schnittblumengärten und wassersparende Pflanzungen.
Weniger geeignet für schattige Plätze, nährstoffreiche oder schwere, nasse Böden oder Gärtner, die eine langlebige, dauerhafte Staude ohne Erneuerung wollen.
Kokardenblume (Gaillardia) - häufige Fragen
Warum geht meine Kokardenblume schon nach ein oder zwei Jahren ein?
Wie blüht die Kokardenblume den ganzen Sommer?
Braucht die Kokardenblume nährstoffreichen Boden und Dünger?
Ist die Kokardenblume gut für Bestäuber?
Kann ich Kokardenblumen aus Samen ziehen?
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